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Konzerte
Barock und Rock, kreuz und quer

Sänger und Schauspieler Dominique Horwitz (Mitte) tritt beim Sonderkonzert zum Karl-Marx-Jahr gemeinsam mit der Lautten Compagney aus Berlin auf.
Sänger und Schauspieler Dominique Horwitz (Mitte) tritt beim Sonderkonzert zum Karl-Marx-Jahr gemeinsam mit der Lautten Compagney aus Berlin auf. FOTO: TV / Christoph Krey
Trier. Ein außergewöhnliches Programm  erwartet die Besucher beim Mosel Musikfestival am Sonntag  im Theater Trier mit Stammgast Dominique Horwitz, der Lautten Compagney und anderen Stars. Von Dirk Tenbrock

Wo bin ich denn hier eigentlich? Das ist die Frage, die sich das Publikum am Sonntagabend im Theater Trier stellen soll, wenn die Lautten Compagney aus Berlin und Tausendsassa Dominique Horwitz zum „Karl Marx träumt vom Sommer“-Event bitten. Eine Art musikalische Revue soll es werden, neben dem Berliner Barock-Orchester und dem Sänger-Schauspieler (der unlängst noch mit seinen Brel-Konzerten die Trierer von den Sitzen riss) treten  die Sopranistin Marielou Jacquard und die Puppenspielerin Suse Wächter auf die Bühne des Großen Hauses.

Im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund verrät der in Trier aufgewachsene Gerd Amelung, einer der drei Cembalisten des Ensembles, was von diesem Hybrid-Format zu erwarten ist. Amelung selbst hat in Trier den Grundstein zu seiner Musikerkarriere gelegt. Als Unterstufen-Schüler am FWG hatte er Klavierunterricht, seine Liebe zur Barockmusik verdankt er aber einem besonderen Umstand:  „Als ich das Spinett meiner Großtante gesehen habe, war es um mich geschehen.“

Gerd Amelung ist selbst beim Konzert am Sonntag nicht dabei, verspricht aber ein Fest für alle Sinne: Musik aus der Shakespeare-Zeit und ein Sommernachtstraum-Elfenreich mit Puck und Titania, Begegnungen mit Marx, Freud und Michael Jackson, Verschmelzung von Traum und Realität, von Schau- und Puppenspiel und Musik und Gesang. „Der Bogen ist ganz weit gespannt“, sagt Amelung. Zwar liege der Schwerpunkt auf barocker Musik, es seien aber auch „ver-barockte“ Schlager zu hören, „Flugzeuge im Bauch“ von Herbert Grönemeyer beispielsweise. Hört sich seltsam an, ist es auch; aber ein großes Vergnügen, wie Amelung versichert, ein unvergleichliches Live-Erlebnis auf jeden Fall. Im Herbst erscheint gleich ein ganzes Album der Lautten Compagney namens „War & Peace“ mit Liedern von Holländer und Eichler im barocken Stil.

Das Orchester aus Berlin ist eines der renommiertesten und kreativsten deutschen Barockensembles, das seit vielen Jahren Gast des Mosel Musikfestivals ist. Wo immer im deutschsprachigen Theater Figuren, Puppen oder Masken benötigt werden, gilt Suse Wächter als allererste Adresse.  Bereits seit ihrem zwölften Lebensjahr steht die in Paris und Berlin ausgebildete junge Mezzosopranistin Marielou Jacquard auf der Bühne. Seit 2014 arbeitet sie regelmäßig mit der Lautten Compagney. Und Dominique Horwitz ist fast schon Stammgast in Trier und an der Mosel, derzeit fokussiert sich der gebürtige Pariser sehr auf den Gesang und die Rezitation, auf Cross-Over-Projekte.

Bei Karl Marx fällt Amelung ein, wie sie nach seinem Abi am FWG 1994 auf dem Schulhof eine kleine rosa Marx-Büste installiert hätten, die dann aber ein Jahr später wieder verschwunden war. Wenn er sich heute die riesige Marx-Statue anschaue, müsse er schmunzeln, sagt Amelung, wie sich die Zeiten und Einstellungen in Trier doch gewandelt hätten. Und er versichert, dass sich Regisseur Christian Filips einige schöne Assoziationen zu Karl Marx habe einfallen lassen: „Lassen Sie sich überraschen!“

Karten: TV-Service-Center Trier, unter der TV-Tickethotline 0651/7199–996 sowie unter www.volksfreund.de/tickets

Der aus Trier stammende Cembalist Gerd Amelung.
Der aus Trier stammende Cembalist Gerd Amelung. FOTO: Lautten Compagney Berlin