Jan und Henry aus der Sendung des Kinderkanals als Musical in Trier

Kindershow : Zwei Erdmännchen zu Besuch

Jan und Henry aus der Sendung des Kinderkanals sind seit vergangenem Jahr als Musical zu sehen. In Trier haben die beiden Erdmännchen über 500 Besucher an einem Abenteuer teilhaben lassen. Die waren begeistert.

Das Publikum in der Europahalle ist ein äußerst anspruchsvolles. Die Kinder lassen sich nichts vormachen, und geben ehrlich und ungeschminkt ihre Meinung wieder. Der Großteil der Besucher ist zwischen drei und sechs Jahre alt. Sie sind Fans der beiden Erdmännchen Jan und Henry.

Die beiden Tiere haben einen festen Platz im Kinderkanal und erleben dort in kurzen Sequenzen ihre Abenteuer. In der Bühnenfassung haben sie deutlich mehr Zeit für ihre Erlebnisse. Nachts, wenn die beiden schlafen wollen, werden sie von unbekannten Geräuschen davon abgehalten. Sie versuchen mit viel Fantasie, das Rätsel zu lösen. Die Bühnenfassung hält sich hier sehr nah an das Original, was die Besucher zu schätzen wissen. Einmal hören sie beispielsweise ein Klopfen, und Henry ist fest davon überzeugt, dass hier ein Vampir seinen Sargdeckel nicht mehr aufbekommt, dabei wird nur ein Nagel in die Wand geschlagen. Ihre Vorstellung wird dabei wie in einer Sprechblase mit einem Bild gezeigt.

Bewegt werden die beiden Erdmännchen sehr ausdrucksstark von den beiden Puppenspielern ­Lennart-Fabian Müller und Marco Spina. Dazu sprechen und singen sie. Wenn einer der beiden etwas überlegt, legt er beispielsweise die Hand unters Kinn oder beim Lachen zittert der Kopf mit. So werden die Emotionen dem jungen Publikum sehr gut nahegebracht, das gebannt zuschaut und mitfiebert.

Einen großen Stellenwert im Stück hat die Musik. Wichtige Themenschwerpunkte wie eine gute Nachbarschaft oder die Bedeutung der Musik werden so transportiert, immer mit einer positiven Grundstimmung. In einem der Lieder heißt es beispielsweise: „Was wäre das Leben, wenn es nichts zu hören gäbe.“ Dazu tanzen die insgesamt fünf Darsteller, gut aufeinander abgestimmt, auf der Bühne.

Damit die Kleinen auch ein bisschen etwas bei Jan und Henry lernen, gibt es Herrn Dr. Schiller, der immer wieder durchs Fenster schaut und verschiedene Begriffe erklärt. Es entwickelt sich unter anderem ein Wortspiel am Begriff Paragraf, das Herr Dr. Schiller, gespielt von Sebastian Sohn, mit einer Regel erklärt, die einem sagt, was man darf und was nicht. Die beiden Erdmännchen fragen sich daraufhin: ­„Warum gibt es denn keinen Mamagraf gibt und warum heißt es nicht Para-darf?“ Auch was Spannungsmusik ist, wird den Kindern anschaulich nähergebracht.

Die Erdmännchen sind natürlich nicht alleine auf der Bühne, sondern es gibt ein Mädchen namens Lilly, von Nadine König dargestellt, das mit den Erdmännchen befreundet ist, ihnen hilft und sie in den Schlaf singt, als sie nicht in ihre Höhle zurückkommen, weil jemand die Tür verschlossen hat. Dazu gibt es mit Hanni Sonnenborn, die einen Trommelkreis leitet, dem Hund Caruso und weiteren Mitbewohnern, die allesamt von den fünf wandlungsfähigen Schauspielern auf die Bühne gebracht werden, einen bunten Mix an Hausbewohnern.

Der griesgrämige Hausmeister Herr Palatzky, der im Haus alles verbieten will, vor allem die Musik und die Tiere, hat ein spannendes Geheimnis. Die beiden Erdmännchen versuchen gemeinsam mit ihren Freunden, es zu lüften.

Dabei verliert die Geschichte nie den roten Faden, und Musik und Tanz lockern das Ganze so auf, dass auch die Kleinsten aufmerksam bleiben.

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