Fragen und Antworten GEZ in Deutschland – Wer keine Rundfunkgebühren zahlen muss

Genau 18,36 Euro werden pro Monat für den öffentlich-rechtlichen Rund­funk fällig. Doch warum müssen wir das eigentlich zahlen und wer kann sich davon befreien lassen?

Auch nach dem Start des neuen Bürgergeldes können sich bisherige Hartz-IV-Empfänger vom Rundfunkbeitrag befreien lassen. Wer bereits befreit ist, muss sich um nichts kümmern - die Umstellung erfolgt automatisch.

Auch nach dem Start des neuen Bürgergeldes können sich bisherige Hartz-IV-Empfänger vom Rundfunkbeitrag befreien lassen. Wer bereits befreit ist, muss sich um nichts kümmern - die Umstellung erfolgt automatisch.

Foto: dpa/Nicolas Armer

Mal wieder gehen gut 18 Euro vom Konto ab – zumindest bei allen, die Rundfunkgebühren bezahlen. Wer davon betroffen ist und wer nichts überweisen muss – wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Was ist die GEZ – und warum muss man zahlen?

Die Abkürzung GEZ steht für „Gebühreneinzugszentrale der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten“. Diese wurde 1973 gegründet und war bis Ende 2012 dafür zuständig, die Rundfunkgebühr einzuziehen. Seit Januar 2013 ist dafür der Beitragsservice verantwortlich, eine Gemeinschaftseinrichtung von ARD, ZDF und Deutschlandradio.

Die Rundfunkgebühr finanziert das Programm von ARD, ZDF und Deutschlandradio sowie die Landesmedienanstalten und muss theoretisch von allen Bürgern gezahlt werden, unabhängig davon, ob oder wie viele Fernseher oder Radios im Haus vorhanden sind. In Haushalten mit mehreren Personen, also Familien, Wohngemeinschaften oder Lebensgemeinschaften muss nur eine Person zum Rundfunkbeitrag angemeldet sein.

Wie viel muss ich zahlen?

Aktuell beträgt die Rundfunkgebühr 18,36 Euro pro Monat.

Wer kann sich befreien lassen?

Menschen, die irgendeine Form von Sozialleistungen erhalten, können sich vom Rundfunkbeitrag befreien lassen. Dazu gehören:

  • Bürgergeld
  • Hilfe zum Lebensunterhalt
  • Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung
  • Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz, Berufsausbildungsbeihilfe, Ausbildungsgeld, wenn die Empfänger nicht bei den Eltern wohnen
  • Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz
  • Blindenhilfe
  • Landespflegegeld
  • Hilfe zur Pflege oder Hilfe zur Pflege als Leistung für Kriegsopferfürsorge
  • Pflege­zulagen nach dem Lasten­ausgleichs­gesetz

Außerdem können sich folgende Personen befreien lassen:

  • Personen, denen wegen Pflege­bedürftigkeit ein Frei­betrag zuerkannt wird
  • Voll­jährige, die im Rahmen einer Leistungs­gewährung in einer stationären Ein­richtung leben

Wie sieht es bei Studierenden aus?

Grundsätzlich können Studierende nur von der Rundfunkbeitragspflicht befreit werden, wenn sie BAföG bekommen und nicht mehr bei den Eltern wohnen. Zwar gibt es einige Ausnahmen für Studis, die kein BAföG beziehen können, zum Beispiel weil sie ein Zweitstudium absolvieren oder die Altersgrenze überschritten haben. Die sogenannte Befreiung als besonderer Härtefall kommt allerdings nur in Ausnahmefällen in Betracht.

Ansonsten müssen auch Studierende den Rundfunkbeitrag zahlen. Wenn sie in einer WG wohnen, reicht es, wenn eine volljährige Person angemeldet ist. Im Elternhaus genügt der Beitrag der Erziehungsberechtigten.

Wie kann man sich vom Rundfunkbeitrag befreien lassen?

Der entsprechende Antrag kann online ausgefüllt, ausgedruckt, unterschrieben und mit den erforderlichen Nachweisen an den Beitragsservice geschickt werden. Das Formular gibt es auch bei den zuständigen Behörden der Städten und Gemeinden.

Beigelegt werden sollten in jedem Fall die Bescheinigung der Behörde oder der Bewilligungsbescheid sowie Nachweise, aus denen der Name des Leistungsempfängers, welche Leistung gewährt wird und der Leistungszeitraum ersichtlich sind.

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