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internationales Tanz-Symposion der Choreographin Hannah Ma in Trier

Tanztheater : Tanz für Freiheit und Demokratie

„We are the people“ heißt das internationale Tanz-Symposion der Choreographin Hannah Ma am Wochenende in Trier. Auf der Bühne der Tufa wird auch eine Präsentation ihrer Arbeit zu sehen sein.

„Das ist mein Weg“ – stellt Hannah Ma  immer wieder mit Nachdruck fest, wenn sie von ihrer Arbeit spricht. Die deutsch-chinesische Tänzerin und Choreographin, die gerade von einem Arbeitsaufenthalt aus Südafrika kommt, ist fraglos eine der profiliertesten und eigenwilligsten Künstlerinnen der Region. Ihre internationalen Tanztheater-Projekte und Performances zeichnen sich nicht nur durch Originalität, Ausdruckskraft und hohes tänzerisches Niveau aus. Hannah Ma und ihre Tänzer bringen darin auch stets gesellschaftliche und politische Anliegen über den Körper zur Sprache.

„Ich betrachte den Tanz als eine Chance, gesellschaftliche Probleme anzugehen“, erklärt die Künstlerin. „We are the people“ heißt ihr neues Projekt, das am Samstag in der Tufa in Trier präsentiert wird. Den Titel kann man als Solidaritätserklärung verstehen wie als getanzte Demonstration für eine vielfältige demokratische Gesellschaft, die den Menschen in ihr verpflichtet ist. Mas neue Produktion ist Teil ihres Projekts „Totentanz“, das unter anderem durch das  Bundesprogramm „Demokratie leben“ gefördert wird.

Ging es im ersten Teil um Tanztheater im Nationalsozialismus, so werden diesmal  in einem internationalen Tanzsymposion Begriffe  wie Freiheit, Diversität und Identität in der modernen Migrationsgesellschaft über die Tanzsprache diskutiert.  Dazu hatte  Hannah Ma im Vorfeld   die New Yorker Nai-Ni Chen Dance Company für zehn Tage als Artists in Residence in die Trierer Tufa eingeladen. Was dabei erarbeitet wurde, stellen die Tänzer beim Symposion vor. Gezeigt wird zudem Sergio Mel und Giovanni Zazzeras Choreographie „Quand le silence parle“.

Die Auseinandersetzung beschränkt sich im Übrigen nicht auf die Tänzer. Auch das Publikum soll in den Dialog einbezogen werden. Mas Symposion schließt an die bisherige Arbeit der erfolgreichen Choreographin an, die den Körper auch als „Spiegel und Projektionsfläche politischer Systeme“ über die eigenen nationalen Grenzen hinaus versteht.

Interkultureller Austausch, Solidarität und der gemeinsame Einsatz für Freiheit und Demokratie waren bereits das Anliegen der Eurasierin, als sie das euro-arabische Tanznetzwerk  H.E.R.O.E.S. sowie die Kompagnie The People United gründete.  Inzwischen ist das Projekt in eine in Zusammenarbeit mit der Unesco erstellte Studie „Kunst in der Einwanderungsgesellschaft“ der Bertelsmann-Stiftung aufgenommen worden.

Premiere von „We are the people“ ist am Samstag, 27. Oktober, ab 19.30 Uhr in der Tufa Trier. Karten gibt es im TV-Service-Center Trier sowie an der Abendkasse.