Warum an Karfreitag rund 700 Filme nicht in den Kinos gezeigt werden dürfen

„Ghostbusters“, „Heidi“, „Leben des Brian“ : Warum an Karfreitag rund 700 Filme nicht in den Kinos gezeigt werden dürfen

In Bochum dürfen Religionskritiker in diesem Jahr an Karfreitag den Monty-Python-Film „Das Leben des Brian“ zeigen und zu einem Tanz einladen. Insgesamt dürfen mehr als 700 Filme aber nicht öffentlich gezeigt werden.

I Wie die Initiative „Religionsfrei im Revier“ am Dienstag mitteilte, genehmigte die Bezirksregierung Arnsberg die „unterhaltsame öffentliche Veranstaltung einschließlich Tanz“ am 19. April. An Karfreitag gilt in Deutschland als stiller Feiertag ein Verbot öffentlicher Veranstaltungen, auch Feiern mit Tanz sind nicht erlaubt. In Nordrhein-Westfalen kann jedoch eine Ausnahmegenehmigung erteilt werden.

In „Das Leben des Brian“ wird die zentrale Gestalt Brian zum selben Zeitpunkt und am selben Ort wie Jesus geboren, später gegen seinen Willen als Messias verehrt und gekreuzigt. Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) hat den Film als „nicht feiertagsfrei“ eingestuft. So wie rund 700 weitere Filme. Darunter fallen: „Heidi“, „Ghostbusters“, „Nick Knattertons Abenteur“ oder „Final Destination 5“. Die Verbote richten sich im übrigen nur auf Kinovorführungen.

Als Begründung heißt es auf der FSK-Website:

„Seit 1952 entscheiden die Prüfgremien der FSK daher, ob ein Film an den stillen Feiertagen vorgeführt werden darf (sogenannte Feiertagsfreigabe). Filme, die dem Charakter dieser Feiertage so sehr widersprechen, dass eine Verletzung des religiösen und sittlichen Empfindens zu befürchten ist, erhalten hingegen keine Feiertagsfreigabe.“ So heißt es weiter: „Für diese und etwaige länderspezifische stille Feiertage sehen die landesgesetzlichen Regelungen vor, dass an diesen Tagen nur solche Filme öffentlich vorgeführt werden dürfen, bei denen der diesen Tagen entsprechende „ernste Charakter“ gewahrt ist.“

Damit darf die Satire an Feiertagen wie Karfreitag nicht ohne weiteres gezeigt werden. Christen erinnern am Karfreitag an den Tod Jesu Christi am Kreuz. Der Tag wird auch „Stiller“ oder „Hoher Freitag“ genannt. In der katholischen Kirche ist er ein strenger Fasten- und Abstinenztag.

(mja/epd)
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