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Februar-Programm der Philharmonie mit Daniel Harding und Orchestre Philharmonique

Musik : Vom Shooting-Star zum Routinier

Februar-Programm der Philharmonie mit Daniel Harding und Orchestre Philharmonique.

Es war eine fantastische Nacht, Sommer 2002 in der französischen Provence. Ein sternenklarer Himmel über der Brunnenstadt Aix-en-Provence. Und dann, im Erzbischöflichen Palais, Mozarts „Don Giovanni“, die Oper der Opern. Am Dirigierpult vor dem Mahler Chamber Orchestra stand damals ein junger Dirigent aus Großbritannien: Daniel Harding, 27 Jahre alt und im internationalen Musikgeschäft bereits mit einigen Anerkennungen bedacht. Sein Dirigat, die Regie von Shakespeare-Spezialist Peter Brook und ein großartiges Sängerensemble mit Peter Mattei und Veronique Gens gaben der Vorstellung den Rang einer Sternstunde. Vor allem Hardings Dirigat strahlte eine begeisternde Energie und Vitalität aus, die sogar in den CD- und Video-Aufnahmen dieser Produktion faszinierend herüberkommt.

Mittlerweile hat sich Daniel Harding vom Shooting-Star zu einem Dirigenten entwickelt, der sich im internationalen Musikleben bestens auskennt. 1999 bis 2003 leitete er die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen. Von 2003 bis 2011 war er Musikdirektor des Mahler Chamber Orchestra, 2005 dirigierte er an der Mailänder Scala Mozarts „Idomeneo“ zur Eröffnung der Spielzeit 2005/06. In Aix-en-Provence entwickelte sich Harding zum Mozart-Dirigenten. Seit der Spielzeit 2007/08 ist er Chefdirigent des Schwedischen Radiosinfonieorchesters, wo sein Vertrag zuletzt bis zur Saison 2022/2023 verlängert wurde.[1] Bis 2019 war er zudem Chefdirigent des Orchestre de Paris. In der Luxemburger Philharmonie war Harding mehrfach zu Gast. In diesem Jahr darf er sich mit dem dekorativen Titel „Artist in Residence“ schmücken. Am 27. Februar, 20 Uhr dirigiert Harding das Orchestre Philharmonique (OPL). Gespielt werden Mahlers Fünfte und das Trompetenkonzert „Nobody knows“ von Bernd Alois Zimmermann mit Hakan Hardenberger als Solisten.

Im Februar regiert eigentlich König Karneval, und immerhin eine Woche lang, vom 16. 2. bis zum 22. 2. hüllt sich die Philharmonie in Schweigen. Direkt danach, am 23. Februar, 19 Uhr, erscheint Simon Rattle auf dem Podium, dirigiert das London Symphony Orchestra und den zugehörigen Chor und hat mit Bergs Violinkonzert (Lisa Batiashvili) und Beethovens Oratorium „Christus am Ölberg“ zwei Preziosen im Gepäck. Noch vor der Karnevals-Pause hebt das OPL Bruckners Vierte ins Programm (13. Februar), und Patricia Kopatchinskaja ist Geigen-Solistin im Ravels Rhapsodie „Tsigane“. Im Übrigen dominieren auf dem Kirchberg im Februar die kleineren Veranstaltungen. Das „Trio Accanto“ – Marcus Weiss, Saxophon, Nicolas Hodges, Klavier, Christian Dierstein, Percussion, hat neueste Musik im Programm, unter anderem eine Komposition von Georg Friedrich Haas mit dem verlockenden Titel „Blumenwiese“ (11. Februar). In der Kammermusik-Reihe haben Daishin Kachimoto, Violine, Amihai Grosz, Viola, Julian Steckel, Cello, und Eric Le Sage unter anderem das c-Moll-Klavierquartett des jungen Richard Strauss im Programm. Bei den „rising stars“ (12. Februar) tritt dieses Mal Joao Barradas mit seinem Akkordeon auf. Und Eric Lu, Gewinner des Internationalen Klavier-Wettbewerbs in Leeds, konzentriert sich mit Brahms, Schumann und Chopin auf reinste Romantik (28 Februar, 19 Uhr). Sehr romantisch ist auch das Programm, mit dem das OPL unter Marek Janowski und Sopranistin Iwona Sobotka in der Reihe „Grands rendez-vous“ antreten: Wagners „Siegfried-Idyll“, die „Vier letzten Lieder“ von Richard Strauss und schließlich die häusliche Sinfonik seiner „Sinfonia domestica“ (7, Februar).

Beginn, wenn nicht anders angegeben: 20 Uhr. Tickets: 00352/2632 2632, www. Philharmonie.lu