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Interview
„Und vielleicht wird auch mal ein Tränchen verdrückt“ - Angelo Kelly kommt nach Saarburg

Der Sänger, Musiker und Komponist Angelo Kelly ist der traditionellen Musik Irlands sehr verbunden.
Der Sänger, Musiker und Komponist Angelo Kelly ist der traditionellen Musik Irlands sehr verbunden. FOTO: Chris Bućanac
Saarburg. Der jüngste Spross der legendären Kelly Family besinnt sich musikalisch auf seine irischen Wurzeln. Morgen spielt er in der Saarburger Stadthalle. Von Dirk Tenbrock

Er war als Mitglied der berühmten Kelly-Familie von Kindesbeinen an daran gewöhnt, vor großem Publikum aufzutreten. Gemeinsam feierten die Bandmitglieder jede Menge Erfolge – und nicht nur in Deutschland. Der Musiker Angelo Kelly, mittlerweile selbst Vater von fünf Kindern, macht heute anspruchsvolle irische Folk-Musik. Mit seinem Album „Irish Heart“ tritt er am morgigen Freitag, 7. September, um 19.30 Uhr in der Saarburger Stadthalle auf.

Herr Kelly, eine Geschichte wie die Ihre erzählt sich am besten vom Anfang her. Wie präsent sind Ihnen noch die Zeiten als Teenie-Star, mit Bodyguards, auf der Höhe des Ruhmes der Kelly Family in den 1990er Jahren?

ANGELO KELLY Was soll ich sagen, es ist die Geschichte der Kelly Family, der Straßenmusiker-Familie, die in den 90er Jahren eine der erfolgreichsten Bands Europas wurde. Ich erinnere mich noch an alles und möchte für meinen heutigen Werdegang diese Zeit natürlich nicht missen.

Wie schaffen Sie es eigentlich, im Haifischbecken der Musikbranche zurechtzukommen und als Familie stets integer zu bleiben?

KELLY Man muss sich selbst treu bleiben. Die Familie gibt einem Halt, und ich versuche immer, das Beste zu leisten, ob es mir gelingt oder nicht, müssen andere entscheiden. Man sollte sich nicht verbiegen und mit einer Vision an die Sache rangehen.

Sie haben vor einigen Jahren Ihren Wohnsitz öffentlichkeitswirksam (begleitet von Vox Goodbye Deutschland) nach Irland verlegt. War das für Sie ein normaler, logischer Schritt, eine Flucht, oder doch ein Coming Home? Und inwiefern beeinflusst das Ihre aktuelle Musik?

KELLY Ja, es war ein „Nach-Hause“-Kommen. Irland war für mich und meine Frau immer wie eine zweite Heimat, und nachdem wir über zwei Jahre mit dem Wohnmobil quer durch Europa reisten, fühlte es sich gut und richtig an, in Irland unsere Anker zu setzen.
Wie es meine Musik beeinflusst? Nun, ich denke, das kann man auf unserem aktuellen Album „Irish Heart“ sehr gut erkennen. Wir sind geprägt durch die irische Musik, Musiker und Texte über Freiheit und Gemeinschaft.

Was erwartet das Publikum in Saarburg?

KELLY Es wird auf keinen Fall ein Sitzkonzert, es wird getanzt, gefeiert und vielleicht auch mal ein Tränchen verdrückt. Der Irish Summer is back in Saarburg.

Wie entspannen Sie auf einer Tournee nach und zwischen den Konzerten?

KELLY Eine gute Frage, ich arbeite seit gefühlt zwei Jahren durch – ich kann mich schon kaum noch erinnern (lacht)! Naja, wir verbringen die Zeit als Familie, machen Sachen, die andere Familien auch machen.

Wie ist das Verhältnis zu Ihren Geschwistern heute?

KELLY Gut, wir sind ja auch wieder zusammen auf Tournee.

Bekommen Sie noch Liebesbriefe?

KELLY Das kommt schon hin und wieder noch vor, aber meine/unsere Fans wissen ja, dass sie es mit einem verheirateten Familienvater zu tun haben ... also keine Illusionen, die Briefe sind eher der Natur, dass Menschen mir gern ihre Geschichte erzählen möchten, die sie mit uns beispielsweise als Familie verbindet.

Das Interview führte
Dirk Tenbrock

Karten für das Konzert am morgigen Freitag, 7. September, 19.30 Uhr, in der Saarburger Stadthalle gibt es im Service-Center des „Trierischen Volksfreunds“ in Trier und an der Abendkasse.

Angelo Kelly reist mit der ganzen siebenköpfigen Familie.
Angelo Kelly reist mit der ganzen siebenköpfigen Familie. FOTO: Chris Bućanac