Billy Talent im Luxemburger Club Den Atelier.

Konzert : Billy Talent in Luxemburg: Die heißeste Party des Sommers (Fotos)

Eine Band, zwei ausverkaufte Luxemburg-Shows in Folge, 23 Songs, gefühlt 40 Grad: So war’s bei den kanadischen Alternative-Rockern Billy Talent im „Atelier“.

Irgendwann ist alles egal, auch stocknüchtern, an einem Abend unter der Woche. Wie man riecht, tanzt, tropft. Ein paar Jungs haben sich längst oben freigemacht, der Rest schwitzt tapfer davor, daneben, dahinter. Gefühlt sind es 40 Grad im rappelvollen Luxemburger „Atelier“ – und das schon lange bevor die kanadischen Punkrock/Alternative-Größen Billy Talent bei den Zugaben noch mal mit den Hits „Red Flag“ und „Fallen Leaves“ den letzten Aufguss macht.

Kurze Verschnaufpause bei einer Ansage von Sänger Benjamin Kowalewicz. „Wisst ihr, dass das wir morgen noch mal hier spielen?“, sagt er bei der Show am Dienstag. Klar, die meisten schon. Schleßlich war das die Zusatzshow, nachdem das Konzert am Tag darauf ruckzuck ausverkauft war. „Vielleicht bleiben wir ja noch länger hier. Wenn man als Kanadier einen Nachbarn wie Trump hat, ist es immer schön, weit weg zu sein“, sagt er. Auch wenn er eine Sache vermisst, ohne die auf der anderen Seite des Atlantiks nichts läuft. „Warum habt ihr keine Klimaanlage?“ Auch wenn die Sauna-Temperaturen der Stimmung sicher nicht schaden.

Knapp zwei Dutzend Songs spielen Billy Talent im Atelier, von frühen Stücken wie „Try Honesty“ bis zu Songs vom noch aktuellen Album „Afraid of Heights“ von 2015 – auf den Punkt, mit jeder Menge Leidenschaft und mit hohem Wiedererkennungswert, nicht nur wegen der melodieseligen Gitarrenlinien von Ian D’Sa. 2003 starteten die Kanadier mit ihrem Debüt Billy Talent I durch – es sind durchaus einige Fans der ersten Stunde da. Viele andere im Publikum waren damals aber noch zu klein, um sich dran erinnern zu können.

Bei einigen Songs – wie dem Klassiker „Rusted from the Rain“ – trommelt Original-Schlagzeuger Aaron Solowoniuk mit, bei dem vor vielen Jahren Multiple Sklerose diagnostiziert wurde. Bei den anderen Stücken im gut anderthalbstündigen Konzert wird er würdig von Jordan Hastings vertreten.

Die kanadische Band Billy Talent beim ersten von zwei ausverkauften Auftritten im Luxemburger "Atelier". Foto: Andreas Feichtner. Foto: TV/Andreas Feichtner

Eine Band dieser Größenordnung in einem kleinen Rahmen wie dem „Atelier“ zu sehen, ist ein Glücksfall – am vergangenen Wochenende spielte die Band noch als Headliner vor Zehntausenden bei den Southside/Hurricane-Zwillingsfestivals. So nutzen viele große Bands die Wochentage zwischen den Festivals  für intimere Clubshows auf der kleinen Bühne. Das „Atelier“ gehört zu den beliebtesten Adressen. Heißer wird der Sommer wohl jedenfalls nicht mehr.

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