Fünf mal fünf ergibt Vielfalt

Kunst : Fünf mal fünf ergibt Vielfalt

In der Ausstellung „Ad Hoc V“ finden sich fünf Trierer Kunstvereine zum fünften Mal zu einer Gemeinschaftsausstellung zusammen.

Inzwischen ist sie quasi zu einer Institution geworden. „Ad hoc“ –heißt die Gemeinschaftsausstellung der Trierer Kunstvereine in der Tufa, die in diesem Jahr zum fünften Mal ausgerichtet wurde. Beteiligt sind mit je fünf Künstlern die éditions trèves, die Gesellschaft für Bildende Kunst, der Kunstverein Junge Kunst, die Kulturwerkstatt und die Fotografische Gesellschaft Trier. Es geht ums Gemeinschaftliche, den Nachweis nachhaltig geglückter Zusammenarbeit. „Für mich ist das Schönste an dieser Initiative, dass wir ohne große Umstände als Kunstvereine sagen können, wir stellen zusammen aus“, hatte sich Britta Deutsch, die Vorsitzende der Jungen Kunst, seinerzeit gefreut. Das gelingt offensichtlich unverändert. „Ad hoc“ bedeutet sinngemäß „spontan, aus dem Stand“. Wie meist bei spontanen Aktionen ist auch bei dieser Schau eine Systematik nicht zu erkennen. Dafür demonstriert die Ausstellung mehrheitlich durch Gemälde, Mischtechnik und Fotografie die bunte Vielfalt der künstlerischen Positionen im regionalen Kunstgeschehen mit Ausleger nach Luxemburg. Was dem augenblicklichen Einfall geschuldet ist, kann naturgemäß nicht repräsentativ sein. Auch von daher mögen die zahlreichen schwachen Arbeiten rühren. Hinzu kommen die unterschiedlichen Zielsetzungen der Vereine. So geht es bei der Kulturwerkstatt vor allem den sozio-kulturellen Aspekt der künstlerischen Arbeit. Mit ihren ansehnlichen Aktivitäten und Ausstellungen steht die Fotografische Gesellschaft in der verdienstvollen Tradition der Fotoclubs. Einmal mehr bestätigt die Schau zudem die alte Erfahrung, dass bei spontanen Aktionen häufig das Altbewährte das Naheliegende ist. Und so bietet auch die fünfte Ausgabe von „Ad hoc“ an Künstlern kaum Neues und wenig Überraschendes. Vertreten sind weitgehend die etablierten „Altmeister“ wie Rainer Breuer, Katharina Worring, Irmgard Weber, Markus Bydolek, Karola Perrot und andere. Von ihnen kommen allerdings auch die innovativen Impulse dieser Schau. Allen voran von Markus Bydolek, der mit seiner poetischen, wandfüllenden PhotoGraphik „Eis VII“ nicht nur konsequent sein Werk weiterentwickelt, sondern auch mit Abstand die eindrucksvollste Arbeit der Schau beisteuert. Feinsinnig kommen zudem Werner Müllers Mischtechniken auf Papier daher. Neues hat sich auch Karola Perrot erarbeitet und die strenge Geometrie ihrer früheren Foto-Arbeiten gegen die malerischen Schwarz-weiß-Strukturen von Steinen getauscht. Farblich opulent macht Werner Breuer am Beispiel von Saeed Hani-Möllers Performance „Dem Menschen ein Wolf“ Bewegung sichtbar. Fotos auf Leinwand zu drucken ist derzeit beliebt, nicht zuletzt um malerische Effekte zu erzielen. Im Fall der zwischen Graphik und Fotografie angesiedelten künstlerischen Grenzgänger von Markus Bydolek stellt sich das Verfahren als schlüssig dar. Allerdings ist die Leinwand als Bildträger für Fotos nicht immer ein Gewinn, wie die Tierfotos von Johannes von Linden zeigen. Sie wären im schlichten Papier-Print sicher interessanter gewesen.

Bis 3. Februar, Öffnungszeiten: Di., Mi., Fr.: 14 – 17 Uhr; Do.: 17 – 20 Uhr; Sa, So, Feiertage: 11 –17 Uhr. Finissage und Kunstsalon am Sonntag, 3. Februar.

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