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Perfektes Dinner ohne Lästereien

Perfektes Dinner ohne Lästereien

Zum ersten Mal haben Trierer als Kandidaten "Das perfekte Dinner" ausgerichtet. Vom 24. bis 28. Januar wurden die Sendungen im Fernsehen ausgestrahlt. Ob sich die Teilnehmer hinter den Kulissen tatsächlich verstanden, erzählt die Trierer Hobby-Kochrunde dem TV.

 Der Fünftplatzierte Jörg Mechenbier (33), die Drittplatzierte Sandra Westphal (32) und Gewinnerin Susanne Thinnes (32) bei der Zubereitung ihres perfekten Dinners. Fotos: Vox
Der Fünftplatzierte Jörg Mechenbier (33), die Drittplatzierte Sandra Westphal (32) und Gewinnerin Susanne Thinnes (32) bei der Zubereitung ihres perfekten Dinners. Fotos: Vox

Jeweils fünf Tage lang kochen und schlemmen die Kandidaten einer Gruppe gemeinsam bei der Sendung "Das perfekte Dinner" im Fernsehen. Doch die Gier nach Selbstdarstellung und dem 1500-Euro-Preisgeld macht aus vielen Dinnerstaffeln eher ein unperfektes Dinner der Lästermäuler.

Anders sah es bei den Trierer Kandidaten aus. Im sozialen Netzwerk "Wer kennt wen" (WKW) wird die Gruppe als langweilig eingestuft: sie zerfleischte sich nicht gegenseitig verbal, kam insgesamt sympathisch rüber. Vielleicht lag das daran, dass keiner unbedingt gewinnen wollte. Für Sandra Westphal, Jörg Mechenbier, Christian Breuer, Susanne Thinnes und Siggi Böhme zählte das Dabeisein, der Blick hinter die Kulissen (der TV berichtete). Doch selbst mit dieser Einstellung kann es Überraschungen geben: Wie wird das Filmmaterial am Ende zusammengesetzt? Was wird weggelassen? Aus diesem Grund saß Taschendesignerin Sandra Westphal am Montag heftig aufgeregt, bewaffnet mit Cola und Plätzchen vor ihrem Fernseher im Wohnzimmer. Alles läuft gut. "Ich war zufrieden mit meinem Tag, die Bewertungen waren sehr fair", sagt die 32-Jährige, deren brasilianisches Menü mit 32 Punkten bewertet wird. Doch die Aufregung vergeht nicht. "Ich hatte ein wenig Angst, dass ich als Oberzicke dastehe." Und das schaffte sie am dritten Tag tatsächlich. Sie kritisierte Kandidat Christian wegen seiner Hausschlappen an den Füßen. Westphal: "Nach seiner berechtigten Entschuldigung fühlte ich mich wirklich unwohl und habe mich entschuldigt. Das wurde aber rausgeschnitten." Wegen eines Unfalls kann Breuer nicht lange feste Schuhe tragen. Ein gefundenes Fressen in Internetforen wie WKW oder Facebook, denn dort wird Westphal fortan verrissen. Breuer schneidet mit seinem Dinner, bei dem er Sauerbraten mit Klößen und Rotkraut serviert, mit 33 Punkten als Zweiter ab, die Designerin sichert sich den dritten Platz. Mit 29 Punkten landet Siggi Böhme am Freitag auf dem vierten Platz.

Der Dienstag gehörte Jörg Mechenbier. "Ich gebe mir für das Dinner, die Deko und als Gastgeber null Punkte, doch das würden mir die anderen nie antun", sagt er während der Sendung. Für seine Kochkünste ergattert er immerhin 27 Punkte - den letzten Platz. Susanne Thinnes war vor der Ausstrahlung aufgeregter als beim Drehtermin. "Ich war so nervös, weil ich nicht mehr wusste, was ich alles gesagt habe." Doch sie fand sich am Donnerstag authentisch. Über die Darstellung ihrer Mitkandidatin Sandra Westphal sagt sie: "Sandra wurde viel zu kritisch dargestellt. Wir haben alle konstruktiv kritisiert. Unsere Kritik wurde nur nicht gezeigt", sagt Thinnes. Mit der riesigen Resonanz - sie bekam innerhalb weniger Tage mehr als 300 Nachrichten über Facebook, WKW, per Mail und SMS - hatte sie nicht gerechnet. "Freunde haben extra ihr Sporttraining abgesagt, die Arbeitskollegen meines Bruders in München haben die Sendung geschaut, obwohl sie mich gar nicht kennen." Auch Westphal bestätigt das. Doch noch einmal teilnehmen würde sie nicht. "Es ist ein zu tiefer Einblick in das Privatleben." Dagegen sieht Thinnes es als positive Erfahrung und würde jedem die Teilnahme empfehlen. Kein Wunder, denn sie hat das Preisgeld in Höhe von 1500 Euro mit nach Hause genommen.

Extra

Das perfekte Dinner ist eine Kochsendung, die täglich um 19 Uhr beim Fernsehsender Vox ausgestrahlt wird. Dort müssen fünf Hobbyköche ihren Mitkandidaten an je einem Abend ein Drei-Gänge-Menü zubereiten, das mit bis zu zehn Punkten bewertet wird. Dem Kandidaten mit den meisten Punkten winken am Ende der Woche 1500 Euro Gewinn. (MRA)