Musik: Die rote Brücke zwischen den Institutionen

Musik : Die rote Brücke zwischen den Institutionen

In Luxemburgs Philharmonie geht im April ein vielseitiges Programm über die Bühne. Im Mittelpunkt steht das „red bridge project“. Ein Überblick.

Dem Monats-Flyer der Philharmonie liegt dieses Mal ein kleines Begleitheft bei, eine Übersicht über das „red bridge project“. Erstmals arbeiten darin die drei großen Kulturinstitutionen Luxemburgs zusammen – Grand Théâtre, MUDAM (die Abkürzung steht für Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean) und Philharmonie. Um Brückenbau gehe es, heißt es im Info-Heft – geographisch wie künstlerisch und zwischen Musik, Tanz und Bildender Kunst. Im Mittelpunkt steht die große belgische Choreografin Anna Teresa De Keersmaeker.

Bereits im März lief das Projekt an mit Schönbergs „Verklärter Nacht“ und Messiaens Orchesterstück „De Canyons aux étoiles“.

Im April (7. April, Grand Théâtre) folgt nun De Keersmakers Choreografie „Achterland“. Ein „Spiel mit Geschlechterrollen voller Ambiguität“ sei es, „das Grenzen verschwimmen lässt“.

Eine Woche danach (14. und 15. April, 14 Uhr bis 19 Uhr) läuft im MUDAM die Produktion „Work/Travail/Arbed“ auf die Musik von Gérard Grisey.

Wem all das zu modern und vielleicht zu avantgardistisch vorkommt, könnte sich stattdessen an die bewährte Qualität von Milos Formans „Amadeus“ halten. „Amadeus live“ (13. und 14. April) ist ein „Concert exceptionnel“. Auf Großleinwand und mit dem Orchestre Philharmonique (OPL), dem Kammerchor Luxemburg, dazu Cathy Krier am Klavier und Ernst van Tiel am Dirigierpult.

Darüber hinaus bedient die Philharmonie selbstverständlich die Liebhaber großer Sinfonik. Gleich zweimal kommt der finnische Dirigier-Star Paavo Järvi nach Luxemburg (19. April, 19 Uhr, 20. April) und musiziert mit dem OPL Kompositionen von Wagner, Beethoven und Sibelius. Auch Sir Simon Rattle ist im April mit dem London Symphony Orchestra gleich zweimal präsent und hat Gustav Mahlers Neunte (23. April) und die rekonstruierte Zehnte (24. April) im Programm.

Schließlich kommen auch die Liebhaber leiser Töne zu ihrem Recht. Literat Geert Busiens und Musikwissenschaftlerin Josephine Granz führen eine Diskussion über „Europas Künstler und der Erste Weltkrieg“ (24. April, 2015 Uhr, auf Englisch) und Sopranistin Anna Prohaska stellt ihr Recital zwei Tage später unter das Motto „Behind the lines“, hinter den Schützengräben (26. April).

Das Orchestre de Chambre unter Florian Krumpöck wird einen Laureat des Prix Anna et Francoise Groben präsentieren und hat dazu Musik von Franz Schubert im Programm (22. April, 17 Uhr). Dmitry Shishkin, Preisträger der „2017 Top of the World International Piano Competition“, spielt Medtner, Scriabin, Rachmaninow und Chopin (23. April).

In der Reihe „rising stars“ sind diesmal Altistin Ellen Nisbeth und Bengt Forsberg am Klavier zu Gast (17. April). Und gegen Monatsende (29. April, 18 Uhr und 30. April) erscheint Filmstar Gérard Dépardieu in der Philharmonie. Der Schauspieler singt Titel der französischen Chansonette Barbara (1930-1997).

Beginn der Veranstaltungen ist, wenn nicht anders angegeben, jeweils um 20 Uhr.
Karten gibt es unter der Telefonnummer (00352)26322632 oder im Internet unter www.philharmonie.lu

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