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Kolumne Kunstwerk der Woche von Christian Gödert: Blick auf Saarburg

Kolumne : Kunstwerk der Woche von Christian Gödert: „Man muss seine eigene Position finden“

Unterwegs mit seinem Malzeug fühle er sich wohl, erzählt Christian Gödert. Ich bin ein plein air Maler“, sagt der Künstler. Soll heißen einer, der im Freien, unmittelbar vor seinen Motiven arbeitet. „Ich nutze jede freie Minute um draußen zu malen“, berichtet der gebürtige Trierer, der heute in Wasserliesch lebt.

„Der Austausch mit dem Motiv ist dort viel direkter“. Da kann aus den Minuten auch schon mal ein Acht-Stunden-Maltag werden. Ob er auf dem Trierer Hauptmarkt sitzt, in der Region unterwegs ist, oder auf einer seiner Malreisen: was der Maler erlebt, was ihn anregt, wird zum künstlerischen Impuls. Ob es nun Alltägliches wie der verspritzte Kaffee oder die vorbeilaufenden Kinder sind, ein idyllischer Platz oder eine schöne Aussicht:  sie alle gehen in seine Bildschöpfungen ein.

Überhaupt ist es die Entstehung des Bildes, die Gödert  besonders interessiert. „Der kreative Prozess, durch den man geht“, wie der Maler sagt. Was bei seiner ausschließlichen Technik der Aquarellmalerei so spannend  wie herausfordernd ist. Viel Erfahrung, Übung und nicht zuletzt das Hinterfragen der eigenen Arbeit  ist bei den verlaufenden Farben und dem nassen Papier nötig, um Ideen als Bild sichtbar zu machen und keine Zufallstreffer zu landen. 

Eine Haltung, die für den Künstler selbstverständlich ist, der im übrigen inzwischen in Konz ein Atelier unterhält und dort in eigenen  Kursen unterrichtet. „Nur wenn man mit seiner Arbeit kritisch umgeht, kann man sich entwickeln“, weiß der Maler. Da werden dann auch immer wieder Bilder als misslungen verworfen oder-was beim Aquarell möglich ist-mit dem Pinsel „abgewaschen“. Urbane und andere Landschaften dazu florale Motive, wie üppige Blumensträuße sind die zentralen Motive in Göderts Werk.

Wenn der Maler, wie derzeit, als Folge der pandemischen Beschränkungen aufs Atelier angewiesen ist, dienen ihm bei der Arbeit im Atelier gelegentlich Fotos als Vorlage. Trotz seiner gegenständlichen Motive ist Gödert kein Realist. In einer pauschalen, lockeren Malweise und ausdrucksstarken Farben setzt er seine Sujets ins Bild und verbindet dabei Innen-und Außenschau.

In den Corona-Jahren hat er anlässlich eines Arbeitsstipendiums des rheinland-pfälzischen Förderprogramms „Im Fokus – 6 Punkte für die Kultur“ seine Motiv-Palette erweitert und sich malerisch mit dem Porträt auseinandergesetzt. Denn eins steht für den Maler auch fest: „Man muss suchen und  Überkommenes loslassen, um seine eigene Position zu finden“.

Kontakt: christiangoedert.de