1. Nachrichten
  2. Boulevard

Oprah-Interview: Brisante Enthüllungen von Meghan Markle und Prinz Harry

Die kalte Welt der Royals : Selbstmord-Gedanken und Rassismus - Meghan Markle und Prinz Harry packen im Interview bei Oprah Winfrey aus

So einen tiefen Blick wie im TV-Interview bei Oprah Winfrey gab es noch nie in das Leben der Britischen Royals: Meghan Markle und Prinz Harry verraten Baby-News. Doch diese Enthüllungen der Beiden sind erschütternd und brisant:

Schärfer hätte der Kontrast kaum ausfallen können. Herzogin Meghan, geborene Meghan Markle, sitzt in einem weißgepolsterten Korbsessel auf einer Terrasse, im Hintergrund blühendes Kalifornien, eine Landschaft wie in der Toskana. Ein Freund, so charakterisiert sie den namentlich nicht Genannten, habe das Anwesen, ganz in der Nähe ihres eigenen in Santa Barbara, zur Verfügung gestellt für ein Gespräch mit Oprah Winfrey, der Grande Dame der Talkshow. Etwa die Hälfte des Interviews ist geführt, da spricht Meghan in dem idyllischen Ambiente von Suizidgedanken.

Ihre Zeit in der Königsfamilie, konfrontiert mit einer giftigen Boulevardpresse, hätte sie fast nicht überlebt, offenbart sie. Ein Jahr nach der Hochzeit mit Harry habe sie ihr Leben als dermaßen trostlos empfunden, dass sie an Selbstmord dachte. „Ich habe mich geschämt, es Harry gegenüber einzugestehen. Und ich wusste, wenn ich es nicht sagen würde, würde ich es tun. Ich wollte einfach nicht mehr leben“, sagt die Frau aus Los Angeles. „Das war ein sehr realer und klarer und angsteinflößender und ständig präsenter Gedanke.“

Die Amerikanerin, die sich in einen Prinzen verliebte, die Weiten ihrer kalifornischen Heimat, auch die geistigen, gegen die kleine, oft kalte Welt der Royals eintauschte, die in diesem Umfeld dringend Hilfe brauchte und keine bekam: So ungefähr ließe sich zusammenfassen, was Meghan über ihre Erfahrungen mit der Krone zu berichten hat. Zwei Stunden, opulente Werbepausen eingeschlossen, dauerte sie, die Sendung mit Oprah. Der Kanal CBS soll Winfreys Produktionsfirma Harpo bis zu neun Millionen Dollar für die Rechte gezahlt haben. Entsprechend intensiv fiel die Reklame aus. Doch so bizarr der Rummel auf manchen gewirkt haben mag, Meghans Enthüllungen führen dazu, dass am Tag danach zumindest in Amerika vom spannendsten Royals-Interview seit 1995 die Rede ist. Damals hatte Prinzessin Diana dem BBC-Journalisten Martin Bashir erzählt, der wahre Grund für ihre gescheiterte Ehe sei Camilla Parker Bowles gewesen, die Geliebte ihres Mannes: „Nun, wir waren zu dritt in dieser Ehe – deshalb war es ein bisschen überfüllt“. Diesmal schildert Meghan eine Welt, in der man einsam ist, wenn es einem schlecht geht. Zudem eine Welt, in der noch immer rassistische Ressentiments grassieren.

Zu der Zeit, als sie an Suizid dachte, habe sie Angst gehabt, allein zu sein, blendet die 39-Jährige zurück. Sie habe deutlich gemacht, dass sie sich in ärztliche Behandlung begeben müsse. Die Antwort sei ein Nein gewesen, mit der Begründung, dass es die Institution in ein schlechtes Licht rücke. Die Monarchie sei besessen davon, wie etwas aussehen, wie es wirken könnte. „Aber niemand hat gefragt, wie ich mich fühle.“

