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Ex-Minister Deubel (SPD) muss hinter Gitter.

Nürburgring-Skandal : Man hängt nicht nur die Kleinen

Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen. So gerne dieser Spruch (nicht nur) an Stammtischen zum Besten gegeben wird, so falsch ist er – zumindest im Fall des ehemaligen rheinland-pfälzischen Finanzministers Ingolf Deubel.

Der einst hoch gelobte Experte im Kabinett Kurt Beck ist mit seiner Revision beim Bundesgerichtshof  gescheitert. Damit ist ein acht Monate altes Urteil des Koblenzer Landgerichts jetzt endgültig rechtskräftig. Der ehemals prominente SPD-Politiker Deubel muss wegen seiner Verwicklungen in den Nürburgring-Skandal für 27 Monate hinter Gitter – wegen Untreue und uneidlicher Falschaussage. Der Ex-Minister und -Nürburgring-Aufsichtsratschef hatte sich bei der gescheiterten Reaktivierung der legendären Rennstrecke zwar nicht selbst bereichert, dafür aber reichlich Steuergelder windigen Beratern hinterhergeworfen. Deubels Zeche dafür fällt hoch aus: Gefängnis, ein ruinierter Ruf, Verlust der Beamtenpension. Viel mehr Strafe geht nicht. Deshalb besteht nach dem jetzt bekanntgewordenen Beschluss zur Schadenfreude oder Häme auch kein Anlass. Die Botschaft ist: Der Rechtsstaat funktioniert.

r.seydewitz@volksfreund.de