Aufgeschlagen Neues Buch von Tom Hillenbrand

Eine Mischung von Fantasie und Fakten: Der Erfolgsautor Tom Hillenbrand, bekannt unter anderem für seine Luxemburg-Krimis, hat einen neuen Roman veröffentlicht. Es geht um den Raub der Mona Lisa im Jahre 1911.

Tom Hillenbrand.

Tom Hillenbrand.

Foto: TV/Foto: Bogenberger-Autorenfotos

Paris zu Beginn des 20. Jahrhunderts, Zentrum der Kunst und ihrer berühmten Vertreter in der zu Ende gehenden Belle Époque – was für eine Kulisse für einen spektakulären Kunstraub: 1911 wurde Leonardo da Vincis berühmte Mona Lisa aus dem Louvre gestohlen und tauchte 1913 noch berühmter wieder auf. Ihr Dieb war nur ein kleiner Ganove namens Vincenzo Peruggia, der als Handwerker das 77 auf 53 Zentimeter große Bild unbemerkt aus dem Museum herausschmuggeln konnte.

Die Zeitungen überschlugen sich in Mutmaßungen, was mit „La Gioconda“ geschehen sei. True Crime hatte schon immer Hochkonjunktur.

Was für eine Steilvorlage für Tom Hillenbrand, Erfinder des Luxemburg-Krimis und Autor dystopischer und historischer Romane: In seinem neuesten Buch „Die Erfindung des Lächelns“ strickt er rund um die bekannten Details des Raubs und Pablo Picasso und Guillaume Appollinaire eine abgefahrene Geschichte.

 Tom Hillenbrand: Die Erfindung des Lächelns. Roman. Kiepenheuer & Witsch, 503 Seiten, 25 Euro.

Tom Hillenbrand: Die Erfindung des Lächelns. Roman. Kiepenheuer & Witsch, 503 Seiten, 25 Euro.

Foto: Kiwi Verlag

Der Künstler und der Dichter wurden seinerzeit tatsächlich vorübergehend verdächtigt, mit dem Verschwinden der Mona Lisa etwas zu tun zu haben. Außerdem „spielen“ bei ihm weitere berühmte Zeitgenossen wie die Tänzerin Isadora Duncan oder der Satanist Aleister Crowley mit.

Wir spoilern natürlich nicht, was bei Hillenbrand mit der Mona Lisa während ihres Verschwindens geschehen ist – nur so viel: Er lässt in der zweiten Hälfte bis zum Auftauchen des Bildes die Funken sprühen.

Bis dahin gibt es oft zu viele Paris-Beschreibungen und Begriffe, die heute nicht mehr gebräuchlich sind und Längen. Wer Picasso verehrt, darf auch nicht zimperlich sein. Das große Genie schrumpft klischeehaft zusammen. Waren seine Dialoge mit Fernande tatsächlich so platt? Nein, wir möchten es nicht wissen. Immerhin spielt Hillenbrand in „Die Erfindung des Lächelns“ auch mit unserer ewigen Suche nach der Wahrheit — und die kennt bekanntlich nur der Wind.

Fazit: Wer die Mischung von Fantasie und Fakten mag, ist mit diesem Roman um den Raub der Mona Lisa 1911 aus dem Louvre gut unterhalten. Nach einem langatmigen Einstieg versöhnen der rasante Fortgang und ein hintergründiges Ende.

Tom Hillenbrand: Die Erfindung des Lächelns. Roman. Kiepenheuer & Witsch, 503 Seiten, 25 Euro.

Tom Hillenbrand liest am 12. Dezember in Luxemburg aus „Die Erfindung des Lächelns“ (18.30 Uhr, Cercle Cité).

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