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Elf Millionen Euro Investitionen am Nürburgring: Diese Neuerungen stehen an​

Digitalisierung und Künstliche Intelligenz : Elf Millionen Euro Investitionen am Nürburgring: Diese Neuerungen stehen an

Am Nürburgring werden in den beiden kommenden Jahren insgesamt elf Millionen Euro zur völligen Digitalisierung der Nordschleife ausgegeben. Davon profitieren nicht nur Veranstalter von Rennserien. Das bedeutet die Investition für die Region.

In vier Jahren wird der Nürburgring 100 Jahre alt. Und es sieht so aus, also ob die Voraussetzungen für das zweite Jahrhundert der berüchtigten „Grünen Hölle“ besser sind, als man vor wenigen Jahren hätte annehmen können. Denn wenn der Ring für eines gut war, dann für Schlagzeilen aus dem Schmuddelkabinett von Wirtschaft und Politik.

Das ist für die Nordschleife am Nürburgring geplant

Der jetzige Betreiber, die Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG, arbeitet seit Jahren erfolgreich und mit Akribie daran, dem Ring die Attitüde des permanent klammen Wackelkandidaten zu nehmen. Noch in diesem Winter wird damit begonnen, die knapp 21 Kilometer lange Nordschleife, das „Herz“ der Rennstrecke, zu digitalisieren. Kamerabasiert und mit Hilfe künstlicher Intelligenz soll jeder Meter Rennstrecke bis zum Beginn der Saison 2025 erfasst werden.

Mit Hilfe sturmfester Masten, Glasfaser- und Stromkabeln sowie LED-Paneels für digitale Warnsignale wird eine neue Infrastruktur entstehen. Die Voraussetzungen dafür wurden in den beiden vergangenen Jahren in Zusammenarbeit mit dem IT-Konzern Fujitsu auf dem Streckenabschnitt „Döttinger Höhe“ geschaffen.

Ohne ein solches tragfähiges Konzept wird die größte Einnahmequelle des Arbeitgeber-Standorts in der Vulkaneifel auf Dauer versiegen. Denn der ganz große Taktstock wird nicht nur in Rennserien und Events wie „Rock am Ring“ geschwungen. Die anspruchsvollste Rennstrecke der Welt mit 92 Kurven und 560 Höhenmetern wird täglich von Versuchs- und Testfahrzeugen der großen Automobilhersteller als Gradmesser für die Sicherheit und Leistungsfähigkeit ihrer zukünftigen Modelle genutzt.

Warum die Erweiterung so wichtig ist

Im Nürburgring Gewerbepark haben Hersteller wie der Hyundai-Konzern Testcenter errichtet. Fahrzeuge mit regenerativen Antriebssystemen werden in Zukunft höchsten Sicherheitsansprüchen genügen müssen. Nur auf dem neuesten Stand der Technik wird der Ring weiter Scharfrichter für die Ingenieure sein können. Der VG-Rat Kelberg hat der Erweiterung des Gewerbeparks zugestimmt. Da sind Nachrichten wie die von gestern Katalysator für unternehmerische Entscheidungen. Die „Grüne Hölle“, wie sie Sir Jackie Stewart einst getauft hatte, blickt offenbar einer höllisch guten Zukunft entgegen.