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Unglück im Kongo
Schiff kentert auf See im Kongo - 150 Passagiere vermisst

 Kongos Staatschef Felix Tshisekedi befürchetet mehr als 100 Tote.
Kongos Staatschef Felix Tshisekedi befürchetet mehr als 100 Tote. FOTO: REUTERS / Olivia Acland
Im Osten des Kongo ist bei schlechtem Wetter ein Schiff mit 200 Passagieren in einem See gesunken. Nur 40 Menschen konnten bislang gerettet werden.

In der Demokratischen Republik Kongo hat sich ein schweres Schiffsunglück mit möglicherweise vielen Toten ereignet. Das Schiff kenterte nach Angaben der Staatsführung auf dem Kivu-See im Osten des Landes. Nach bisherigen Erkenntnissen gelten rund 150 Menschen als vermisst, teilte Präsident Félix-Antoine Tshisekedi am späten Abend über Twitter mit. Die Verkehrsministerin der Region Süd-Kivu, Jacqueline Ngengele, bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass von den rund 200 Passagieren des Schiffes bislang nur etwa 40 gerettet werden konnten und es mindestens drei Tote gebe.

Das Unglück auf dem See, der Kongo von Ruanda trennt, ereignete sich den Angaben zufolge am Montagabend. Als Ursache nannte Ngengele schlechtes Wetter, außerdem sei das Schiff überladen gewesen. Der örtliche Abgeordnete Vital Muhini sagte, das Schiff sei alt gewesen und die Passagiere hätten keine Rettungswesten getragen. Präsident Tshisekedi sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus und kündigte an, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Auf den Seen und Flüssen des zentralafrikanischen Riesenstaats, in dem es nur wenig Teerstraßen gibt, kommt es immer wieder zu tödlichen Unglücken. Schiffe und Boote sind häufig völlig überladen, Sicherheitsregeln werden oft missachtet. Eine folgenschwere Katastrophe ereignete sich im Mai 2001, als eine Menschenmenge auf die kongolesische Fähre „MS Musaka“ im Dock des Hafens von Goma am Kivu-See strömte und das Schiff zum Sinken brachte. Zahlreiche Menschen, vorwiegend Frauen und Kinder, saßen im Rumpf des kenternden Schiffes fest, die Angaben zu den Opferzahlen schwanken zwischen 100 und 150. Im Juli 2010 ertranken mindestens 140 Menschen bei einem Schiffsunglück im Westen der Demokratischen Republik Kongo.

(juju/dpa)