Opfer der Wehrmachtjustiz Verurteilt aus „Gründen der Staatsgefährlichkeit“ – das Schicksal meines Vaters im Nationalsozialismus

Königsberg · Walter Schumitz war der unehelich geborene Sohn des jüdischen Kaufmanns Max Brandenstein. Weil er sich dem NS-Regime widersetzte, wurde er vom Kriegsgericht in Königsberg vor 80 Jahren wegen „Zersetzung der Wehrkraft“ verurteilt. Was dann geschah, beschreibt sein Sohn, der TV-Redakteur, Alexander Schumitz.

  Mein Vater Walter Schumitz war Obergefreiter bei der Luftwaffe. Er gehörte zum technischen Bodenpersonal. Das Bild zeigt ihn kurz vor seiner Inhaftierung in Königsberg.

Mein Vater Walter Schumitz war Obergefreiter bei der Luftwaffe. Er gehörte zum technischen Bodenpersonal. Das Bild zeigt ihn kurz vor seiner Inhaftierung in Königsberg.

Foto: Archiv Alexander Schumitz/Alexander Schumitz

Es ist der 30. November 1943. Die Folgen des tobenden Zweiten Weltkriegs sind in der Hauptstadt der preußischen Provinz Ostpreußen teilweise schon sichtbar. Zu Beginn des Angriffs auf die Sowjetunion im Sommer 1941 hatten bereits sowjetische Luftstreitkräfte die Stadt an der Pregelmündung kurzzeitig bombardiert.