Kommt die Hilfe zu spät? „Gastronom aus Größenwahn“ und Abbruch bei Dreharbeiten – Frank Rosin verzweifelt in Saarbrücken

Hilferuf aus dem Saarland: Timos „Natürlich Schmackhaft“ steht vor dem Aus, Fernsehkoch Frank Rosin eilt zur Hilfe. Die Chemie zwischen den beiden scheint jedoch nicht zu stimmen – und dann will auch noch die Kellnerin nicht mehr vor die Kamera treten.

Inhaber Timo vom "Natürlich Schmackhaft" (links) und Fernsehkoch Frank Rosin.

Inhaber Timo vom "Natürlich Schmackhaft" (links) und Fernsehkoch Frank Rosin.

Foto: Kabel Eins/Kabel Eins/Screenshot

Frank Rosin hilft da, wo alles zu zerbrechen droht. So auch beim „Natürlich Schmackhaft“ in Saarbrücken. Inhaber Timo steht mit seinem Restaurant vor dem finanziellen Ruin: Sein Geschäftspartner ist abgesprungen, seine Freundin Annika (gelernte Friseurin) notgedrungen in den Service gerutscht. Beide sind keine gelernten Gastronomen – ein schwieriger Fall, den Kabel Eins am Donnerstag in der Sendung „Rosins Restaurants“ gezeigt hat. Und das nicht nur für den Fernsehkoch.

Gerade Annika, die nebenbei noch in ihrem Beruf arbeitet und das Geld in das Restaurant steckt, ist angeschlagen. „Ich hätte gerne wieder Luft zum Atmen“, erklärt sie. Weit über 12 Stunden arbeiten beide in dem Lokal. Gepaart mit schlaflosen Nächten und Existenzängsten – untragbar.

Eine „verworrene Situation“, findet auch Fernsehkoch Rosin. Sein erster Eindruck vom Lokal selbst? „Das ist kein schönes Restaurant. Hier könnte auch eine Praxis drin sein“, sagt er, als er den Gastraum inspiziert. Eine Kühltruhe im Lokal und Plastik-Efeu an den Wänden runden das schlechte Bild ab.

Von der Speisekarte zeigt sich Rosin ebenfalls alles andere als begeistert: Die Mischung aus griechischen und deutschen Speisen ist für ihn nicht stimmig. Das findet auch Koch Max, der seit einem halben Jahr mit an Bord ist. Man müsse sich auf eine Richtung konzentrieren, meint der 24-Jährige.

Rosins Restaurants: Erstes Testessen bei „Natürlich Schmackhaft“ offenbart die Probleme

Für das Testessen an dem Tag kommt die Einsicht jedoch zu spät: Das „Natürlich Schmackhaft“ geht mit seiner bisherigen Speisekarte ins Rennen. So gibt es zu Hauptspeise entweder Rinderroulade oder Souvlaki. Bei den 14 Testessern kommt das nicht gut an: Es gebe keine klare Linie, der Geschmack überzeuge auch nicht.

Fernsehkoch Rosin ist ebenfalls nicht überzeugt vom griechischen, „furztrockenen“ Fleischspieß. Die Kartoffeltaler sind nur TK-Ware, aus „Zeit- und Personalmangel“, wie Timo erklärt. Insgesamt sind sowohl die Gäste als auch der Fernsehkoch und die Restaurant-Crew unzufrieden: 2,5 von 5 möglichen Sternen gibt es für das Menü. Besonders Annika geht die Kritik zu Herzen: Sie ist den Tränen nahe.

Zeit, Inhaber Timo auf den Zahn zu fühlen: Warum er sich mit einem Restaurant in der Gastronomie selbstständig gemacht habe, will Rosin wissen. Die Erklärung: Der 37-Jährige sei in Gaststätten bisher immer unzufrieden gewesen und wollte es besser machen. Allerdings war sein Plan, nicht selbst im Restaurant zu stehen, sondern das Marketing zu machen – bis sein Geschäftspartner absprang und er so zum „Mädchen für alles“ wurde.

„Natürlich Schmackhaft“ in Saarbrücken: Annika bricht Dreharbeiten ab

„Nicht Gastronom aus Leidenschaft, sondern aus Größenwahn“, findet Rosin. Er weiß: Hier muss sich einiges ändern. Dafür bekommt er Unterstützung von Ausstatter Florian „Flo“ Kogler. Die Plastikpflanzen werden abgehangen, die Wände in kräftigen Farben gestrichen. Rosin trifft sich derweil mit Annika, um über die Situation zu sprechen. Die ist von dem Ganzen so emotional aufgewühlt, dass sie sich dazu entschließt, aus der Sendung auszusteigen und nicht mehr vor die Kamera zu treten. Eine Entscheidung, die Frank Rosin akzeptiert.

Bessere Laune haben Timo und Max, die danach ein Koch-Coaching von Rosin bekommen. Beide sind motiviert, die neue Karte klingt vielversprechend. Doch ein Gespräch zwischen Fernsehkoch und Inhaber offenbart, was wohl schon die ganze Zeit unter der Oberfläche gebrodelt hat. Timo kommt mit der Kritik des Profis nicht klar. „Ich merke, dass unsere Chemie irgendwie schwierig ist“, erklärt er. Er fühle sich fehl am Platz, vielleicht auch, weil er kein ausgebildeter Koch ist. Rosin dankt für die ehrlichen Worte – bleibt aber selbst ebenfalls ehrlich und steht zu seiner Meinung.

Finales Testessen in Saabrücken: Chaos an allen Enden

Für weitere Diskussionen bleibt vor dem finalen Testessen jedoch keine Zeit, denn das verspricht schon davor chaotisch zu werden. Weil nicht abgesprochen war, wer einkaufen geht, muss Max das nachholen und kommt dafür mehr als eine Stunde zu spät. Timo ist „pissed“: „Ist echt nicht gut, dass es so gelaufen ist“, erklärt er. Die beiden raufen sich jedoch zusammen – Max in der Küche, Timo als Servicekraft.

Doch ab hier geht das Chaos weiter: Die Gäste müssen über eine Stunde warten, bis das Essen serviert wird. Alle sind genervt – außer der Inhaber selbst. Der zeigt sich zufrieden mit dem Zeitmanagement, schließlich seien sie kein „Fast Food Restaurant.“ Letztendlich sind die beiden Männer vom „Natürlich Schmackhaft“ jedoch überfordert: Rosin hilft beim Servieren, Timo in der Küche.

Wie kommen Rote Beete Carpaccio, Cordon Bleu und Mascarpone-Creme bei den Testessern an? Zumindest zahlenmäßig (aber immer noch ernüchternd) besser als beim ersten Mal: Für das Menü gibt es insgesamt 3 von 5 Sternen. „War nix heute“, stellt Rosin fest. „So könnt ihr das nicht weiterführen. Das ist ein katastrophales Testessen gewesen.“ Enttäuschung bei allen Parteien. Mit dem Tipp, etwas zu tun und ihren eigenen Stil zu finden, verlässt der Fernsehkoch das Restaurant.

Vor dem Lokal ist der 57-Jährige erschöpft. „Viel zu viele Leute machen sich selbständig, ohne diesen Job gelernt zu haben. Das muss sich ändern, sonst ändert sich das auch nicht.“