Die Kulturwoche, betrachtet von Rainer Nolden

Unterm Strich – die Kulturwoche : Gute Vorsätze? Aber sicher!

So, jetzt haben wir den Salat – beziehungsweise 2018. Zugegeben, das Jahr marschiert bereits stramm auf sein Ende zu, noch gerade mal 360 Tage, und dann muss man schon wieder gute Vorsätze haben, die wie immer bereits im Silvesterfeuerwerk verglühen oder spätestens am 1. Januar beim Kampf gegen die Beeinträchtigung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit des Menschen infolge des vorabendlichen Alkoholkonsums in Vergessenheit geraten. Es ist ja auch beruhigend, wenn man weiß, dass nichts so wird, wie es niemals war oder sein wird beziehungsweise, weniger kompliziert ausgedrückt: Es bleibt alles beim Alten. Und deshalb sollte man vorsichtshalber auch nur jene Vorsätze fassen, von denen man weiß, dass sie nicht zu schwierig einzuhalten sind. Zum Beispiel öfter mal anderen dabei zusehen, wie sie Sport machen oder einmal pro Woche zum Fitnesscenter fahren, um zu sehen, ob es noch steht. Vor allem  kein Geld mehr für sinnlose Dinge auszugeben, sondern nur für unnötige. Oder mit dem Rauchen anfangen, um endlich schlanker zu werden.  Und wo wir gerade beim Gewicht sind: Endlich eine neue Waage anschaffen, weil die alte nur Mist anzeigt.

Über die Gesundheit macht sich auch der Fernsehmoderator und Doktor Eckart von Hirschhausen Gedanken. „Sitzen ist das neue Rauchen“, sagte der 50 Jahre alte Mediziner einer Zeitschrift. „Fälschlicherweise denken wir ja leider, Bewegung heißt, man hat einen Vertrag mit einem Fitnessstudio, in dem man mit schlechtem Gewissen dreimal im Monat auftaucht“ (siehe oben!). Besser sei es, sich im Alltag jede Stunde fünf Minuten zu bewegen. Müsste eigentlich machbar sein. Vom Schreibtisch in die Kantine und zurück – das dauert, je nach Etage, bestimmt fünf Minuten. Und dann einmal pro Stunde auf den Raucherhof. Dazu nehme man sich ausreichend Zeit, um auf die empfohlenen fünf Minuten zu kommen. Und bloß nicht abhetzen – zumindest nicht auf dem Weg zurück zum Schreibtisch.

Wichtig für 2018 ist auch: Nur den Optimismus nicht verlieren. Die Berliner machen es wie so häufig vor. „2018 wird das Jahr der Schlüsselübergaben und der offenen Türen. Und 2019 wird dann das Jahr der Eröffnungen”, sagt etwa der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger. Das gilt zwar noch nicht für das Pergamonmuseum auf der Museumsinsel. Dessen Sanierung dauert noch Jahre. Aber Provisorium können die Berliner schließlich. In einem Ausweichquartier soll bis auf weiteres der Pergamonaltar ausgestellt werden. Und bei der Staatsbibliothek Unter den Linden, der mit elf Millionen Büchern deutschlandweit größten wissenschaftlichen Universalbibliothek, gab es ebenfalls zahllose unerwartete Komplikationen sowie Pleiten bei den beauftragten Firmen. Zudem wurde das 100 Jahre alte, denkmalgeschützte Gebäude bei laufendem Betrieb saniert.  Wenn das Haus der Bücher in diesem Jahr eröffnet wird, wird die Gesamtsanierung sechs Jahre länger gedauert haben als geplant und  mit 470 Millionen Euro rund 150 Millionen Euro mehr ausgegeben worden sein als geplant. Nur zum BER-Flughafen machte Parzinger keine Angaben: Erstens gehört er nicht in sein Herrschaftsgebiet, und zweitens weiß man immer noch nicht genau, ob auf dem Gelände nicht eine Kartbahn eröffnet werden sollte, um das Areal endlich einer sinnvollen Nutzung zuzuführen. no/dpa