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Neue Musik
Die junge Garde der Komponisten

Trier. Das Landesmusikensemble Neue Musik stellt in Trier vier brandneue, ganz unterschiedliche Werke vor. Ihre Schöpfer sind alle noch keine 30 Jahre alt. Von Martin Möller

Eine weiße Ohrmuschel auf blauem Grund – deutlicher könnte die Symbolik nicht sein. Im Projekt „h EAR“ (mit Leerstelle nach dem h!) des Musikrats Rheinland-Pfalz/Saarland nehmen 15 junge Musikerinnen ihre akustische Kompetenz ins Visier. Das Gehör schärfen, ungewohnte Klänge wahrnehmen und selber realisieren, geistige Ideen in Töne umsetzen und nicht zuletzt Wege öffnen zu einer stabilen Komponisten-Professionalität – all das hat sich die Formation mit dem modisch gestalteten Titel „JugendEnsembleNeueMusik Rheinland-Pfalz/Saar“ auf die Fahnen geschrieben. Seit seiner Gründung 1991 hat es etliche Kompositionen aufgeführt.

Ihre Mitglieder haben sich so intensiv an Neuer Musik geschult, dass einige den Sprung ins professionelle Komponistenleben wagen konnten. Seinen ersten Trierer Auftritt hatte das damals so genannte „Landesjugendensemble für Neue Musik“ übrigens im Juni 1993. Damals schrieb der Trierische Volksfreund, man habe erleben können, „wie wenig Neue Musik für die Beteiligten nur ein formalistisches Spielchen ist, wie sehr sie mit Ausdrucksbewusstsein bei der Sache sind.“.

Vier Kompositionen stehen am Sonntag (11. November, 16 Uhr)  im Großen Saal der Trierer Tufa auf der Agenda. Die Komponisten und die Komponistin sind aus dem Ensemble herausgewachsen. Sie gehören zur jungen Garde der Neuen Musik. Im Programmheft zur Veranstaltung erläutern sie ihre Kompositionen. Katharina Roth (*1990) stellt sich in ihrem Werk „Folgen folgen“ der Frage, „was musikalisch für die Umsetzung eines Rituals notwendig ist“. Adrian Nagel (*1990) breitet in „Ausstellung“ eine Vielzahl statischer Klangflächen aus – in deutlicher Analogie zu Bildender Kunst. Markus Radke (*1997) befasst sich in „con text“ mit der „Wandelbarkeit alltäglicher Begriffe in politischen Kontexten“, ein „Spiel mit Sprache und Sprachklängen.“ Und Franz Ferdinand August Rieks (*1998) erklärt sein Ensemblewerk „Laufen durch tote und lebendige Zeit“ als „Musik in durchkomponierten Blöcken auf einer organischen Fläche, nämlich dem Pulsieren der Zeit“. Vier Komponisten, vier Ideen, vier Konzepte – freilich niemand davon aus der Trierer Region. Immerhin: Die Tufa stellt den Aufführungsraum. Und das Theater macht mit bei der Organisation.