Dann schildert die Tochter einer schwarzen Mutter und eines weißen Vaters, wie man sich in der Königsfamilie fragte, welche Hautfarbe ihr erster Sohn wohl haben werde. Offenbar aus dem Grund habe man Archie keinen Prinzentitel verleihen wollen. Der Tradition nach würde ihrem Sohn in dem Moment, in dem sein Großvater Charles den Thron besteigt, ein königlicher Titel verliehen. In Archies Fall, so Meghan, habe man abweichen wollen von der alten Regel. Auf ihre Frage nach dem Warum habe es nie eine Antwort gegeben. Wem konkret die rassistischen Vorurteile zuzuschreiben waren, lässt sie im Ungefähren. Ihr Mann, später von Winfrey noch einmal gezielt darauf angesprochen, sagt, dies sei etwas, was er niemals mit der Öffentlichkeit teilen werde. Zugleich erinnert er daran, dass sich mehr als 70 Abgeordnete des britischen Parlaments über die „kolonialen Untertöne“ in Artikeln über Meghan beschwerten. „Doch niemand aus meiner Familie hat in drei Jahren etwas dazu gesagt. Das tat weh.“

Von seinem Vater Charles, räumt er an anderer Stelle ein, fühle er sich im Stich gelassen. „Er hat etwas Ähnliches durchgemacht. Er weiß, wie sich Schmerz anfühlt.“ Nachdem er, Harry, klargemacht habe, dass er Großbritannien zum Wohle seiner Familie verlassen werde, sei sein Vater nicht mehr ans Telefon gegangen, wenn er angerufen habe. Später, nach seinem Wegzug nach Kanada, dem der Umzug nach Kalifornien folgte, habe er ihm die finanziellen Mittel gestrichen. Wie auch sein Bruder William, resümiert Harry, sei Charles gefangen im königlichen System.

Die Queen zumindest kommt bei alledem noch ziemlich gut weg. Meghan beschreibt sie als „wunderbar“, umso härter ins Gericht geht sie mit den Männern in grauen Anzügen, wie Lady Di den Hofstaat einst nannte, mit den Herrschern im Hintergrund, die den königlichen Haushalt führen. Mit der „Firma“. Zugleich malt sie aus, welch verheerende Rolle die Londoner Regenbogenpresse spielt. Wie sie zur Zielscheibe wurde, erzählt sie am Beispiel eines Streits vor ihrer Hochzeit. Es ging um die Kleider der Blumenmädchen. Die Herzogin von Cambridge, mit bürgerlichem Namen Kate Middleton, habe sie deshalb zum Weinen gebracht. Die Sache sei ausgestanden, Kate habe sich entschuldigt, nur habe die Yellow Press den Fall Monate später zu ihren Lasten verzerrt. „Die brauchten ein Narrativ von einer Heldin und einer Schurkin“, sagt Meghan und betont, das Kapitel sei in ihren Augen ein Wendepunkt gewesen, der „Beginn wahren Rufmords”.

Irgendwann lässt die ehemalige Hollywood-Schauspielerin fallen, dass sie und Harry bereits drei Tage vor der royalen Trauung im Mai 2018 im kleinstmöglichen Rahmen den Bund fürs Leben geschlossen haben. Nur er und sie - und der Erzbischof von Canterbury. Im Sommer erwarten beide ihr zweites Kind. Es wird, darf Harry preisgeben, ein Mädchen sein. Gegen Ende bringt der Herzog von Sussex prägnant auf den Punkt, warum er jetzt mit seiner Familie an der Pazifikküste lebt. Er habe befürchtet, dass sich Geschichte wiederholen könnte. „Ich rede von meiner Mutter“, betont er, auf den Unfalltod von Lady Di anspielend. Nur habe er die Lage für Meghan als noch gefährlicher empfunden, auch wegen der rassistischen Untertöne. Allerdings habe er sich geschämt, zuzugeben, dass Meghan Hilfe brauchte, fügt er hinzu. Das liege wohl an der Mentalität seiner Familie: „Es ist, wie es ist, du kannst es nicht ändern, wir alle haben das auch schon durchgemacht“.