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Johannes Schröder alias Herr Schröder war zu Gast in Bernkastel-Kues

Kabarett : Eine Rettungsgasse aus dem Papierstau des Lebens

Er ist von Haus aus Lehrer, aber er hat sich für die Bühne entschieden: Johannes Schröder alias Herr Schröder war zu Gast in Bernkastel-Kues.

Man kennt ihn noch nicht lange, aber sein Erfolg wächst rasant. Johannes Schröder, seines Zeichens Lehrer für Deutsch und Geschichte, tauschte vor drei Jahren das Klassenzimmer gegen die, wie er selbst sagt, „Bretter, die kein Geld bedeuten“, und beweist, dass das deutsche Publikum auf genau so einen gewartet hat. Mehrere Preise hat er mit seinem Programm „World of Lehrkraft – Ein Trauma geht in Erfüllung“ bereits eingeheimst. Wahrscheinlich nicht zuletzt weil Herr Schröder ein Thema anspricht, das wirklich alle angeht – die Schulzeit und ihre Nebenwirkungen.

In der ausverkauften Güterhalle in Bernkastel-Kues erleben die circa 200 Zuschauer einen Pauker, der es schafft, sich mit dieser Spezies mit all ihren Höhen und Tiefen vor lauter Lachen auszusöhnen.

Er interagiert mit seinem Publikum, und an diesem Abend in Bernkastel-Kues hat er leichtes Spiel. Gleich ein ganzer Deutsch-Leistungskurs und eine Vielzahl an Lehrern spielen ihm seine Bälle gekonnt zurück. Der Mittvierziger bringt auf den Punkt, was Schüler und Lehrer schlussendlich eint: ihre manchmal etwas verquere Sicht auf die Dinge. Kollegenneid bei der Wahl zum „Lehrer des Jahres“ wird dabei genauso schonungslos offenbart wie die wahre Intention von Elternsprechtagen oder der Tagebuchinhalt eines Teenies, welcher in Philosophie gipfelt.

Neben vielen gelungenen Wortwitzen hagelt es auch streckenweise Zoten. Das ist so, weil es auch tatsächlich so ist. Auf dem Schulhof, im Bus, sogar im Lehrerzimmer. Und wie im Spielfilm, so ist zwar so manche Figur überzeichnet, aber das Fünkchen Wahrheit ist schnell wiedererkannt. Herr Schröder beschönigt nichts. Auch er bekommt von seinen Schülern sein Fett weg – denn bei Schröder, da steckt das „öde“ ja schon im Namen.

Er ist die rostige Regenrinne am Brockhaus. Er ist Deutschlehrer. Und Lehrer wollen keine Mauern errichten. Sie wollen Brücken... tage. Am Ende des Abends weiß man nach anderthalb Stunden bester Unterhaltung auf jeden Fall wieder, warum Schule doch nicht so schlimm war. Seine Geschichten sind noch nicht zu Ende erzählt.

Schon 2020 will Johannes Schröder mit einem neuen Programm auf Tour gehen.