Eifel-Literatur-Festival 2024 Was Elke Heidenreich über den Erfolg ihres neuen Buchs sagt

Bitburg · Vom Papst gesegnet und von der Eifel geliebt: Elke Heidenreich war zu Gast in der Bitburger Stadthalle.

  Elke Heidenreich begeisterte 800 Menschen bei ihrer Lesung in Bitburg.

Elke Heidenreich begeisterte 800 Menschen bei ihrer Lesung in Bitburg.

Foto: Karin Pütz

Sie ist Bestsellerautorin, Literaturkritikerin, Journalistin und Schauspielerin – und sehr bekannt: Elke Heidenreich. Entsprechend groß war der Andrang zu ihrer Lesung anlässlich des Eifel-Literatur-Festivals. Alle 800 Plätze in der Bitburger Stadthalle sind besetzt, und dabei haben noch längst nicht alle, die sie sehen und hören wollten, eine Karte bekommen. Und dann ist sie da, „die Elke“. Sie trägt ein schwarz-weiß gepunktetes Kleid, darüber ein schwarzes Strickjäckchen mit einer glitzernden roten Erdbeerbrosche und rote Schuhe.

Wasser oder Wein? Für Elke Heidenreich keine Frage

Auf ihrem Pult stehen mehrere Flaschen stilles Wasser und ein Glas Roséwein. „Immer stellen sie einem Wasser hin – Wein braucht der Dichter!“, stellt sie fest und prostet dem Publikum mit dem Weinglas zu. Dafür erntet sie in der Bierstadt Bitburg herzlichen Applaus und zustimmendes Gelächter.

Zum Glück hatte Landrat Kruppert sie anfangs nicht als „Gästin“ vorgestellt – das hätte die streitbare Gender-Gegnerin sicherlich nicht kommentarlos hingenommen. Und so bleibt die 81-Jährige freundlich, nahbar und humorvoll, während sie zunächst aus dem Buch „Frau Dr. Moormann & ich“ vorliest.

Das Publikum lacht und spendet Szenenapplaus

Nun sind noch lange nicht alle Autoren, die Bestseller schreiben, auch gute Vorleser. Elke Heidenreich jedoch, die alle ihre als Hörbuch erschienenen Werke selbst eingesprochen hat, ist auch hierin perfekt: Wenn sie liest, hört es sich an, als erzähle sie eine Geschichte auswendig. Sie verstellt ihre Stimme, baut Dialekte ein, grimassiert und gestikuliert.

Ab und zu schaut sie auf, und man fragt sich, ob das, was sie gerade sagt, dort steht oder sie das gerade spontan einbaut. Natürlich tut sie auch das hin und wieder und löst damit Szenenapplaus und Gelächter aus. Zwischendurch nippt sie an einem Wasserglas, verzieht das Gesicht und kommentiert danach: „Das macht keinen Sinn!“

Im zweiten Buch, das sie zur Lesung mitgebracht hat, geht es um ihre zahlreichen Reisen um die Kontinente.

Warum der Papst Elke Heidenreich segnetet

„Ihr glücklichen Augen“ ist vor fast zwei Jahren erschienen und beschreibt über 40 Reiseziele, die sie im Laufe ihres Lebens besucht hat. Aus sieben dieser Geschichten liest sie in Bitburg vor. Sie beschreibt die Erlebnisse beim Baden in Zürich, erzählt von der Kuriosität eines Hofbräuhauses in Peking, gibt einem kranken Hund in Florenz Raum und verrät, wie sie seinerzeit in Rom vom Papst gesegnet worden sei. Darum nehme sie auch stets am Dreikönigstag die Beschriftung ihres Türrahmens eigenhändig vor – und auf Wunsch auch die ihrer Nachbarn. Das Publikum ist auf ihrer Seite. Immerhin ist sie quasi eine Literaturpäpstin.

Auch aus ihrem erst am 13. Mai erschienenen Buch „Altern“ liest sie vor. „Völlig überrumpelt“ von dessen Erfolg sei sie, erzählt die 81-Jährige. Und 800 Menschen hängen an ihren Lippen, wenn sie versichert: „Jung sein war schlimmer.“

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