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Die Großregion Saar-Lor-Lux fördert ein Projekt des Trio Cénacle.

Kulturförderung : Victor Hugo zum Liederabend treffen

Die Großregion Saar-Lor-Lux fördert mit 5000 Euro ein Projekt des Trio Cénacle. Die Musiker arbeiten an einem intermedialen Liederabend, in dem sie sich mit dem französischen Autor und Revolutionär auseinandersetzen.

Das deutsch-luxemburgische Trio Cénacle (Evelyn Czesla, Michele Kerschenmeyer, Nico Wouterse) hat in einem von der Großregion ausgelobten grenzüberschreitendem Wettbewerb ein Preisgeld von 5000 Euro gewonnen. Das gaben die Kultusminister der Großregion Saar-Lor-Lux nach ihrer letzten Videokonferenz bekannt. Mit dem Preisgeld soll der Kunst- und Kulturbranche in der Großregion eine Zukunftsperspektive aufgezeigt werden. Christine Streichert-Clivot, Kultusministerin des Saarlandes, betonte bei dem Treffen: „Gerade in der Krise müssen wir in der Großregion solidarisch zueinander stehen. Diese Herausforderungen können wir nur gemeinsam bewältigen. Grenzschließungen darf es nicht wieder geben.“

Die fünfköpfige Jury begründete ihre Entscheidung damit, dass die ausgewählten Projektanträge (siehe Info Preisträger) in der Corona-Pandemie positive Signale für die Relevanz der Kunst und Kultur in der Gesellschaft, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und den Zusammenhalt der Großregion setzen könnten. Der europäische Gedanke prägt auch das Projekt des Trio Cénacle mit dem vollständigen Titel „Victor Hugo – Quo vadis, Europa?“.

„Victor Hugo war nicht nur der Autor des Romans ‚Der Glöckner von Notre-Dame’. Er war ein Menschenrechtler, der sich für politisch Verfolgte einsetzte und er war ein europäischer Visionär“, sagt Nico Wouterse im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund (siehe auch Info zu Victor Hugo). Vor diesem Hintergrund sei das Projekt dann auch zu sehen: Ein intermedialer Liederabend mit Texten von Hugo, mit theaterdramaturgischen und filmischen Elementen. Zu hören sind auf diesen Liederabend etwa Kompositionen von Camille Saint-Saëns, Charles-Marie Widor, Édouard Lalo und César Franck.

Dabei kooperiert das Trio mit dem Chefdramaturgen des Théatre National de Luxembourg, Andreas Wagner. Er hat für den Liederabend einen Monolog verfasst, der auf Aussagen und Reden berühmter Denker beruht. Hauptinspirationsquelle war dafür Hugos Rede vor dem Friedenskongress von 1849, auf dem er eine gemeinsame europäische Gemeinschaft, basierend auf Völkerverständigung und Demokratie, beschrieb.

Außerdem arbeiten die Musiker für dieses Projekt mit dem luxemburgischen Videokünstler James Chan-A-Sue zusammen. Mehrere Jahre hat Chan-A-Sue die Social-Media-Portale der Philharmonie betreut. Aktuell hat er ein Video für die Flötistin Hélène Boulègue produziert. Sein 15minütiger Kurzfilm „Victor Hugo à Vianden“ ist ein wichtiges Element des Liederabends. Erstmals gezeigt wird er im Juni im Mierscher Kulturhaus. Die Musik für diese Produktion hat der luxemburgische Saxofonist und Komponist Marco Pütz komponiert.

„Wir freuen uns über das Preisgeld, dass wir zur Weiterentwicklung dieses Projekts einsetzen wollen“, sagt Wouterse. Ideen hierfür hat das Trio etliche. So steht als nächstes die Publikation eines Buches über dieses Projekt an. „Wir wollen mit unserem Hugo-Programm auch Schüler erreichen, um mit ihnen über die Themen Europa, Grenzen und Menschlichkeit zu diskutieren.“ Obwohl Hugo 1871 im idyllischen Vianden im Exil lebte, habe er sich Gedanken über die Gräueltaten der Pariser Kommune gemacht, die er scharf verurteilte. Damit sei der Autor auch ein Vorbild in der Gegenwart.