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| 19:51 Uhr

Kultur
Die Hebefigur ins Glück - Musical Dirty Dancing noch bis Sonntag in Luxemburg (Fotos)

Die wohl berühmteste Hebefigur der Filmgeschichte, diesmal in der Bühnenversion: Tanzlehrer Johnny alias Lucas Baier stemmt sein „Baby“ alias Anna-Louise Weihrauch.
Die wohl berühmteste Hebefigur der Filmgeschichte, diesmal in der Bühnenversion: Tanzlehrer Johnny alias Lucas Baier stemmt sein „Baby“ alias Anna-Louise Weihrauch. FOTO: Marcus Hormes / TV
Esch/Luxemburg. Das Musical „Dirty Dancing“ gastiert noch bis Sonntag in Luxemburg. 1300 Besucher sahen bei der Premiere heiße Tänze und coole Typen. Zwei Schwestern hätten gern selbst auf der Bühne gestanden. Von Marcus Hormes
Marcus Hormes

Die Rockhal in Esch-sur-Alzette ist in dieser Woche komplett reserviert für die Hommage an einen Kultfilm. Gut 30 Jahre nach „Dirty Dancing“ (Schmutziges Tanzen) mit Patrick Swayze und Jennifer Grey geht ein Ensemble auf Tournee, um die großen Gefühle, Melodien und Tänze in ein Liveerlebnis zu verwandeln. Ist das gelungen?

Das Musical Wer die Handlung des Films nicht kennt, muss sich erst einmal zurechtfinden. Und wer selten ein Musical anschaut, muss sich daran gewöhnen, dass links auf der Bühne schon mal munter weitergetanzt wird, während rechts Dialoge gesprochen werden. Doch wer sich darauf einlässt, wird schnell gepackt von der Präsenz der Darsteller, der dramatischen Entwicklung und der  ausgereiften Inszenierung. Eleanor Bergstein, Drehbuchautorin des Kinofilms, hatte die Originalinszenierung des Musicals mit ins Leben gerufen. Auch die aktuelle Version hält sich in erstaunlich vielen Details an die Filmvorlage – zur Freude der Fans.

Die Handlung Die schüchterne Frances „Baby“ Housemann macht 1963 mit ihren Eltern Urlaub im Resort Kellerman’s im US-Bundesstaat New York. Sie verliebt sich in den Tanzlehrer und Draufgänger Johnny Castle, der sie als Ersatz für seine Tanzpartnerin Penny trainiert. Deren Schwangerschaftsabbruch, ein Diebstahl-Verdacht und eine fristlose Kündigung machen den Protagonisten zu schaffen, bis sie beim Happy End gemeinsam feiern können.

Die Darsteller Lucas Baier springt bei der Premiere für den verletzten Máté Gyenei als Johnny ein. Der Wechsel ist in keiner Szene zu spüren: Der ebenso agile wie muskulöse Baier harmoniert bei Mambo und Merengue prächtig mit der hübschen Baby-Darstellerin Anna-Louise Weihrauch. Für die Gesangsparts sind ohnehin andere zuständig, allen voran die brillante Leadsängerin Tertia Botha. Natalya Bogdanis darf als Babys leicht verrückte Schwester Lisa herrlich schräg singen und beim Hula die Hüften unbeholfen schwingen. Das Publikum findet’s lustig – Ziel erreicht. Auch Baby darf anfangs ihr tänzerisches Können nicht zeigen. Ihre Verwandlung in eine starke Tänzerin und selbstbewusste Frau geht zwar rasant schnell, wirkt aber glaubwürdig, weil Baby ihr Potenzial schon früh erahnen lässt.

Die Hits Schon nach etwa fünf Minuten erklingt erstmals die berühmte Melodie von „(I’ve had) The Time of my Life“, zart angedeutet als Klavier-Instrumental. Schon das lässt manchem Fan wohlige Schauer über den Rücken laufen. Weitere Klassiker unter den rund 50 Liedern: „Hungry Eyes“, „Hey! Baby” und „Do you love me”. „She’s like the Wind”, im Original gesungen von Patrick Swayze, wird überraschend nur kurz angespielt. Alle Dialoge werden deutsch gesprochen.

Die Optik Das Bühnenbild besteht aus drehbaren Elementen, so dass schnelle Wechsel zwischen den einzelnen Orten der Handlung möglich sind. Für zwei Schlüsselszenen wird die Landschaft auf eine Videoleinwand projiziert. Mittendrin üben Baby und Johnny Balancieren auf einem Steg und Hebefiguren im Wasser – eine gelungene Illusion. Bonbonfarbene Kleider, Johnnys schwarze Lederjacke und sein Muskelshirt, Figuren und Frisuren der Darsteller: All das spiegelt das Original wider.

Auch auf die Kultsätze müssen die Fans nicht vergeblich warten. „Ich habe eine Wassermelone getragen.“ „Das ist mein Tanzbereich.“ „Mein Baby gehört zu mir.“

Das Publikum Rund 1300 kommen zur Premiere, applaudieren aber lange Zeit eher zurückhaltend. Der Funke will nicht so richtig überspringen. „Das liegt nicht an der Show, sondern eher an der Mentalität der Luxemburger“, sagt – ein ­Luxemburger. Seine Landsleute bilden den Großteil des Publikums, neben Deutschen, Portugiesen und Franzosen. Die Rockhal ist beim Musical bestuhlt, spontanes Mittanzen also kaum möglich. Erst zum großen Finale nach zweieinhalb Stunden in zwei Akten stehen die Zuschauer auf und feiern mit. Auch das passt genau zum Film, der mit einer großen Party im Kellerman’s endet.

Musik- und Tanzshow Dirty Dancing FOTO:

Die Schwestern Die Besucherinnen Rachel (39) und Amanda (29) Sabbatucci aus Rümelingen bei Esch-sur-Alzette schwärmen schon lange für „Dirty Dancing“. Das Musical hat ihre Erwartungen voll erfüllt: „Die Tänze sind sehr gut, die Show hat ein hohes Niveau, und auch die Trickszenen sind gut gemacht. Wir haben auch mal getanzt und würden am liebsten selbst mit auf der Bühne stehen.“