4000 hängen an des Kaisers Lippen

Musik : Schlager in der Arena Trier - 4000 hängen an des Kaisers Lippen

Bei Roland Kaiser in der Arena Trier waren alle Generationen vertreten. Mit seiner Musik und Show geht der Schlagerstar mit der Zeit.

Ein kleines Mädchen, vielleicht fünf oder sechs Jahre alt, sitzt auf den Schultern ihres Vaters während des Konzerts von Roland Kaiser. Sie strahlt und viele der Lieder, die sie an diesem Abend hören wird, werden ihr in Erinnerung bleiben. Denn so ist es vielen gegangen, die das Konzert besuchen. Als Kinder haben sie „Santa Maria“ oder andere Stücke von Roland Kaiser samstags abends nach dem Baden in der Hitparade gehört, dort war Roland Kaiser 67 mal zu Gast, oder im Radio.

An den verschiedenen Altersgruppen im Publikum – es geht von Anfang 20 bis Ende 70 und es sind neben Frauen auch etliche Männer da – sieht man, dass Roland Kaiser mit seiner Musik generationenübergreifend ankommt. Dabei biedert er sich seinem Publikum nicht an. Er steht auf der Bühne im dreiteiligen Anzug, so wie er es schon immer gemacht hat. Zudem pflegt er eine persönliche Beziehung zu seinem Publikum. Er nimmt sich während des Konzerts Zeit für ein Foto eines Fans, und meint mit einem verschmitzten Lächeln: „Ich kann mich auch noch mehr in Pose stellen.“ Er bietet seinen Besuchern auch das „Du“ an, indem er erklärt: „Ihr könnt mich Roland nennen“. Anschließend bedankt er sich und sagt, „dass solche Abende zu dem Wichtigsten in meinem Leben zählen“. Das glaubt man ihm, denn er ist präsent auf der Bühne, strahlt eine gewisse Leichtigkeit aus, lächelt viel und geht mit der Musik mit. Seine Stimme ist während des Konzerts tief, ausdruckvoll und lässt an Intensität nicht nach.

Auf die Bühne, die mit modernen, grafischen Elementen gestaltet ist, kommt der Schlagerstar mit dem Stück „Dich zu lieben“, das mit einem E-Gitarrensound verfremdet ist. Die Fans erkennen es natürlich gleich und singen sofort mit. Bei den ersten Songs stehen schon sehr viele, es werden Leuchtstäbe hoch gehalten und Leuchtkrönchen strahlen in der Arena.

An sein Publikum gerichtet sagt er: „Meine Lieder haben auch mal erotische Inhalte, und viele fragen sich ‚Hat er das alles selbst erlebt’? Wenn das so wäre, müsste ich ja 166 Jahre alt sein und nicht 66.“ Dazu ergänzt er: „Aber einiges habe ich schon selbst erlebt, ich sage nur nicht was“ und stimmt ins nächste Lied „Wir sind Sehnsucht“ ein. Er singt Stücke aus seinem gesamten Repertoire. Dabei gelingt es ihm und seinen Musikern, dass die Stücke nicht angestaubt klingen, indem beispielsweise Gitarren- oder Saxofon-Solos eingestreut sind, das Tempo ein wenig verändert ist oder die Akzente verlagert sind, so dass die Stücke zeitgemäß klingen, ohne dass sie ihren Charakter verlieren. Leichte Trommelwirbel, eindringlich-gefühlvolle Sopransaxofon-Solos oder die eingesetzten Streicher tragen dazu bei. Roland Kaiser führt zum Thema Liebe aus, dass man im Leben ein paar Lieben habe. Wenn man großes Glück habe, sei sogar eine Lebensliebe dabei. Das gelte auch für Musiker. Man könne ein paar Hits haben, aber mit großem Glück sei eben auch ein Lebenslied dabei. Während er das sagt, klingen aus dem Hintergrund die ersten Takte „udada, umdada, umdada uh ah“, eines seiner beiden Lebenslieder. „Santa Maria“ wird gespielt, und sein zweites „Warum hast du nicht nein gesagt“, folgt wenig später.

Die Fans, die inzwischen ganz nah an der Bühne stehen, singen lauthals mit. Und dieser Abend hat sowohl den über 70-Jährigen als auch dem kleinen Mädchen viele schöne Momente gegeben.