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Konzerte
Weltreise mit der Mundharmonika

Das finnische Mundharmonikaquartett Sväng bei seinem Auftritt in der Kulturgießerei in Saarburg.
Das finnische Mundharmonikaquartett Sväng bei seinem Auftritt in der Kulturgießerei in Saarburg. FOTO: Christoph Strouvelle
Saarburg. Die finnische Gruppe Sväng bietet in der Saarburger Kulturgießerei ein breites Repertoire unterschiedlicher Musikrichtungen. Von Christoph Strouvelle

(cst) Vier Mundharmonikaspieler, die die 70 Zuschauer in der Kulturgießerei Saarburg in Verzückung versetzen: Tobias Scharfenberger, Intendant des Mosel Musikfestivals, hat mit dem Engagement des finnischen Quartetts Sväng einen weiteren Höhepunkt in dieser Festivalsaison setzen können. Denn die vier Musiker, die mit einem Instrument auftreten, das aus dem 19. Jahrhundert stammt und viele kennen, aber nur wenige richtig spielen können, erweisen sich als Meister ihres Fachs. Ungewöhnlich ist dabei die Ausführung als Bassharmonika, ein Instrument, bei dem die Stimmzungen in zwei übereinanderliegenden Reihen angeordnet sind und dessen Klang einem Kontrabass oder einer Tuba gleicht.

Das Programm von Sväng ist äußerst abwechslungsreich. Zeitweise erinnert die Art, wie die vier Finnen ihre Mundharmonikas einsetzen, an Musik aus ihrem Heimatland, die mit einem Akkordeon gespielt wird. Beispielsweise das Folkmusikstück „Hoijakat“, das bei den Besuchern Bilder mit der Weite der finnischen Landschaft mit Taiga, Tundra und Seen aufkommen lässt.

Doch ist das Repertoire nicht auf Lieder ihres Heimatlandes beschränkt, sondern international. Ein selbst komponierter Ragtime wie aus den USA, Tangos, Walzer, japanische Lieder sowie bulgarische und rumänische Traditionsstücke spielt Sväng an diesem Abend. Zwischen die lebensfrohen Lieder mischen sich manchmal auch nachdenkliche Töne zu politischen Themen. So heißt ein Stück „Schengen“, das man mit seiner Freizügigkeit feiern sollte, „so lange wir es noch haben“, sagt Sväng das Stück an. Und mit der Filmmusik von „Harry Potter“ erinnert Sväng an die nach ihrer Beobachtung aufkommende Tendenz zum Faschismus.  Die Besucher belohnen die große musikalische Leistung mit lang anhaltendem und auch für die Musiker offensichtlich überraschend starkem Applaus.