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Eindrucksvolle China-Ausstellung in Luxemburg.

Ausstellung : Faszinierende Reise ins alte China

Eine eindrucksvolle archäologische Ausstellung im Musée National D’Histoire et d’Arts (MNHA) in Luxemburg führt zu den „Ursprüngen der Zivilisation in China“.

Aus europäischer Sicht ist es das „Land der Mitte“, für seine Bewohner sogar der „Nabel der Welt“. Nicht erst seit China zum gigantischen Handelspartner geworden ist und die Partnerschaften mit chinesischen Städten zahlreich sind, fasziniert das geheimnisvolle Land im Osten. Gleichwohl blieb die Kultur des einstigen Kaiserreichs, die zu den ältesten bis in die Gegenwart erhaltenen Weltkulturen zählt, Europa lange Zeit verborgen. Erst mit dem Zugang zu altchinesischen Schriften für westliche Forscher und aufsehenerregenden archäologischen Funden änderten sich die Vorstellungen von der Geschichte des unbekannten Landes. Eine eindrucksvolle Ausstellung im Luxemburger MNHA nimmt jetzt ihre Besucher mit zu den „Ursprüngen der chinesischen Zivilisation“. Die Ausstellung, die zu den spektakulärsten archäologischen Ausstellungen zählt, die bislang im Großherzogtum und in der Großregion gezeigt wurden, entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Henan Museum und den wichtigsten Museen der gleichnamigen Provinz. Die auf zwei Etagen verteilte Schau umfasst 3000 Jahre der chinesische Zivilisations- und Kulturgeschichte von den ersten Dynastien der Xia (etwa 2000 v. Chr.) und Shang (18. - 11. Jh. v. Chr.) bis zur Song-Dynastie (1279 - 960 vor Chr.).

Sie ermöglicht zudem interessante Einblicke in Übereinstimmungen innerhalb der Weltkulturen, etwa bei der Struktur von Herrschaftssystemen. So hatten auch die alten chinesischen Dynastien streng hierarchische Strukturen. Wie in Europa sicherte auch hier ein dichtes Netz verwandtschaftlicher Beziehungen ihren Fortbestand. So wie in europäischen Feudalsystemen generierten auch im chinesischen Kaiserreich die Ansprüche der aristokratischen und wohlhabenden Schichten an Wohn- und Alltagskultur, sowie rituelle Bedürfnisse, eine enorme Nachfrage nach vielfältigem hochwertigem Kunsthandwerk. Daraus resultiert eine faszinierende kunsthandwerkliche Kultur.

All das ist in der Luxemburger Schau mit ihren 150 Exponaten klar strukturiert dargestellt. Es ist allerdings nicht nur die schlüssige Aufbereitung, die den Blick in die chinesische Geschichte erhellend macht. Wer durch die schön gestalteten Räume der Schau geht, die sich in die beiden Teile „die Entstehung des Kaiserreichs“ und „Kunsthandwerk“ gliedert, wird sich nicht nur der Ähnlichkeit feudaler Systeme und ihrer Machtpolitik bewusst. Er erkennt auch den Einfluss chinesischer Kultur auf die orientalische und abendländische, wie etwa bei dem filigran gearbeiteten Schmuck. Wie ihre Kollegen in der europäischen Antike arbeiteten auch die chinesischen Kunsthandwerker im Dienst der Schönheit.

Beraten wurden sie dabei von gebildeten Beamten, die ihnen gleichsam die ästhetischen wie ideellen Grundlagen lieferten. Man mag wirklich glauben, dass Schönheit die Welt bessert und besänftigt angesichts der herrlichen Exponate, der hochfeinen keramischen Glasuren, der ausdrucksvollen Tierplastiken, der beredten Figuren, der feinen Ornamentik der Porzellankopfkissen, der kunstvollen Vasen und der reich gestalteten Pavillon-Miniaturen. Prachtvoll präsentiert sich die bildhauerische Gestaltung der Bronze-Gefäße.

Ein absolutes Highlight ist der Anzug aus Jadeplättchen, die mit Goldfäden zusammengenäht sind, aus einem Kaiser-Grab.Glaubten doch auch die Menschen des antiken China an eine Totenwelt, die den irdischen Verhältnissen entsprach, für die der Tote ausgestattet werden musste. Der Jadeanzug sollte die Leiche seines Trägers vor der Verwesung schützen.

Man sollte sich Zeit lassen, um diese wunderbare Schau in ihrer exzellenten Präsentation zu genießen.

Bis 28. April, Di - So 10-18 Uhr, Do 10 - 20 Uhr, Telefon: 00352/ 479330-1. Weitere Informationen im Internet unter www.mnha.lu