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Die Gesellschaft für Klangkunst und die Tuchfabrik Trier inszenieren Paul Austers Roman "In the Country of Last Things" 
als Musiktheater.

Kultur : Tod, Gericht, Himmel und Hölle

Die Gesellschaft für Klangkunst und die Tuchfabrik Trier inszenieren Paul Austers Roman "In the Country of Last Things" 
als Musiktheater.

Eine junge Frau gerät auf der Suche nach ihrem verschollenen Bruder in eine merkwürdige Stadt, aus der niemand wieder herauskommt, die dem Untergang geweiht ist. Eine Stadt, in der grausame Dinge geschehen, aber auch Reste von Humanität und Hoffnung existieren. Tatsächlich gelingt es der Protagonistin, mit Hilfe von Freunden zu guter Letzt doch dem Moloch zu entfliehen.

Die Welt, die Paul Auster in seinem 1987 erschienenen Roman „In the Country of Last Things“ („Die letzten Dinge“) beschreibt, kann als finales und fatales Endstadium des Kapitalismus angesehen werden. Es ist dies eine Welt, in der es sogar zu spät ist für eine Revolution, in der es dem (Lumpen-)Proletariat nicht (mehr) gelingen kann, die Macht zu erobern. Der totale gesellschaftliche Verfall macht auch den Umsturz, die Revolution unmöglich, denn auch die bedarf gesellschaftlicher Strukturen. In diesem Sinne ist Austers Welt die Welt, die droht, wenn es weder gelingt, den von Karl Marx beschriebenen selbstzerstörerischen Prozess des Kapitalismus zu verlangsamen, noch eine revolutionsfähige proletarische Bewegung zu organisieren.

Im Karl-Marx-Jahr bringen die Gesellschaft für aktuelle Klangkunst und die Tuchfabrik Trier Austers Roman in Form des Musiktheaters von Gerhard Stäbler, Libretto von Alexander Jansenund Hermann Schneider, auf die Bühne der Ökonomie und Orangerie des Deutschherrenhauses am Schießgraben, Ausoniusstraße 1 in Trier. Dabei durchwandern Protagonisten und Publikum die letzten Dinge gemeinsam.

Regie führt Thomas Rath, die musikalische Leitung hat Roland Techet. Nach Motiven des Romans ist ein Musiktheaterstück für Sopran, Tenor, Bariton, Aktionschor, Schlagwerk, Akkordeon und Zuspielung entstanden. Mitwirkende: Truike van der Poel (Sopran), Martin Lindsay(Bariton), Carl Rosman (Tenor), Sprecherin ist Ulrike Froleyks. Den Projektchor aus Mitgliedern von Quarter Past Seven, Vokalkreis Konz und anderen leitet Martin Sons. Das Bühnenbid stammt von Ulrich Schneider sowie von Studierenden im Fachbereich Kommunikationsdesign der Hochschule Trier. Sie haben unter der Betreuung von Henriette Sauvant, Professorin für Buchillustration, Motive aus dem Romans von Paul Auster illustriert. Die Arbeiten sind vorab, am Freitag, 17. August, 19 Uhr, im Deutschherrenhaus zu sehen; Eintritt frei.

Premiere: 23. August. 20 Uhr. Weitere Termine: 25., 26. August, jeweils 20 Uhr. Karten: 23 Euro, TV-Service-Center Trier.
Vortrag: Christian Eilers, Mainz, referiert am Sonntag, 19. August, 18 Uhr, über das Autobiographische in Paul Austers Dystopie „Im Land der letzten Dinge“ im Deutschherrenhaus. Karten: 10 Euro an der Abendkasse. Wer Tickets für das Musiktheater hat, kommt kostenfrei rein.