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| 18:22 Uhr

Umwelt
EU-Parlament will Spritverbrauch noch drastischer einschränken

Brüssel. Zwischen 2021 und 2030 soll der CO²-Ausstoß von Autos um 50 Prozent sinken. Von Markus Grabitz

Wenn es nach der Verhandlungsführerin des Europaparlaments geht, sollen die Verbrauchsobergrenzen für PKW und leichte Nutzfahrzeuge nach 2021 drastisch verschärft werden. Die maltesische Sozialistin Miriam Dalli fordert, dass der CO²-Ausstoß der Neuwagenflotte eines Herstellers zwischen 2021 und 2030 um 50 Prozent gesenkt werden muss. Zwischen 2021 und 2025 soll der in CO2-Ausstoß gemessene Kraftstoffverbrauch um ein Viertel gesenkt werden. Diese Ziele sollen für alle neuen PKW und Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen gelten. Damit will die Verhandlungsführerin aus dem federführenden Umweltausschuss die Ziele, die die EU-Kommission vorgeschlagen hatte, noch einmal drastisch verschärfen. Die EU-Kommission hatte im November vorgeschlagen, dass die Neuwagenflotten bis 2030 30 Prozent weniger Kraftstoff verbrauchen dürfen als noch 2021. Für 2025 peilt die Kommission eine Einsparung in Höhe von 15 Prozent an.

Der Vorschlag, mit dem die Europa-Abgeordnete in die Verhandlungen mit den Regierungen der EU-Mitgliedstaaten ziehen will, stoßen bei dem Umweltexperten der deutschen Christdemokraten im Europaparlament, Jens Gieseke, auf das blanke Entsetzen. „Wer ernsthaft fordert, den Verbrauch bis 2030 zu halbieren, gefährdet mutwillig Tausende von Arbeitsplätzen in Europa.“ Elektromobilität, moderne Verbrenner und andere Innovationen müssten sich am Markt miteinander messen. „Wir brauchen keine Verbote, sondern fairen Wettbewerb um Innovationen“, sagte der Abgeordnete gegenüber unserer Zeitung.

Der Branchenverband VDA sieht es ähnlich. Dallis Vorschläge ließen „jegliches Augenmaß“ vermissen. „Es wird ein gefährliches Zahlenspiel auf Kosten einer Schlüsselindustrie und damit auf dem Rücken der Bürger gespielt“, heißt es in einer Erklärung des VDA. Letztlich gehe es Dalli darum, überstürzt den Abschied vom Verbrennungsmotor zu erzwingen. Dalli muss sich nun bemühen, eine Mehrheit im Europaparlament für ihre Vorschläge zu bekommen.

Erst danach können die Verhandlungen über die endgültigen CO2-Grenzen zwischen den Regierungen der Mitgliedstaaten und dem Europaparlament beginnen.