2. Buchmesse Buch Regio Trier im Frankenturm

Bücher : Hochwald-Krimis, Kochbücher und Historisches

Es gibt nicht viele Orte, an denen Autoren aus der Region und darüber hinaus ihre Werke präsentieren können. Einer ist die Buchmesse Buch Regio Trier, die nun zum zweiten Mal im Frankenturm in Trier gastierte.

Andreas H. Buchwald musste erst arbeitslos werden, um seinen Traum vom eigenen Verlag und einem Leben als Schriftsteller zu verwirklichen. Im Jahr 2000 wurde der Schriftsetzer nicht mehr gebraucht. Arbeitslosigkeit, Pleite, das Haus weg. Er wusste, er wollte Bücher herausbringen. Seine eigenen und die von anderen. Aber wie? Dann traf er die Designerin Marion Christiansen. Sie entwickelte das Logo des AndreBuchVerlags und half ihm, sich zu vermarkten, als der Schriftsteller, der mit Hut auf Lesungen geht. Buchwald schreibt Bücher über das Leben, Lieben und Leiden der Menschen, die in Dörfern lebten, welche dem Kohleabbau in der DDR zum Opfer gefallen sind. Seine Vorbilder sind Dostojewski, Dickens, Böll. Seine Literatur soll „nah am Leben stehen“. Buchwald beschäftigt zwei, drei freie Mitarbeiter, seine Partnerin Barbara Scheck macht das Lektorat und die Korrektur. Neben seinen eigenen Büchern verlegt Buchwald auch Lyrik und Kinderbücher. Eine Mischung, die man öfter trifft auf der Buchmesse Buch Regio Trier am Freitag und Samstag im Frankenturm.

Zum zweiten Mal gab es die Literaturmesse im Frankenturm nun mit vielen Lesungen und freiem Eintritt. Organisiert wird sie von Stephan Moll, der den Kordeler Verlag S.MO betreibt, und von Hans-Peter Lorang. Moll verlegt vor allem regionale Krimis und Kinderbücher. Zwei seiner Autorinnen sind gekommen. Die Jugendbuch- und Krimiautorin Petra Horst sowie Resemie Kertels, die Bücher über Zeitreisen in die Römerzeit schreibt und römische Kinderspiele aus Holz baut. Hans-Peter Lorang schreibt unter anderem Hochwald-Krimis und historische Romane, die in der Region spielen. „Es war schlimm, in Trier nichts zu finden, wo regionale Autoren ihre Werke präsentieren können“, sagt Lorang, also haben sie eben selber etwas auf die Beine gestellt.

Dieses Jahr hätte es etwas besser laufen können, vielleicht 200 Gäste kamen vorbei, schätzt Lorang. Buchwald beschwert sich nicht. Er hatte seinen Stand gleich unten am Eingang in der untersten der drei Etagen im Frankenturm. „Es lief klasse. Wir haben richtig gut verkauft.“ Buchwald hat fast durch Zufall von der Messe erfahren, da er mal auf einer in Luxemburg war. Er kommt ja nicht aus der Region, sondern aus Schwaben. Aber es mag auch ein gutes Zeichen sein, wenn Aussteller so weit für eine Trierer Buchmesse fahren.

Gegenüber von Buchwald stehen Jeanette Lagall aus Koblenz und Marie Gräff aus Konz. Beide schreiben in ihrer Freizeit und verlegen ihre Bücher selbst. Lagall schreibt viktorianische Fantasy-Romane und über Vampire in Koblenz. Mit E-Books fing sie an, „aber wenn man nur bei Amazon ist, kommt man nicht in den Buchhandel“. Also hat sie ihre Bücher in Polen drucken lassen und mit Nova MD einen Distributor gefunden, der den Büchern eine ISBN-Nummer gibt und sie vertreibt. Gräff schreibt historische Fantasy, etwa über den Hungerwinter 1817 in der Eifel. Ihre Bücher vertreibt sie über die Self-­Publishing-Plattform Books on Demand. Dort werden die Bücher erst gedruckt, wenn sie bestellt werden.

Einer der größeren Verlage auf der Buch Regio war der Verlag Weyand von Michael Weyand. Er beschäftigt vier Angestellte. Der Verlag agiert auch als Medienagentur und bietet die komplette Bandbreite im Print- und Web-Bereich von der Konzept-Erstellung über die Gestaltung bis zur Produktrealisierung an. Er gibt Kochbücher heraus, Moselkrimis, etwas über das Trierer Original Fischers Maathes sowie regionale schwere Tourismus-Bildbände wie „Das stille Tal der Kyll – Geschichte, Dichtung, Malerei, Musik.“ Über 200 Titel gibt es mittlerweile.

Christine Reiter hingegen gibt nur ein Buch pro Jahr heraus. In der Volkshochschule Trier gibt sie mit ihrem CTM LeseKultur-Institut Kurse für kreatives Schreiben. Einmal im Jahr veröffentlichen dann alle Teilnehmer ihre Geschichten in einer Anthologie. Einer der ältesten Verlage auf der Messe mag die Édition trèves sein, die von Ursula Dahm vertreten wird. Seit 45 Jahren gibt es den Verlag, der zu den Gründungsvereinen der Tufa gehört. Veröffentlicht werden unter anderem Werke über politische Menschen.

Michael Weyand hat mit seinem Verlag über 200 Titel auf den Markt gebracht. Foto: Jan Söfjer
Jeanette Lagall (links) und Marie Gräff verlegen ihre Bücher selbst. Foto: Jan Söfjer
Bei der zweiten Trierer Buchmesse im Frankenturm gab es an beiden Tagen viele Lesungen. Hier liest Helke Salzburg. Foto: Jan Söfjer

In der obersten Etage präsentierten vor allem einzelne Autoren ihre Werke. Von lustigen Liebesromanen über die Heilkraft des Knoblauchs bis hin zur Geschichte eines kleinen, krummen Weihnachtsbaums.

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