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Strom für 22.000 Euro: RWE schockt Eigentümer mit falscher Rechnung

Strom für 22.000 Euro: RWE schockt Eigentümer mit falscher Rechnung

Da staunte eine Familie aus der Region Trier nicht schlecht: Für ihr leer stehendes Haus in der Sauergemeinde Langsur sollten sie monatlich über 22 000 Euro Stromkosten an das RWE zahlen. Inzwischen ist das Missgeschick korrigiert.

Trier. "Bei diesem Vorgang handelt es sich um einen einmaligen Fehler." Das sagte RWE-Sprecherin Mechthild Lorenz, als der TV Ende Dezember über eine deutlich zu hoch ausgefallene Stromrechnung für einen Mieter in Wasserliesch (Kreis Trier-Saarburg) berichtete. Für drei Monate Strom stellte der Energieversorger dem Mann sage und schreibe 67 000 Euro in Rechnung. Macht rund eine viertel Million Euro im Jahr.
Auf die Beschwerde des Mieters hin wurde der Fehler prompt korrigiert. Aber ist er wirklich so einmalig, wie RWE-Sprecherin Lorenz sagt? "Nein, uns ist das Gleiche passiert", meldete sich wenig später eine TV-Leserin. Ihre Familie hat ein Haus in Langsur, gerade einmal drei Kilometer Luftlinie von Wasserliesch entfernt. Das bis vor kurzem vermietete Haus steht leer und soll umgebaut werden. Also geht die Stromrechnung wieder an die Häuslebesitzer. Und die trauten ihren Augen nicht, als die erste Rechnung ins Haus flatterte. "Unter Berücksichtigung der Preise und des voraussichtlichen Jahresverbrauchs ergibt sich ein Abschlagsbetrag von 22 281 Euro", heißt es in dem Schreiben. "Ich habe zunächst einen mächtigen Schrecken bekommen und gedacht, hoffentlich buchen die das nicht von meinem Konto ab", sagte die Rechnungsempfängerin gestern unserer Zeitung. Die Frau möchte anonym bleiben. Sie rief beim Energieversorger RWE an, der sich für den Fauxpas entschuldigte und die in dem Brief angekündigte Abbuchung des Abschlagsbetrags umgehend stornierte - noch bevor die über 20 000 Euro das erste Mal abgebucht waren.
Und was sagt RWE dazu? "Soweit wir das prüfen konnten, gehen wir weiterhin von sehr bedauerlichen Einzelfällen aus - keinesfalls handelt es sich um ein Massenphänomen", meint Sprecherin Mechthild Lorenz. "Wir bedauern den offensichtlichen Fehler, den wir selbstverständlich ohne Vorsatz begangen haben, sehr."
Woran der Fehler dieses Mal gelegen hat, ist noch unklar. Die RWE-Systemtechniker prüften den Fall, sagt die Sprecherin, ein abschließendes Ergebnis stehe noch aus. Bei der Vorgängerpanne hieß es, offensichtlich sei ein überhöhter Jahresverbrauch des Kunden angenommen worden. "Dadurch kam es zu dem utopischen Abschlagsbetrag", sagte seinerzeit RWE-Sprecherin Mechthild Lorenz und gab den Tipp: Wer Bedenken habe, ob sein Abschlagsbetrag korrekt sei, könne sich jederzeit ans RWE wenden.
Im Fall Langsur wurde der Abschlagsbetrag inzwischen korrigiert: Statt knapp 22 300 Euro zahlen die Häuslebesitzer jetzt sieben Euro monatlich.