Der Kunstpreis Robert Schuman wird vergeben

Preise : Der Kunstpreis bringt Europa zusammen

Spiegel der großregionalen Kunstszene, Beitrag und Ausdruck europäischer Solidarität: Metz richtet den Robert Schuman-Kunstpreis 2017/18 aus.

Zum 13. Mal wird in diesem Jahr der Kunstpreis Robert Schuman – Prix d`Art Robert Schuman vergeben. Er ist der wichtigste Kunstpreis der Großregion. Ausrichterin des alle zwei Jahre ausgelobten Wettbewerbs ist in diesem Jahr die Stadt Metz.

Die Hauptstadt des Départements Moselle ist mit Luxemburg, Saarbrücken und Trier eine der vier Städte, die gemeinsam die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung stiften. „Europa lässt sich nicht mit einem Schlage herstellen und auch nicht durch eine einfache Zusammenfassung. Es wird durch konkrete Tatsachen entstehen, die zunächst eine „Solidarität der Tat schaffen“, hatte seinerzeit der Namensgeber des Preises hellsichtig vorausgesagt.

Der Quattropole-Preis ist gleichermaßen Modell wie Beitrag einer solchen „Solidarität der Tat“ wie er Ausdruck eines gemeinsam gestaltenden Willens als Bedingung eines nicht nur formal vereinten Europas ist. Der seit 1991 vergebene Kunstpreis, der 2007 nach Trier an die Multimedia Künstlerin Pia Müller ging, spiegelt zudem das vielfältige zeitgenössische bildkünstlerische Arbeiten der Großregion wider und ermöglicht damit künstlerischen Austausch und Begegnung. Jeweils vier von einem Kurator oder einer Kuratorin ausgewählte Künstler schickt jede der beteiligten Städte in den Wettbewerb.

Für die Stadt Trier hat diesmal Sebastian Böhm die Teilnehmer ausgesucht. Für den Trierer Maler, der selbst 2013 für den Kunstpreis nominiert war, ist die Kunst weniger Ausdruck politischen Engagements oder gesellschaftskritischer Botschaften, als Mittlerin im zwischenmenschlichen Dialog. Für Böhm begegnen sich im Kunstwerk Künstler und Betrachter. „Als Maler ist für mich die Kunst Ausdruck innerer Prozesse. Sie ist gleichsam ein persönliches System zur Ordnung von Empfindungen“ sagt der Maler. Entsprechend hat er die Trierer Kandidaten für den Wettbewerb ausgewählt.

Bei den vier Positionen hat Böhm neben Qualität auf Vielfalt Wert gelegt. Klaus Maßem und Werner Müller beeindrucken den Kurator durch ihre Eigenständigkeit und Stringenz, mit der die beiden ihr Werk vorantreiben, ohne nach dem Kunstmarkt zu schielen oder sich modernistischen Trends anzuschließen.

Den aus Trier stammenden und in Berlin lebenden Matthias Platz zeichnet für Böhm sein eigenwilliges medienübergreifendes Schaffen aus. Als Außenseiter und Mittler zwischen den Kulturen hat der Kurator den in Trier lebenden afghanischen Zeichner und Maler Salman Rezai nominiert. Dessen Arbeiten sind für ihn nicht allein Ausdruck einer fremden Kultur. Sie sollen den Betrachter zudem anregen, sich mit der eigenen Kultur und Identität auseinanderzusetzen. Im Rahmen einer Wettbewerbsausstellung werden in Metz ab dem 19.Januar alle 16 Künstler präsentiert.

Klaus Maßem ist Zeichner. Der 1955 in Trier geborene Künstler, der heute in Schillingen im Hunsrück lebt und an der Hochschule Trier Grafikdesign studierte, arbeitet seit 1984 als freier Künstler. Maßem arbeitet mit unterschiedlichen Techniken, zu denen Tusch- wie Laserstrahlzeichnungen gehören. Maßems Grundelement ist die Linie, in deren Netzwerk und Dynamik er das ganze Spektrum menschlicher Empfindungen sichtbar macht.

Werner Müller: Auch der Ramboux-Preisträger der Stadt Trier gehört zu den konsequentesten Künstlern der Region. Im Werk des Bildhauers und Malers hängen sämtliche Werkgruppen eng zusammen. Die mit großer Bedachtsamkeit ausgeführten Arbeiten sind stets Grenzgänger zwischen Malerei und Bildhauerei, Zeugnis der Innen-und Außenschau ihres Schöpfers. Der 1958 geborene Künstler bleibt stets der Natur verpflichtet.

Matthias Platz: Mit dem unzulänglichen Zustand der ihn umgebenden Wirklichkeit und den Befindlichkeiten der Menschen darin setzt sich Matthias Platz multi-medial auseinander. Der 1975 in Trier geborene Künstler, der heute in Berlin lebt, studierte zunächst an der Hochschule für Bildende Kunst Bremen und von 2001 bis 2008 an der Universität der Künste Berlin. Sein Werk, das vom Film bis zum Theater- und Hörspielprojekt reicht, beeindruckt durch Originalität und Ausdruckskraft.

Salman Rezai. Der 1997 geborene Afghane, der in Teheran seine schulische Ausbildung abschloss, kam als Flüchtling nach Trier, wo er seit 2015 lebt. Der Maler und Zeichner absolvierte einen Arbeitsaufenthalt bei VGK-Art in Context in Berlin und erhielt zudem ein Stipendium der Europäischen Kunstakademie Trier. Als Auszubildender arbeitet er derzeit bei den Glaskunstwerkstätten Binsfeld in Trier. Seine Arbeiten sind geprägt von der Sehnsucht nach Sicherheit, Schönheit und menschlicher Wärme.

Die Ausstellung wird eröffnet mit der Vernissage am 18. Januar um 18 Uhr in der Galerie der Kunsthochschule Metz, 1 rue de la citadelle. Sie ist dann vom 19. Januar bis 4. März an unterschiedlichen Standorten in Metz zu sehen. Die Öffnungszeiten: dienstags bis samstags 10 bis 18 Uhr. Eine Übersicht  mit allen Standorten findet man auf quattropole.org

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