Solarenergie Neuer Standort für Schoenergie in Föhren: „Der Solar-Boom steht erst bevor“

Föhren · Rund zehn Millionen Euro hat die Schoenergie in ihren neuen Standort in Föhren investiert. Der Platzhirsch für Solarenergie-Anlagen in Rheinland-Pfalz hat viel vor.

 Rund zehn Millionen Euro hat der neue Standort der Schoenergie in Föhren gekostet. Das Unternehmen sieht noch ein enormes Wachstum auf die Branche der Solarenergie zukommen. Foto: Privat

Rund zehn Millionen Euro hat der neue Standort der Schoenergie in Föhren gekostet. Das Unternehmen sieht noch ein enormes Wachstum auf die Branche der Solarenergie zukommen. Foto: Privat

Foto: Schoenergie

Dass in der Sonne und ihrer Strahlkraft ein schier unerschöpfliches Potenzial steckt, davon waren die vier Schöller-Brüder Bernd, Erik, Gerd und Volker schon vor 15 Jahren überzeugt, als sie zusammen die Schoenergie 2008 in Föhren gründeten. Und der Erfolg ihrer Unternehmensgeschichte gibt Ihnen Recht: Allein seit dem vergangenen Jahr ist ihr Umsatz mit der Planung, Installation und Wartung von Solarstromanlagen für private, gewerbliche und Industrieanwendungen um rund 60 Prozent auf nun 105 Millionen Euro geschätzt fürs Gesamtjahr 2023 gestiegen.

Erstansiedlung im erweiterten Gewergebiet bei Föhren/Hetzerath

Vor sieben Jahren hatte das Unternehmen noch 30 Beschäftigte, mittlerweile sind es rund 280, 170 davon allein am Standort Föhren und die übrigen verteilt auf die fünf Niederlassungen in St. Ingbert, Bad Kreuznach, Mülheim, Bergisch Gladbach und Münster. Und weil das „enorme Wachstum“, wie Gerd Schöller bestätigt, noch kein Ende finden soll, hat das Unternehmen nun rund 10 Millionen Euro in seinen neuen Standort investiert. Und geht solar-technisch gleich mit gutem Beispiel voran: 350 Kilowatt Solarstrom kann der neue Standort erzeugen, und auf der nebenliegenden Freifläche soll ein Freiland-Modul weitere 500 Kilowatt Strom erzeugen.

Als Erstansiedlung im erweiterten Gewerbegebiet zwischen Föhren und Hetzerath sind nun erstmals alle Beschäftigten in einer Zentrale mit mehreren Bürogebäuden und einer Halle. Als Platzhirsch und Vorreiter seiner Branche in ganz Rheinland-Pfalz sind 700 Gäste samt Minister Michael Ebling und Staatssekretär Michael Hauer zur Schoenergie-Eröffnung am Freitag demnach nicht ungewöhnlich.

Allein 1000 Privatanlagen in diesem Jahr

„Auch wenn wir derzeit erstmals einen Nachfragerückgang bei Privatanlagen und verhaltene Investitionsneigung bei Großanlagen merken, so ist die Lage insgesamt doch echt gut“, sagt Schöller im TV-Gespräch. Allein 1000 Privatanlagen in diesem Jahr zeigen den Bedarf. „Man darf sich allerdings nicht täuschen lassen: Die Gesamtleistung der Privatanlagen beträgt mit zwölf Megawatt so viel wie eine Großanlage auf zwölf Hektar“, erklärt der Solar-Experte. „Dennoch: Jede kleine Anlage ist extrem wichtig für die Akzeptanz für die Energiewende.“

Deshalb denkt sich das Unternehmen auch zahlreiche Solar-Konzepte aus, um Strom aus Sonne noch attraktiver zu machen: „Wir entwickeln ein Konzept, an dem die Leute ihr E-Auto zum Beispiel auf der Arbeit aufladen und zu Hause in den Stromkreislauf abladen können – wenn sie selber keine Anlage haben“, sagt Gerd Schöller.

Noch wichtiger sieht er jedoch die Kommunalpolitik, wenn es um den privilegierten Zubau mit erneuerbaren Energien entlang von Schiene und Autobahn geht: „Wir alle wollen die Energiewende. Und da brauchen wir die Diskussion darüber, ob wir die Verantwortung übernehmen und schneller entscheiden.“

Solarenergie könnte Deutschlands Strombedarf komplett decken

Denn derzeit beträgt der bundesweite Anteil von Solarenergie am Energiemix mit elf Gigawatt etwa elf Prozent. In wenigen Jahren soll dieser Anteil verdreifacht werden. Und sie könnte sogar den gesamten Strombedarf decken – wenn man allein alle Dächer mit Modulen bestücken würden.

Deshalb erteilt der Schoenergie-Chef auch Alternativ-Diskussionen um etwa Bio-Diesel eine Absage: „Diesel-Fahrzeuge sind fahrende Heizungen. Der Wirkungsgrad beträgt nur 20 Prozent, die restliche Energie verpufft in der Luft“, erklärt Schöller. Mit einem E-Auto brauche er dagegen lediglich ein Zehntel des Stroms im Vergleich zum fossilen Kraftstoff. „Jeder logisch denkende Mensch kann dem nicht zustimmen. Hier gilt es zu gestalten statt zu verhindern.“

Folglich sieht die Schoenergie noch „ein enormes Wachstum vor uns“, sagt der Chef für die Branche und sein Unternehmen voraus. „Es gibt bereits eine Goldgräberstimmung um den Preis für verpachtete Flächen. Wichtig ist es hier regional zu denken und den Strom in der Region zu belassen.“

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