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Verkehr
Für Motorradfahrer wird einiges getan

Ab ins Freie: Das zum Wochenende angesagte herrliche Frühlingswetter lockt auch die Motorradfahrer nach draußen.
Ab ins Freie: Das zum Wochenende angesagte herrliche Frühlingswetter lockt auch die Motorradfahrer nach draußen. FOTO: Bernd von Jutrczenka / dpa
Koblenz/Mainz. Es dröhnt und knattert wieder auf den Landstraßen in Rheinland-Pfalz. Zwischen Westerwald, Mosel, Pfalz und Rheinhessen hat die Motorradsaison begonnen. Zum Start gibt es einiges zu beachten, mahnen Verkehrswacht und ADAC. Und manche Strecke ist gänzlich tabu.

Rüttelstreifen, Bleche unter Leitplanken und Kunststoffträger: Mit allerlei Umrüstungen will der Landesbetrieb Mobilität (LBM) rheinland-pfälzische Straßen für Motorradfahrer sicherer machen. Mitarbeiter der Straßenmeistereien würden in Schulungen für das Thema sensibilisiert, teilte der LBM in Koblenz mit. Es sei inzwischen Teil der Ausbildung für Straßenwärtermeister. Bei Streckensanierungen solle darauf geachtet werden, wo beim Einbau von Asphalt Nähte entstehen könnten, ohne eine Gefahr zu sein.

Außerdem seien nach und nach Strecken mit einem Unterfahrschutz ausgerüstet worden. Er soll stürzende Motorradfahrer in Kurven vor den Pfosten von Leitplanken schützen. Eine weitere Maßnahme sind etwa quer in die Fahrbahn gefräste Rüttelstreifen. Sie haben die Aufgabe, Motorradfahrer vor Kurven zu warnen. Außerdem gibt es Teststrecken, auf denen die rot-weißen Warntafeln in Kurven nicht mehr auf Stahl-, sondern auf Kunststoffträgern sitzen. All das soll dazu beitragen, die Schwere der Verletzungen stürzender Motorradfahrer zu verringern.

Ganz vermeiden lassen sich Unfälle freilich nicht, das hat sich schon am vergangenen Osterwochenende gezeigt. Ein 65-Jähriger kam mit seinem Motorrad bei Bleckhausen (Kreis Vulkaneifel) ins Rutschen, prallte gegen mehrere Bäume und starb. Hinzu kamen über die Feiertage mehrere schwerverletzte Biker in Rheinland-Pfalz.

Eine Strecke im Pfälzer Wald ist – wie in den vergangenen Jahren üblich – seit dem 1. April an Samstagen sowie an Sonn- und Feiertagen wieder tabu für Biker – und zwar ein Abschnitt der Landesstraße 499 zwischen den Bundesstraßen 39 sowie 48 im Kreis Bad Dürkheim. Auf der Passage im Elmsteiner Tal war es immer wieder zu zahlreichen tödlichen Unfällen gekommen, dann wurde 1994 erstmals die Sperrung beschlossen. „Seitdem sind es wesentlich weniger Unfälle“, sagte eine Sprecherin der Kreisverwaltung. In vergangenen Jahren protestierten Motorradfahrer auch mal gegen die Sperrung. Zuletzt habe es aber keine größeren Aktionen gegeben, sagte die Kreissprecherin.

In der Eifel werde zudem über Sperrungen für Motorradfahrer im Bereich des Nürburgrings nachgedacht, sagte der Leiter der Verkehrswacht Mainz, Volker Weicherding. Da sei aber noch nichts entschieden. Am Ring selbst steht am 22. April anlässlich der Saisoneröffnung wieder der ökumenische Motorrad-Gottesdienst „Anlassen“ an. Erwartet werden einmal mehr Tausende Biker.

Ganz ohne ist der Neustart in die Saison selbst für erfahrene Motorradfahrer nicht, wie der ADAC Pfalz betont. Vor der ersten Fahrt sollte das Zweirad technisch überprüft werden, rät der Verkehrsclub. Gecheckt werden sollten dabei etwa Reifen, Kette, Kardanantrieb, die Batterie sowie alle Betriebsflüssigkeiten und die Beleuchtung.

Um das Gefühl für die Maschine nach der Winterpause wiederzugewinnen, seien zunächst kurze Ausfahrten zu empfehlen. „Zwar verlernt man das Motorradfahren nicht, aber Reflexe müssen trainiert werden“, betont der ADAC. Geübt werden könne zum Beispiel auf einem leeren Parkplatz, empfehlenswert sei auch ein Fahrsicherheitstraining.

Auch die Verkehrswacht Rheinland-Pfalz mahnt, nicht nur das Motorrad sollte zum Saisonstart fahrtüchtig gemacht werden. Auch die Fahrer selbst sollten gut vorbereitet und fit in die neue Saison gehen. Es sei wichtig, theoretische und praktische Fertigkeiten regelmäßig aufzufrischen, um im Ernstfall richtig reagieren zu können.

„Auch Autofahrer müssen sich erst wieder an Motorradfahrer auf den Straßen gewöhnen“, sagte Weicherding von der Mainzer Verkehrswacht. Biker seien oft schlecht zu sehen, hätten eine kleine Silhouette. Zudem sei die meiste Motorradkleidung dunkel. Zwar integrierten viele Hersteller mittlerweile Reflektoren in die Kleidung. Aber: „Wir empfehlen, grundsätzlich mit Warnweste zu fahren.“

Und noch etwas gilt es zu Beginn der Motorradsaison laut ADAC zu beachten: Vor allem im Frühjahr könnten Fahrtwind und Schattenflächen bei noch niedrigen Temperaturen stark abkühlen. Insofern sei warme Kleidung ratsam. Denn: Steifheit oder klamme Hände und Füße seien die schlechtesten Voraussetzungen für sicheres Fahren.

(dpa)