1. Nachrichten

Diese Lockerungen kommen in Rheinalnd-Pfalz in den nächsten Tagen

Kostenpflichtiger Inhalt: Coronavirus : Freibäder, Kinos und Saunen öffnen wieder (Update)

In welchen Stufen die Landesregierung in der Corona-Krise Lockerungen und Veranstaltungen ermöglicht.

Die rheinland-pfälzische Landesregierung präsentiert unter dem Titel „Zukunftsperspektive Rheinland-Pfalz“ ihre Vorstellungen für ein Alltagsleben mit dem Corona-Virus. Ein Mehrphasenmodell regelt schrittweise die Lockerungen für verschiedene Wirtschafts- undLebensbereiche. Gleichzeitig soll ein neues Testsystem garantieren, dass sich der Krankheitserreger nicht unkontrolliert ausbreitet. Ein Überblick.

Ich treibe in meiner Freizeit gerne Sport oder gehe aus. Was bringen mir die neuen Verordnungen?

Es gibt weitere Lockerungen. „Ab dem 27. Mai dürfen unter Auflagen unter anderem wieder Freibäder, Fitnessstudios, Kinos und Tanzschulen öffnen, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). Auch Vereinssport in Hallen sei dann wieder erlaubt. Konzepte erarbeiteten die Fachminister in den kommenden Tagen. Ab dem 10. Juni sind Hallenbäder, Saunen und Wellnessbereiche dran, die sich ebenfalls an Regeln wie Zugangskontrollen, Quadratmeter pro Person, Nachverfolgbarkeit, Abstandsregeln, Mund- und Nasenschutz halten. Ab dem 10. Juni dürfen auch Freizeitparks – wie der Eifelpark Gondorf – wieder Besucher empfangen. Genauso offen sind dann Innenanlagen von Zoos, die momentan in der Corona-Krise für Besucher tabu sind.

Was gilt für touristische Angebote?

Hotels dürfen wie bekannt am 18. Mai wieder Touristen beherbergen. Campingplätze können ab dem 10. Juni auch wieder Camper ohne eigene Sanitäranlagen willkommen heißen. Busreisen und Schiffstouren auf Mosel und Rhein sind erst ab dem 24. Juni unter Auflagen möglich. Ausflugsschiffe auf Mosel und Saar fahren, wie im TV am 13. Mai berichtet, bereits in den kommenden Tagen wieder.

Was ist mit der Kultur?

Theater, Oper, Konzerthäuser, Kleinkunstbühnen dürften ab dem 27. Mai öffnen. Nanu, Theater? Manfred Langner ist überrascht. Kein Wunder. Hatte Kulturminister Konrad Wolf doch keine zwei Wochen zuvor noch verkündet, dass „die Mehrspartentheater bis zum Ende der Saison sicherlich für das Publikum geschlossen bleiben.“ Dass nun doch wieder Aufführungen möglich sein sollen, „ist grundsätzlich eine positive Nachricht“, sagt der Trierer Theaterintendant, dessen Haus die Spielzeit inzwischen beendet hatte. Ein Großteil der Mitarbeiter ist in Kurzarbeit. Daran, dass die Spielzeit, die normalerweise Ende Juni endet, nun abgewickelt wird, ändern auch die neuen Lockerungen nichts. Möglich wären, wenn die Hygienebestimmungen umgesetzt werden können und der Infektionsschutz gewährleistet ist, allenfalls kleine Produktionen. Wie etwa „Ein ganz gewöhnlicher Jude“ oder vielleicht auch „Marlene“. Noch fehlen den Kulturschaffenden allerdings konkrete Infos zu den Auflagen, die an eine Öffnung geknüpft sind. Diese sollen in den kommenden Tagen und Wochen entwickelt werden. Bevor das Konzept steht, kann Langner nichts Konkretes sagen. Fest steht für ihn aber: „Wenn wir was machen, dann muss es für Mitarbeiter und Zuschauer so sein, dass sie das Theater mit Vergnügen und ohne Sorge besuchen können.“ Aus den gleichen Gründen kann sich auch Tobias Scharfenberger, Intendant des Mosel Musikfestivals, noch nicht dazu äußern, was die Lockerungen bedeuten. Dafür müsse er zunächst die Auflagen kennen. Ministerpräsidentin Malu Dreyer sagte: „Es gibt eine Vielzahl an kleinen Theatern, die Sicherheit wollen.“ Doch auch diese äußerten sich am Mittwoch verblüfft über die Öffnungen: „Die meisten Veranstaltungen haben wir schon abgesagt. Es ist etwas schwierig, jede Woche neu zu planen“, sagt Tufa-Chefin Teneka Beckers, die ebenfalls noch nicht abschätzen kann, was wieder möglich sein wird. Sie habe sich aber schon mal angesehen, wie viele Menschen in den großen Saal passen, wenn 1,5 Meter Abstand gewährleistet werden müssen: 38 Einzelpersonen oder geschätzt 50 Zuschauer, wenn Paare und Familien dabei sind. Natürlich gäbe es auch die Möglichkeit, den Hof mitzunutzen. Wie viel Kultur tatsächlich im Frühjahr und Sommer zu erleben ist, wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen.

Wie sieht es mit Veranstaltungen aus?

Bislang blieb offen, ab wie vielen Teilnehmern Veranstaltungen erlaubt sind – wie bei Konzerten oder privaten Feiern in einem Gasthof. Klare Antwort: Veranstaltungen sind im Freien ab 27. Mai wieder unter Auflagen mit bis zu 100 Personen erlaubt und ab dem 10. Juni mit bis zu 250. Innen sind Veranstaltungen unter Auflagen ab dem 10. Juni mit bis zu 75 Personen erlaubt, ab dem 24. Juni bis 150 Teilnehmer. In privaten Räumlichkeiten – sprich im eigenen Wohnzimmer, der Scheune oder Ähnlichem – gelten keine Regeln. Solche Feste sind lediglich nicht erwünscht.

Wer wird künftig getestet?

Prinzipiell kann das Land inzwischen 6200 Tests pro Tag vornehmen. Die Kapazität wird zeitnah sogar auf bis zu 6700 steigen. Getestet werden soll aber nach einem klaren Schema. „Denn wir bräuchten angesichts der geringen Infektionszahlen derzeit 4000 Test, um einen positiven Befund zu erhalten, wenn wir einfach in der Breite testen würden“, erklärte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD). Deshalb werden in Rheinland-Pfalz künftig neben Personen mit Kontakt zu Kranken (auch ohne Symptome) vor allem gefährdete Gruppen wie Menschen in Pflegeheimen durchgetestet, sollte auch nur ein Coronafall bekannt sein. Einen breit angelegten Test in diesem Gruppen würde es erst im Falle einer sogenannten „zweiten Welle“ geben.

Was bleibt auf unbestimmte Zeit verboten?

Großveranstaltungen sind bis zum 31. August verboten, sage Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Dazu zählt das Land Volksfeste wie größere Sportevents mit Zuschauern, Stadt-, Wein- und Dorffeste, die alle mindestens bis zum Sommer ausfallen dürften. Keine Idee existiert bislang, wie es für Discos, Clubs und Bordelle über den Sommer hinaus weitergeht. Sie bleiben daher geschlossen. Kontaktbeschränkungen – wie es das Gesetz in der Corona-Krise vorsehe – ließen sich dort schwer verwirklichen, sagte Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP).