Konzert mit Guildo Horn: Ein Meister am Mittag, oder: Alles wie immer (Fotos)

Konzert mit Guildo Horn : Ein Meister am Mittag, oder: Alles wie immer (Fotos)

Wie funktioniert Guildos Weihnachtssingen am Nachmittag? Der TV hat sich die gestrige Premiere angeschaut. Die Fans waren begeistert.

„Das ist schon komisch: Draußen ist es noch hell, und man geht zu Guildo.“ Wie Manuela aus Wittlich mussten sich viele Besucher des Weihnachtssingens von Guildo Horn und den Orthopädischen Strümpfen gestern erst einmal an die neue (zusätzliche) „Anstoßzeit“ gewöhnen. Weil aus Brandschutzgründen nur noch 1500 Konzert-Besucher in die Trierer Europahalle dürfen, machte Guildo Horn aus der Not eine Tugend – und aus einem Konzert zwei. Neben dem Abendklassiker gab es eine Matinee, die kurz nach 15.30 Uhr begann. Zu den 1500 Fans in der abends ausverkauften Halle gesellten sich nachmittags nochmals über 1200 – macht 2700 statt sonst rund 2000 Besucher.

„Die Idee war ein Erfolg, die Zuschauer nahmen das an“, sagte Arnd Landwehr, Geschäftsführer von Europahallen-Betreiber MVG Trier. Mit der Nachmittags-Session konnten Band und Veranstalter Poppconcerts aber auch eine ganz neue Zielgruppe erobern – viele Kinder waren im Publikum. Und das sonst bei bis zu 2000 Besuchern bekannte Gefühl, sich in einer weihnachtlich beschallten Sardinendose zu befinden, gab es auch nicht. Jeder Matinee-Besucher hatte genug Platz, um sich auch tänzerisch zu betätigen.

Guildo rockt die Halle. Foto: TV/Björn Pazen

Aber funktioniert die bekannte Stimmung des Weihnachtssingens auch nachmittags? „Absolut. Am Anfang dauerte es etwas, bis Stimmung aufkam, aber in der zweiten Hälfte gab Guildo richtig Gas“, sagte Alex aus Trier. Die Guildo-Fans – etwas weniger als sonst weihnachtlich verkleidet – gingen ab, als ob es abends wäre. Manuela aus Wittlich, die seit über 20 Jahren Dauergast beim „Meister“ ist, hatte sich die Matinee – wie viele andere Fans – nicht ganz freiwillig ausgewählt: „Wir waren für abends zu spät dran und hatten einfach keine Karten mehr bekommen.“ Dieses Jahr war sie cleverer – für 2019 hat sie sich bereits gestern ihre Karte für die Abend-Veranstaltung gekauft.

Was wollt Ihr denn? ... Foto: TV/Björn Pazen

Vom Programm her war Guildo nachmittags wie Guildo abends, und wie Guildo in den vergangenen 27 Jahren.

Es weihnachtet! Foto: TV/Björn Pazen

Den Anfang machte traditionell ein diesmal fast 90-minütiges Potpourri aus zu Weihnachtsliedern umgedichteten Klassikern, danach bekannte Schlager.  Neu in der Playlist war unter anderem die Weihnachtsversion von „Für dich soll’s rote Rosen regnen“.

Ich will euch hören!!! Foto: TV/Björn Pazen

Neu in der Besetzung aus Orthopädischen Strümpfen und Blaszentrale Dessau war anno 2018 Saxofonistin Mademoiselle Gazelle. Als erster Höhepunkt der weihnachtlichen Songs gab es exakt um 17.08 Uhr statt wie sonst um kurz vor 23 Uhr „Wir warten aufs Christkind“. Die Menge tobte, huldigte dem mächtig verschwitzten Meister.

Und nochmal im Duett: Guildo und Saxofonistin Mademoiselle Gazelle ... Foto: TV/Björn Pazen

Als die Matinee nach den geforderten Schlager-Zugaben wie „Und immer wieder geht die Sonne auf“, „Wunder gibt es immer wieder“ oder „Tränen lügen nicht“ zu Ende ging, und zwar um exakt 17.51 Uhr mit dem Traditionsfinale „Weihnachten bin ich zu Haus’“, da hatten der komplett ausgepowerte Guildo Horn und seine Musiker nur etwas mehr als zwei Stunden Zeit, um durchzuschnaufen – und dann Teil 2 abzurocken.

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