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Corona-Gratistests für Auslandsurlauber

Corona : Auslandsurlauber können sich gratis auf Corona testen

Wer von einer Reise heimkehrt, kann sich kostenfrei auf Corona prüfen lassen. Eine Pflicht ist das allerdings nicht.

Wer nach einem Auslandsurlaub wieder an die traute Mosel, die Eifel oder in den Hunsrück zurückkehrt, kann sich kostenlos auf das Coronavirus testen lassen, um eine drohende zweite Welle einzudämmen. Das soll an Flughäfen und Seehäfen geschehen, aber auch in Heimatorten. Einen entsprechenden Beschluss fassten die Gesundheitsminister von Bund und Ländern bei einer Schaltkonferenz. Die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) sagte unserer Zeitung, das Land werde umgehend Kontakt zum Betreiber des Flughafens Hahn aufnehmen, um am einzigen Airport des Bundeslandes „so schnell wie möglich“ eine Teststelle zu schaffen. In dieser sollen sich Urlauber auf das Coronavirus testen lassen, die aus Ländern mit einem besonders hohen Infektionsgeschehen anreisen.

„Auch Reisende aus Nicht-Risikoländern können sich innerhalb von 72 Stunden testen lassen“, sagte die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, die Berliner Senatorin Dilek Kalayci (SPD). „Allerdings nicht in Flughäfen.“ In Frage kommen dafür etwa Arztpraxen, Gesundheitsämter oder Fieberambulanzen, wie es sie in Rheinland-Pfalz gibt.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) warnte: „Die aktuellen Infektionszahlen zeigen einmal mehr: Wir sind noch mitten drin in der Corona-Pandemie. Und der zunehmende Reiseverkehr erhöht das Risiko, dass wieder mehr Infektionen nach Deutschland hineingetragen werden.“ Daher werde die nationale Testtrategie ergänzt.

Wichtig für alle Reisenden: Die Tests sollen für sie gratis sein, auch wenn es vorher keine Anhaltspunkte auf eine Corona-Infektion gab. Die Kosten übernehmen Bund, Länder und Krankenkassen. Bei den Tests an Flughäfen wird indes überlegt, zumindest Kosten für die Infrastruktur vor Ort „perspektivisch“ über die Flughafengebühren auf die Ticketpreise umzulegen.

Bätzing-Lichtenthäler lobte das gemeinsame Papier: „Es ist sehr gut, dass insbesondere Reisende, die aus Risikogebieten zurückkehren, künftig einen kostenlosen Test erhalten können. Die Sorge, etwas bezahlen zu müssen, war eine große Hürde für viele Menschen. Mit einem negativen Testergebnis kann somit ohne finanzielle Eigenbeteiligung die sonst obligatorische Quarantäne von zwei Wochen entfallen“, sagte die rheinland-pfälzische SPD-Politikerin.

Verpflichtend sind Tests für Reiserückkehrer nicht. Dafür gebe es bislang keine Rechtsgrundlage, weil diese ein körperlicher Eingriff seien, erläuterte die Ministerin. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sah dies anders, forderte zumindest verbindliche Tests für Rückkehrer, die in Risikogebieten Urlaub gemacht haben. Wohl auch deshalb steht im gemeinsamen Papier von Bund und Ländern, dass geprüft werde, eine Rechtsgrundlage zu schaffen.

Für den Flug-, Schiffs-, Bus- und Bahnverkehr aus Risikogebieten werden dem Ministerbeschluss zufolge Aussteigekarten wieder eingeführt. Auf diese Weise soll es möglich sein, Reisende zu erfassen. „Perspektivisch soll die Übermittlung von Passagierdaten digital erfolgen“, hieß es weiter.

Um den Menschen neue Regeln und Testmöglichkeiten näherzubringen, regen die Minister Informationskampagnen etwa an Flughäfen, Bahnhöfen, Busbahnhöfen oder Grenzübergängen an. Bätzing-Lichtenthäler sagte, das sei eine rheinland-pfälzische Idee gewesen.

Den Partytourismus betrachten die Minister mit Sorge. Momentan sind viele Deutsche etwa in Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland im Urlaub. Diese Länder sind keine Risikogebiete, wenngleich auch dort eine Ansteckungsgefahr mit Sars-CoV-2 besteht. Zuletzt sorgten etwa ungezügelte Partys ohne Maske und Abstand auf Mallorca für Aufsehen.

Weltweit sind auf Basis der wissenschaftlichen Expertise des Robert Koch-Instituts (RKI) derzeit rund 130 Staaten als Corona-Risikogebiet eingestuft. Das betrifft etwa die Türkei, Israel, die USA, aber auch Luxemburg.

Regionale Kommunen raten Reiserückkehrern, wachsam zu bleiben. Thomas Konder, Sprecher des Eifelkreises Bitburg-Prüm, rät Urlaubsheimkehrern umso mehr dazu, Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten, um Corona-Infektionen zu vermeiden.