Kinder- und Jugendchöre des Theaters Trier führen Musical "Cats" auf

Musical mit Kindern und Jugendlichen : Großer Stoff für junge Darsteller

Erstmals führen die Kinder- und Jugendchöre des Theaters ein komplettes Musical auf.

Fotos von Katzen überschwemmen im Herbst 2015 die sozialen Medien. So reagierten die Belgier auf die Bitte der Polizei, keine Infos über ihre Razzia gegen die Attentäter im Internet zu posten, um Verdächtigen keine Hinweise zu geben. Katzen als Maske, um Dinge auszusprechen, die man nicht aussprechen darf, gab es schon mal. 1939 schreibt der britische Dramatiker T. S. Eliot „Old Possum’s Book of Practical Cats“, eine Gedichtsammlung für Kinder. Weltweit bekannt geworden als Musical „Cats“ von Andrew Lloyd Webber. Diese singenden und tanzenden Samtpfoten bringen nun die Kinder- und Jugendchöre des Theaters Trier unter der musikalischen Leitung von Martin Folz als „Cats for Kids“ in einer verkürzten Version für junge Zuschauer auf die große Bühne.

Das Stück kannten weder Luiza Braz Batista noch Paul Hess, die das Musical inszenieren und choreographieren. „Wir haben in Eliots Gedichten recherchiert und sind bis ins Herz des Stücks vorgestoßen.“ Im Stück gebe es keine Hauptrolle, dafür aber 21 Solisten. „Die Chöre haben viele Persönlichkeiten, das passt perfekt“, sagt Braz Batista. „Sie inspirieren mich bei jeder Probe. Es ist erstaunlich, was in ihnen steckt.“

Insgesamt gibt es 35 Solisten – einige Rollen sind doppelt besetzt. Ganz individuell, so dass aus manchem Charakter zwei unterschiedliche Rollen wurden. Dazu passt, dass jeder der 64 Darsteller – insgesamt spielen 81 Kinder – sein individuelles Outfit hat.

„Mich hat die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen viel mehr gereizt als das Stück“, sagt Hess. Dieses hat keine durchgehende Handlung, es besteht aus verschiedenen Gedichten. „Das eröffnet uns viele Möglichkeiten.“ Die Herausforderung sei gewesen, einen roten Faden zu finden.

Braz Batista und Hess haben für ihre Inszenierung bewusst nicht die Webber-Version gewählt. Ihre Geschichte spielt auf einem Maskenball. „Menschen kommen zum Tanz und machen sich bereit für ein Ritual“, erklärt Hess. „Dabei wächst das Katzenhafte aus ihnen heraus.“ Katzen sind dabei nur die Maske. Dramaturgin Carola Ehrt: „Respekt, Toleranz, Vielfalt und der Umgang miteinander, das ist es, was ‚Cats‘ uns heute noch zu sagen hat.“

Premiere: 3. Mai, 18 Uhr. Weitere Termine: 7., 24. Mai, 19.30 Uhr. Restkarten: 26. Mai, 16 Uhr, 24. und 27. Mai, 10 Uhr. Karten gibt es online auf www.theater-trier.de, unter der Mailadresse theaterkasse@trier.de sowie unter Telefon 0651/718-1818.

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