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Dreyer: Höchstens 25 Gäste bei Partys

Virus : Steigende Corona-Zahlen von der Eifel bis Mainz – Dreyer fordert höchstens 25 Gäste bei Partys

Weil private Feiern die Corona-Infektionen von der Eifel bis nach Mainz steigen lassen, will die Ministerpräsidentin die erlaubte Teilnehmerzahl senken. Notfalls steuere das Land selbst nach.

Alarmstufe Rot im Eifelkreis Bitburg-Prüm, Alarmstufe Rot in Mainz: Immer mehr Kommunen in Rheinland-Pfalz wachsen die neuen Corona-Erkrankungen über den Kopf hinaus. Weil Städte, Dörfer und Kreise vor allem private Feiern als Grund für steigende Infektionen nennen, will Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) die erlaubte Anzahl an Partygästen eindämmen. 75 Teilnehmer seien derzeit in Rheinland-Pfalz erlaubt.   Am Mittwoch wolle sie sich mit Bund und anderen Ländern darauf verständigen, „die Teilnehmerzahl bei privaten Feiern drastisch zu reduzieren“. Dreyer nannte die Zahl von höchstens 25 Teilnehmern, die erlaubt sein solle. „Das wäre ein echtes Signal“, sagte die Triererin. Komme es nicht zu einer bundesweit einheitlichen Lösung, steuere Rheinland-Pfalz selbst nach, kündigte die Sozialdemokratin sogleich in Mainz an.

Nicht nur der Eifelkreis Bitburg-Prüm beschloss am Montag massive Einschränkungen. Die Landeshauptstadt Mainz hat mit über 60 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen den höchsten Wert seit Beginn der Pandemie erreicht und kündigte drastische Einschnitte an, die für zwei Wochen gelten.

In Mainz dürfen Gaststätten, Tankstellen, Kioske und Geschäfte zwischen 23 Uhr und 6 Uhr keinen Alkohol mehr ausschenken oder verkaufen. Gaststätten dürfen in dieser Zeit aber auch gar nicht mehr öffnen. Buffets in der Gastronomie sind verboten. Der Aufenthalt im öffentlichen Raum wird auf maximal fünf Menschen oder zwei Hausstände begrenzt. Veranstaltungen im Freien sind nur noch für 250 und nicht mehr für 500 Menschen gleichzeitig zulässig. Bei privaten Veranstaltungen sind nur noch maximal 20 erlaubt. Zuschauer sind beim Sport nur noch bei den Profis erlaubt – wie beim Fußball-Bundesligisten Mainz 05. Die Stadt begrenzt auch die Teilnehmerzahl in Kinos, Saunen und Theatern.  Spannend für unsere Region: Mainz dient als Blick in die Glaskugel, welche Einschränkungen drohen, falls auch eine Stadt wie Trier zum Risikogebiet werden sollte.

Als Hauptursachen für den Anstieg in der Landeshauptstadt nannte der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling „Party People“, Familienfeiern und Sport. Er hoffe, dass die Maßnahmen in dieser Härte bald greifen. Ziel sei es, dass Kitas, Schulen und der Handel offen bleiben könnten.

Der Vulkaneifeler FDP-Landtagsabgeordnete Marco Weber forderte vernünftige Regeln ein. „Wenn in Nürnberg die Corona-Zahlen steigen, darf das in Trier nicht zu Einschränkungen führen“ sagte er und kritisierte zugleich kleinteiligen Aktionismus wie bei der Sperrstunde. „Es ist unverständlich, dass ich in Mainz um 0.30 Uhr am Kiosk zwar ein Snickers kaufen darf, aber die Flasche Bitburger im Regal stehen bleiben muss. Solche Einschränkungen führen bei den Menschen zu Kopfschütteln. Maßnahmen müssen Sinn ergeben, sonst werden sie nicht akzeptiert.“

Um Infektionen besser nachverfolgen zu können, kündigte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) an, die Gesundheitsämter um weitere 50 Kräfte zu stärken. Das Land starte auch einen Aufruf an pensionierte Ärzte, die Ämter zu unterstützen. „Land und Kommunen arbeiten zusammen. Was wir entwickeln, greift gut und lässt uns mit Zuversicht vorangehen. Es kommt jetzt aber auf die Vorsicht von jedem Einzelnen und jeder Einzelnen an, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern“, appellierte Dreyer.

Laut Angaben des Gesundheitsministeriums sind derzeit 1853 Menschen in Rheinland-Pfalz am Coronavirus erkrankt. 83 Infizierte würden in Krankenhäusern behandelt, davon lägen 18 auf der Intensivstation. 13 Patienten müssten beatmet werden.