Die Karl-Marx-Revue feiert am 2. Juni Premiere in der Trierer Tuchfabrik

Kultur : Schauspiel, Musik, Tanz und viel Politik

Im Karl-Marx-Jahr beschäftigt sich auch die bewegte Kunst mit Triers bekanntestem Sohn. Und das als Collage aus Musik, Tanz und Schauspielszenen.

Das Leben und die Theorien von Triers größtem Sohn den Menschen nahe bringen – das wollen die Macher und Mitwirkenden der Karl-Marx-Revue. Ideen gibt es genug. Und die ersten Szenen sind auch schon geprobt. Doch für die Umsetzung und die Aufführung fehlt das Geld. Da kommt der Produzent Mr. Columbus gerade recht. Der wittert die Chance, im Karl-Marx-Jahr mit der Show den großen Reibach zu machen. Um seinen Profit zu vergrößern, treibt er die Künstler zu immer mehr Leistung – bei gleichzeitiger Kostendeckelung. Statt sorgenfreiem künstlerischen Arbeiten stehen Probenstress für massentaugliche Unterhaltung an.

Ganz so wie in diesem Szenario geht es bei der Karl-Marx-Revue „I’am aus Trier“ der Tuchfabrik, die am Samstag, 2. Juni, 20 Uhr, Premiere feiert, nicht zu. Zwar nimmt die Probenarbeit der rund 40 Akteure einen Haufen Freizeit in Anspruch, doch ist das durchaus freiwillig, und sie sind inhaltlich an der Show beteiligt.

Das Besondere an der Revue: „Es sollte jeder mitmachen können“, sagt Regisseurin Judith Kriebel, auch Interessenten ohne Bühnenerfahrung: „Wir finden für jeden eine Rolle.“ So sei etwa Alfons Peters das Marx-Double. Bereits im November 2017 haben Kriebel und ihr Team Mitwirkende für die Show gesucht. Anfang Dezember fand das erste Treffen statt.

„Wir haben Ende Januar mit dem Grundlagentraining begonnen“, erzählt Kriebel, die das Ensemble gemeinsam mit der Trierer Tänzerin und Choreographin Hannah Ma im Schauspiel, Bewegung und Tanz fit gemacht hat. Daneben gibt es pantomimische Szenen und Handpuppentheater.

Verstärkt wird die Truppe von den professionellen Schauspielern Katharina Steger, die Kriebel als Dozentin an der Schauspielschule in Berlin kennengelernt hat – sie spielt im Stück die Regisseurin und Moderatorin, sowie den Trierern Sebastian Gasper und Stephan Vanecek, dem Regisseur des Tufamusicals. Und der Tänzer Sergio Mel führt das Tanzensemble an.

Für den Gesang hat Kriebel auf den Chor Polyhymnia unter der Leitung von Angelika Händel zurückgegriffen. „Die Songs habe ich ausgesucht“, sagt Kriebel. „Ich habe mir überlegt, was ist der Spirit, und was lässt sich umtexten.“ Der musikalische Leiter Johannes Still hat die Songs dann für Band und Ensemble arrangiert.

Das Stück basiere auf verschiedenen Quellen, erklärt Kriebel. Da sind zum einen Originaltexte von und über Marx, aber auch aktuelle politische und gesellschaftliche Ereignisse und Entwicklungen. „Und es basiert auf viel Improvisation des Kernensembles. Wir haben uns überlegt, was uns zum Thema ‚Arbeit‘ einfällt.“ Die 16 Mitglieder haben autobiographisches Material beigesteuert, einiges habe sich aus Gesprächen entwickelt. „Und wir haben mit Leuten auf der Straße gesprochen, was sie über Marx wissen“, sagt Kriebel. Auch das sei in das Stück eingeflossen – „I’am aus Trier“ ist durchaus wörtlich zu verstehen.

Alles für den Profit: Am Fließband verkommt der Mensch zur Maschine; im Vordergrund: Katharina Steger. Foto: Mechthild Schneiders
Alles für den Profit: Am Fließband verkommt der Mensch zur Maschine; im Vordergrund: Katharina Steger. Foto: Mechthild Schneiders

Weitere Termine: 3., 7., 8., 9., 16. Juni, 16., 17., 18. August, 7., 8. September, Beginn jeweils 20 Uhr; 3., 17. Juni, Beginn 19 Uhr, Großer Saal in der Trierer Tuchfabrik. Karten: 15/12 Euro, Menschen bis 17 Jahre 8 Euro, TV-Service-Center Trier.

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