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Unwetter
Das Risiko von Unwettern soll besser abgeschätzt werden

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (links) und ihre luxemburgische Kollegin Carole Dieschbourg beim Treffen in Luxemburg.
Bundesumweltministerin Svenja Schulze (links) und ihre luxemburgische Kollegin Carole Dieschbourg beim Treffen in Luxemburg. FOTO: Bernd Wientjes
Remerschen. Die deutschsprachigen Umweltminister beraten in Luxemburg über die Folgen des Klimawandels.

Es regnet. Mal wieder. Das Wetter zeigt sich beim Treffen der deutschsprachigen Umweltminister aus Österreich, Lichtenstein, der Schweiz, Luxemburg und Deutschland im luxemburgischen Remerschen von der Seite, wie es sich in den vergangenen Tagen immer wieder gezeigt hat: nass, unberechenbar.

Eine Steilvorlage für die vier Ministerinnen und den österreichischen Generalsekretär Josef Plank, der seine Ministerin in Luxemburg vertreten hat. Auch wenn das Wetter nicht im Mittelpunkt des  zweitägigen informellen Treffens gestanden hat, so hat es doch eine Rolle gespielt. Man habe über „nationale Klimaanpassungsstrategien“ beraten, heißt es etwas verklausuliert in der Abschlusserklärung. Damit soll der Schutz und die Eigenvorsorge der Bürger vor Überschwemmungen verbessert werden.

Was das konkret bedeutet erläutert dann die luxemburgische Umweltministerin Carole Dieschbourg in dem Naturschutzzentrum am Rande eines ehemaligen Baggersees. Extremwetterereignisse habe es schon immer gegeben, doch mittlerweile träten sie drei bis vier Mal so häufig auf. Daher sollen Risikoanalysen Orte und dessen Bewohner besser vor Unwettern und deren oft verheerenden Auswirkungen schützen, sagt die Ministerin. Im Gegensatz zu den klassischen Hochwassern entlang der Flüsse könnten die Überflutungen durch Starkregen bislang noch nicht exakt vorhergesagt werden. Nötig sei, so Dieschbourg, dass der Ausbau von Orten anders als bisher geplant werden müsse.

Auch ihre deutsche Kollegin, Svenja Schulze (SPD) verweist auf Risikoanalysen, die verhindern sollen, dass Unwetter zu derart enormen Schäden führen, wie in den vergangenen Tagen. Anhand von verschiedenen Daten sollen Orte abschätzen können, wie groß die Gefahr ist, dass es zu Überflutungen und Hangrutschen kommen kann. Man müsse alles dran setzen, dass die Folgen des Klimawandels nicht noch schlimmer würden, sagte Schulze.

Denn darin waren sich alle Umweltpolitiker bei dem Treffen in Luxemburg einig: „Die Häufung der Unwetter sind eine Folge des Klimawandels“, wie die deutsche Umweltministerin es formulierte. Die Extremwetterlage mit den immer öfter auftretenden Starkregen sei zu erwarten gewesen. Die international vereinbarten Klimaschutzziele, dass die Erderwärmung nicht über zwei Grad steigen dürfe, müssten zügig umgesetzt werden, fordert Schulze. Derzeit sei man noch weit davon entfernt. Doch bis das Ziel tatsächlich erreicht ist, das dürfte noch einige Zeit dauern. Das weiß auch die Bundesumweltministerin. Bis dahin müsse man alles tun, um sich den Extremwetterlagen anzupassen. Mit anderen Worten: Die Menschen müssen damit leben, dass es häufiger Unwetter gibt. Man könne eben nur dafür sorgen, dass Schlimmste zu verhindern.

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