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Filmkritik: „Phantastische Tierwesen - Grindelwalds Verbrechen“ im Kino

Filmkritik : Wir haben für euch „Phantastische Tierwesen - Grindelwalds Verbrechen“ im Kino gesehen

Ein neuer Ausflug in die magische Welt von Harry Potter? Zurück nach Hogwarts? Millionen Fans der Figuren von J. K. Rowling freuen sich, bewegen sich schnell zu den Kinokassen und sehen „Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen“.

Schon in den ersten Minuten des Films wird völlig klar, dass der Vorgängerfilm „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ (2016) eine Pflichtveranstaltung ist, um die Vorgänge im neuen Film auch nur im Ansatz zu verstehen. Die Handlung spielt Ende der 20er Jahre, lange vor der Geburt von Harry, Ron und Hermine. Die Hauptfigur, der sehr fähige und ein wenig schrullige Magier Newt Skamander (Eddie Redmayne), hat immer noch hauptsächlich seine magischen Tierchen im Kopf.

Supermagier Albus Dumbledore (Jude Law) ist immer noch der Gute, kann aber wie bereits in den Büchern und bisherigen Filmen nur am Rande eingreifen, und Johnny Depp, kein Geringerer, ist dieses Mal der Böse. Grindelwald ist sein Name. Er will eine neue Gesellschaft formen, in der die Magier als Oberklasse die nichtmagischen Normalos beherrschen. Dafür geht er über Leichen. Und dann gibt es noch den Waisenjungen, der nach seiner wahren Herkunft sucht und diese am Ende in sehr vorhersehbarer Weise auch findet.

Selbst leidenschaftliche Fans der Welt von Frau Rowling haben mitunter Schwierigkeiten, den teilweise wirren Plots und Subplots zu folgen, die „Grindelwalds Verbrechen“ ihnen bietet. Der Zuschauer merkt diesem Film deutlich an, dass er Türen für zukünftige Filme öffnen will. Insgesamt soll die Serie der „Phantastischen Tierwesen“ fünf Filme umfassen, und wir sind gerade mal bei Teil zwei. So taucht Nagini – Voldemorts Schlange – am Rande auf, aber noch ist sie nicht das dämonische Vieh, das in der Schlacht um Hogwarts von Neville Longbottom geköpft wird, sondern eine schöne Asiatin, die sich in eine Schlange verwandeln kann.

Sogar ein paar Minuten in Hogwarts bietet der Film an, mit den entsprechend jüngeren Versionen von Dumbledore und McGonnagal, die man aber leider kaum sieht. Der Rest ist eine Folge magischer Tricks und Gefechte, ein offen endender Showdown mit Grindelwald und immer wieder Newt Skamander mit seinen Tierchen. Sein wie eine Mischung aus Dachs und Ameisenbär aussehender Niffler ist einer der Stars des Films.

Fazit: Der Zauber der Harry-Potter-Welt ist passé.

„Grindelwalds Verbrechen“ ist ein düsteres und inhaltlich schnell ermüdendes Fantasy-Epos, das mehr Wert darauf legt, die Basis mehrerer Folgefilme zu sein, als den Zuschauer zu begeistern und zu unterhalten.

Der Film läuft in Trier im Cinemaxx und im Broadway-Kino sowie in den Kinos in der Region