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Auf Netflix läuft Capitani: Eine Krimiserie aus Luxemburg

Filmserien : Ein farbig-buntes Puzzlespiel

Kommissar Luc Capitani – gespielt von Luc Schiltz – kommt aus dem Süden Luxemburgs. Er soll im Norden des Landes zum Tod der 15-jährigen Jenny Engel (Jil Devresse) ermitteln.

Der Tatort liegt in einem Wald, nahe des fiktiven Ortes Manscheid. Hier trifft Capitani auf die Polizistin Elsa Ley (Sophie Mousel).

Natürlich treffen hier zwei Welten aufeinander. Ley ist in Manscheid aufgewachsen, kennt quasi jeden – und sei es nur, weil ihre Mutter Christiane (Nicole Max) bestens über alle Gerüchte im Dorf informiert ist. Für Capitani ist sie der Schlüssel zu den Ermittlungen. Sie öffnet ihm Türen, hilft beim Einordnen der Ermittlungsergebnisse. Und so wandelt sich anfängliche Abneigung peu à peu in professionelle Sympathie.

Das hat seinen Grund: Beide haben ihre Geheimnisse, hinter die der Partner nach und nach kommt. Elsa Ley ist schwanger und träumt gemeinsam mit ihrem Freund Steve Weis (Konstantin Rommelfangen, der in Trier geboren wurde) von einem Einfamilienhaus. Als Soldat versucht Weis immer wieder die Ermittlungen von Ley und Capitani zu behindern. Denn auch er hat ein Geheimnis, das er für sich behalten will.

Luc Capitani trifft mit Sofia Santos (Brigitte Urhausen) eine verflossene Liebe wieder. Sie war 15 Jahre zuvor einfach untergetaucht – nachdem der Drogendealer Vincent Da Costa verschwunden war. Nun wurde seine Leiche gefunden. Und damit kommt Diane Bonifas (Désirée Nosbusch) ins Spiel. Sie ist Schiltz’ frühere Chefin und ermittelt wegen des Mordes an dem Dealer. Und eine Spur führt zu Capitani.

Auch die Ermittlungen sind ein großes Puzzlespiel. Wer ist die Tote? Welches Spiel treibt der Ex-Bürgermeister, welches der neue, durch eine Intrige an die Macht gekommene Bürgermeister, der auch der Vater der Toten ist? Wer verkauft die Drogen im Ort? Und natürlich: Wer hat Jenny auf dem Gewissen?

Capitani ist eine luxemburgische Krimiserie. Regisseur der zwölf Serienteile der ersten Staffel ist Christophe Wagner. Das Drehbuch haben Thierry Faber, Eric Lamhène und Christophe Wagner geschrieben. Das Budget lag bei rund 2,6 Millionen Euro; 80 Prozent der Kosten hat der Film Fund Luxembourg übernommen.

Was diese liebevoll inszenierte Krimiserie von anderen Produktionen abhebt, ist ihre Farbigkeit. Statt die Geschichte in düsteren, grauen Farben zu erzählen, greifen die Filmemacher in den Farbtopf und lassen sprießendes Leben zu: Ein Buchenwald im Frühlingsgrün, spielende Kinder auf den Dorfstraßen und immer auch ein Quentchen Humor. Wer Krimis liebt, wird auch in diesem Fall gerne die Ermittlungen am Fernsehgerät aufnehmen. Alexander Schumitz

Die erste Staffel der Serie „Capitani“ läuft zurzeit auf der Streming-Plattform Netflix.