Konzert in der Luxemburger Philharmonie

Konzert in der Philharmonie : Erst einmal tief Luft holen

Und dann in die geballte Konzertfülle: Der Januar 2019 in der Luxemburger Philharmonie.

Es ist, als müsse die Philharmonie erst einmal Luft holen: Und dann präsentiert sie ein Januar-Programm, das nur deshalb nicht außergewöhnlich ist, weil geballte Musik-Kultur seit 2005 zum Luxemburger Konzerthaus gehört.

Gleich nach Ende der Weihnachts- und Neujahrsruhe, am 6. Januar 2019, tritt das deutsche Bundesjugendorchester auf die Bühne im Großen Haus. Der junge Elite-Klangkörper heißt jetzt modisch National Youth Orchestra of Germany. Am Dirigierpult steht kein Geringerer als Kirill Petrenko, und das Programm mit Bernsteins „Sinfonischen Tänzen“, Strawinskys „Sacre“ und einem Paukenkonzert von William Kraft verheißt Musik auf höchstem Niveau. Mit Kim Brunner spielt zudem eine junge Bratschistin aus Trier im Orchester mit, und mit Charlotte Köster und Lea Reutlinger werden zwei weitere Musikerinnen aus Trier in der nächsten Arbeitsphase, Frühjahr 2019, dazustoßen. Da wird sich am 6. Januar ganz sicher eine größere Trierer Abordnung zum Kirchberg begeben.Im Januar sind die Weihnachtsträume ausgeträumt, die zuckersüßen Melodien sind verklungen, und viele Musikfreunde erwarten Neues. Das liefert das Luxemburger Konzerthaus reichlich. Gleich zwei Tage nach dem Auftritt des jungen Orchesters aus „old Germany“ geben Sopranistin Anna Lucia Richter und Begleiter Gerold Huber einen Liederabend mit Werken von Louis Spohr, Heinz Holliger und Schubert, und bei dessen „Hirt auf dem Felsen“ kommt Klarinettist Matthias Schorn ins Spiel (8. Januar). Und nur einen Tag später (9. Januar) begrüßt das Orchestre Philharmonique (OPL) unter Lawrence Foster mit Rudolf Buchbinder am Klavier und Musik von Johann, Josef und (nicht verwandt) Richard Strauss das neue Jahr.

Fast demonstrativ für das Programm der Philharmonie folgen dann zeitgenössische Musik mit dem Klavier-Duo Pierre-Laurent Aimard und Tamara Stefanovich  (11. Januar), und ein „Ciné-Concert“ mit Oscar-Preisträger The English Patient Live und der Musik von Gabriel Yared, gespielt vom OPL (12. Januar).

Das OPL ist im Januar so präsent, wie man es von einem Hausorchester erwarten kann. Es ist nicht nur in der Filmmusik und im Neujahrskonzert dabei, es setzt sich auch unter dem Sammelbegriff „Grands rendez-vous“ in Szene – mit Jian Wang, Cello, unter Nikolaj Szeps-Znaider und mit Musik von Strauss und Elgar (18. Januar). In der „Aventure“-Reihe begibt sich Luxemburgs Orchester auf eine virtuelle Reise „From Helsinki to California“ und nimmt Dirigent Alexander Shelley, Martin Grubinger, Percussion, und Kompositionen von Sibelius, Salonen, und Kalevi Aho mit aufs Ticket (25. Januar, 19 Uhr). Wenige Tage danach begleitet das OPL den exzellenten und vielseitigen Jazzmusiker Pascal Schuhmacher aus Luxemburg in dessen Komposition „Rosace.8“ (30. Januar). Schließlich hat auch das Orchestre de Chambre mit dem Schwerpunkt „Spanien“ ein reizvolles Programm parat (20. Januar, 17 Uhr).

Generell werden die Freunde sinfonischer Musik im Januar reichlich bedient. Auch die Gastorchester lassen grüßen. Die Filarmonica della Scala unter Riccardo Chailly und Geiger Maxim Vengerov verschreiben sich mit Schostakowitsch und Bartok der klassischen Moderne (29. Januar). Das Leipziger Gewandhaus-Orchester hat mit Pianistin Hélène Grimaud und Dirigent Andris Nelssons zwei Trümpfe im Ärmel und lockt überdies mit Mendelssohn und Schumann , also edelster deutscher Romantik (24. Januar).

Völlig erschöpft ist das Luxemburger Füllhorn damit noch nicht. Das angesehene Armida-Quartett spielt Beethoven, Prokofjew und Bartok (14. Januar) und das Gringolts Quartet ist mit Haydn, Brahms und Mendelssohn dabei (29. Januar). Bei den Rising stars haben Cellist Kian Soltani und Mario Häring am Klavier Musik von Beethoven, Poulenc, Rachmaninow und die Komposition „Soul Searching“ des österreichischen Jazz-Pianisten David Helbock im Gepäck (16. Januar).

Auch an Alte-Musik-Fans wurde gedacht. Jordi Savall und seine Ensembles Capella Real de Catalunya und Hesperion XXI breiten unter dem Titel „Carlos V – Charles V“ die vielfältige Gefühlswelt in der Musik des 16. Jahrhunderts aus: „Ombres e Lumières“ – Licht und Schatten, verspricht die Philharmonie (28. Januar).

Schließlich findet am 26. Januar, 14 bis 18 Uhr erneut ein „Study Day“ mit Silke Leopold statt – ein Workshop zu Nationalmusiken und ihrem Konzept. Vorkenntnisse? Nicht notwendig. Interesse und Musikbegeisterung: Willkommen!

Beginn, wenn nicht anders angegeben: 20 Uhr. Karten unter 00352/ 2632 2632. www.philharmonie.lu

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