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Achim Weinzen: Mit Trier-Hymne zum Erfolg

Musik : Achim Weinzen: Mit Trier-Hymne zum Erfolg

Achim Weinzen hat einen festen Platz in der Trierer Musikszene. Sein neues Album „Tu es jetzt“ ist vor einigen Wochen herausgekommen. Seiner Linie, Themen aufzugreifen, die „nah an der Straße sind“, ist er treu geblieben.

Seine erste Gitarre hat sich Achim Weinzen selbst verdient. In der Fasshalle der Bitburger Brauerei hat er gearbeitet und das bekommene Geld gleich in sein Herzensinstrument investiert. Seiner Familie, die aus der Eifel stammt, hat das nicht so sehr gefallen. Die Posaune, die Trompete oder das Akkordeon hätten sie viel lieber gesehen. Mit letzterem hat er es mit acht, neun Jahren auch für zwei Jahre probiert, aber es war einfach nicht seins.

Die Musik hat aber immer eine wichtige Rolle in seinem Leben gespielt. Mit drei Jahren hat er leidenschaftlich Heintje gehört und sogar auf dem Marktplatz von Kruchten gesungen. Er selbst sagt: „Das Akkordeon hat mir im Nachhinein bei der Musiktheorie einiges gebracht.“

In der ersten Tanzband spielte er im Teenageralter, parallel startete er die eigene Band „Merlix“, die bis heute besteht und sich etwa zweimal im Jahr trifft. „Erst haben wir englische Rock-Pop Songs gemacht, sind dann aber auf Deutsch­rock umgestiegen“, berichtet er und fügt hinzu: „Mit dem rudimentären Schulenglisch konnten wir uns einfach nicht so ausdrücken wie in Deutsch.“

Wie gut er sich ausdrücken kann, zeigt er in seinen Songs, unter anderem in „Trier“, die eine Hymne an die Stadt ist und an der man schwer vorbeikommt. Darin beschreibt er die „alte, junge Stadt“, die von einem „Hauch Vergangenheit umweht ist“ und in der er sich unheimlich wohlfühlt.

Seine persönlichen Lieblingsplätze in Trier sind die Blumenwiese bei Mariahof und sein Zuhause in der Innenstadt, indem sich die Liebe zur Stadt ebenfalls widerspiegelt. Etwa in den kleinen 30 mal 30 Zentimeter großen Bildern, die ihm eine Freundin gemalt hat, und die Sehenswürdigkeiten in Schwarzweiß zeigen. Bilder von Gesangskollege Steff Becker hat er in seiner Küche, in der er auch häufig Gitarre spielt.

Vom Erfolg des Liedes, dass zwar nicht in den Charts war, aber von einigen Radiosendern gespielt wird, wie auch einiges andere von seiner neuen CD, war er schon überrascht. „Mir ist das Stück auf dem Fahrrad nach Ruwer eingefallen, und davon, welche Kreise es zog und mit welchen Superlativen da gearbeitet wurde, das hatte ich nicht erwartet.“ Weiter stellt er aber auch augenzwinkernd fest: „Im Nachhinein muss man aber schon sagen, der Song ist einfach gut und hat ansprechende Komponenten, wie Text, Melodie, Arrangement und Instrumentierung.“

In der Eifel hat er seine Wurzeln, aber er hat ein zwiegespaltenes Verhältnis zu ihr. Bitburg hat er ein Stück gewidmet, die Eifel mit Silvia Nels besungen und unter der Marke Eifelgefühl werden seine CDs vertrieben, aber dort leben möchte er nicht mehr.

Die Musik ist für ihn „ein Ventil und Zuflucht im Alltag, etwas, was einen erdet, runterbringt und schöne Dinge klanglich untermalt. Zudem macht es Spaß, darin kreativ zu sein.“ Seine Zuhörer will er mitnehmen, ihnen zeigen, dass die lebensnahen Geschichten jedem passieren und Musik auch ein emotionales Transportmittel ist.

Pro Jahr hat Achim Weinzen rund 100 Auftritte. Sehr gerne erinnert er sich an das Sprudelfest in Gerolstein, bei dem er mit seiner Band den Support gewonnen hatte und vor 16 000 Zuschauern gespielt hat. „Jörg Pilawa hat uns anmoderiert und Jule Neigel, Zucchero und Peter Maffay sind an diesem Abend ebenfalls dort aufgetreten. Das war schon sehr besonders.“

Musikalisch weiterentwickelt hat sich Achim Weinzen vor allem, indem seine Texte positiver geworden sind und er gerne auch mal klassische Elemente, etwa von Bach, mit einfließen lässt. In seinem „Ich will mehr“, das er schon vor 25 Jahren eingespielt hat und das jetzt auf der neuen CD ist, kann man das deutlich hören.

Seine Wünsche: Mit Wolfgang Niedecken oder mit Brings würde er gerne mal auf der Bühne stehen und er würde gerne Sprachen lernen.

Seine neue CD heißt „Tu es jetzt“. Man kann sie bei „Eifelgefühl“ für 14,50 Euro bekommen.