Der Staatspreis Rheinland-Pfalz für das Kunsthandwerk 2019 wird in Trier verliehen

Design / Kunsthandwerk : Hochwertig, formschön und alltagstauglich

Der Staatspreis für das Kunsthandwerk 2019 ist im Städtischen Museum Simeonstift in Trier verliehenworden. Eine Ausstellung gibt nun einen Überblick über die im Wettbewerb eingereichten Arbeiten.

Erstmals wieder nach zwölf Jahren wurde jetzt der vom Land Rheinland-Pfalz alle drei Jahre ausgelobte und mit 15 000 Euro dotierte Staatspreis für das Kunsthandwerk  im Trierer Simeonstift verliehen.  Gleichzeitig wurde der von den Handwerkskammern des Landes gestiftete Förderpreis für das Kunsthandwerk (Preisgeld 3000 Euro) vergeben sowie der Preis des Handwerks, der mit einer Geldzuwendung von 1000 Euro je Preisträger verbunden ist. Auch in diesem Jahr wurden Staats- und Förderpreis unter mehreren Gewinnern zu gleichen Teilen aufgeteilt.

Unter den 87 Bewerbern aus den Bereichen Fotografie, Keramik, Stein, Holz, Metall, Leder, Textil, Schmuck, Gerät, Glas und Edelstein qualifizierten sich zwei Kunsthandwerkerinnen und ein Kunsthandwerker für den Staatspreis und je 5000 Euro Preisgeld. Ausgezeichnet wurde für ihre formschönen und praktischen Korbwaren aus dem Naturstoff Weide die Flechtwerkgestalterin Monika Nickel-Stein aus dem pfälzischen Kindenheim. Staatspreiswürdig fand die Jury auch die poetischen Arbeiten des Keramikers Ricus Sebes aus St. Goar. Dritte im Trio der Staatspreisträger ist die Bekleidungstechnikerin und Designerin Stefanie Wiebelhaus aus Deidesheim. Sie hatte eine Kollektion aus hochwertigen Materialien präsentiert.

Aus der Region Trier kommen zwei der ebenfalls drei Förderpreisträger, die je 1000 Euro erhielten. Die Trierer  Maßschneiderin und Modedesignerin Lisa Maria Durchholz (derzeit Master-Studentin der Hochschule Trier) überzeugte die Jury durch ihre Kreationen aus Kaschmir und Seide. Mit einem grazilen, aufwendig dekorierten Sideboard sicherte sich der Konzer Tischler Andreas Kosok den Förderpreis. An eine Studentin der Hochschule Trier ging der dritte Förderpreis. Mit ihren eigenwilligen fein ausgeführten  Schmuckstücken setzte sich die Goldschmiedin Natascha Frechen aus Windesheim gegen die Konkurrenz durch.

Fünf Preisträger teilen sich mit je 1000 Euro den Preis des Handwerks. Ein kunstvolles Objekt in Silber präsentiert der Goldschmiedemeister Philipp Gröninger aus Bendorf-Sayn. Ausgezeichnet wurden zudem die Fotografin Roswitha Kaster aus Riol, der Edelsteinschleifermeister und Gemmologe Frank Schumacher aus Otterberg, der Schmuckdesigner Eduardo Tarin aus Idar-Oberstein sowie die Tischlerei Sommer aus Breitscheid für ihr ebenso formschönes wie praktisches „Schrank-Büro“, eine moderne Variante des historischen Sekretärs. Einen Preis des Handwerks in Form einer Urkunde ging an den Handwerksbetrieb des Edelsteingraveurmeisters Hans Ulrich Pauly, ebenfalls Idar-Oberstein.

Mit dem alle drei Jahre ausgelobten Wettbewerb soll gleichermaßen handwerkliche Exzellenz, zeitgenössische Formensprache wie innovative Technik und materialgerechte Verarbeitung gewürdigt werden. Zudem gehe es darum, sogenannte traditionelle Splitterhandwerke wieder ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, sagte der Hauptgeschäftsführer  der Handwerkskammer Trier, Axel Bettendorf. Über die gelungene wie notwendige  Synthese von Kunst und Handwerk freute sich auch Oberbürgermeister Wolfram Leibe. „Die Verbindung von Kunst und Handwerk hat kulturelle Bedeutung“, unterstrich der Stadtchef.

Eine Ausstellung zum Wettbewerb gibt mit ihren 145 Exponaten aus den oben erwähnten Bereichen einen guten Überblick über die eingereichten Arbeiten und die Ausprägung des Kunsthandwerks hierzulande. Allesamt zeichnen sich die ausgestellten Objekte durch hohe handwerkliche Qualität, Alltagstauglichkeit und Formschönheit aus. Weniger ausgeprägt ist hingegen eine innovative Formensprache. Zu den schönsten ObjeKten gehört eine beschwingte Brosche aus Weißgold  von Natascha Frechen.

Tischler Andreas Kosok aus Konz-Krettnach erhält einen Förderpreis für sein Hexagon-Sideboard aus Corian und Räuchereiche (links). Rechts im Bild: Die mit dem Förderpreis gewürdigten winzigen Objekte von Goldschmiedin Natascha Frechen, die an der Trierer Hochschule in Idar-Oberstein studiert. Foto: Städtisches Museum Simeonstift
Designpreise 2019. Foto: Städtisches Museum Simeonstift
Die Maßschneiderin und Modedesignerin Lisa Maria Durchholz aus Trier kann sich über einen Förderpreis für Bekleidungsstücke aus Kaschmir und Seide freuen. Foto: Städtisches Museum Simeonstift
Korbmacherin Monika Nickel-Stein aus Kindenheim erhält den Staatspreis für ihre aus Weide geflochtenen Objekte. Foto: Städtisches Museum Simeonstift

Die Ausstellung läuft in Trier bis zum 21. April. Die Öffnungszeiten sind dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr sowie an allen Feiertagen.

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