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Metal Musik
Metalcore im Viererpack

Sänger Matthew Tuck von Bullet for my Valentine begeistert in Luxemburg 1600 Fans.
Sänger Matthew Tuck von Bullet for my Valentine begeistert in Luxemburg 1600 Fans. FOTO: TV / Julia Nemesheimer
Esch-sûr-Alzette. Genre-Fans kamen in Luxemburg voll auf ihre Kosten. 1600 Besucher erleben Headliner Bullet For My Valentine und seine drei Vorbands. Von Julia Nemesheimer

Das den Atelier in Luxemburg verlagerte die Show der britischen Metalcore-Band Bullet For My Valentine am Mittwoch in die Rockhal nach Esch-sûr-Alzette. 1600 Fans folgen dem Ruf der Band. Das Konzert beginnt am frühen Abend mit Melodic-Hardcore von Shvpes (gesprochen: Shapes) aus Birmingham. Mit einer recht kurzen Setlist geben sie die Marschrichtung für den Abend vor: melodischer Klargesang wechselt mit Screams und Growls, ein treibendes Schlagzeug und wummernde Bässe lassen das früh angereiste Publikum ins Konzert kommen.

Schon 40 Minuten später geht es mit Nothing More weiter. Die Texaner machen Alternative Rock mit Hardcore- und Nu Metal-Einflüssen, ihre Show ist mitreißend und führt zu mehr Bewegung im Publikum. Ihre Landesgenossen der dritten Band sind im Großherzogtum schon alte Bekannte. Of Mice & Men aus Kalifornien sind scheinbar unermüdlich auf Tour, in der Vergangenheit waren sie mindestens einmal im Jahr in Luxemburg zu Gast. Ihr Metalcore ist, insbesondere seit den jüngeren Alben, von viel Nu Metal geprägt und wird von den Fans entsprechend gefeiert.

Zweieinhalb Stunden später ist es  endlich so weit und die lang ersehnte Hauptband betritt die Bühne. Verdeckt von einem weißen Vorhang, auf dem man zu Beginn nur die Silhouetten der vier Bandmitglieder sieht, kommt Bullet For My Valentine zum Zug. Aufgewärmt von den drei Support-Bands, feiert die Masse die bereits 1998 gegründete Gruppe. Mit den ersten Tönen von Sänger Matthew Tuck fällt der Vorhang und gibt den Blick auf die Bühne frei. Den Zuschauern bietet sich eine imposante Lichtshow. Fünf sich nach hinten verkleinernde Lichtrahmen bilden die Umrandung, Stroboskop-Effekte und jede Menge Scheinwerfer untermalen die treibende Musik der Waliser. Seit 2005 haben sie sechs Alben veröffentlicht, das jüngste erst in diesem Jahr. „Gravity“ erschien Ende Juni und ist der Grund für den erneuten Besuch in Luxemburg. Zuletzt waren sie 2016 im den Atelier zu sehen.

Auf der großen Bühne der Rockhal erscheint die Show extravaganter, dafür war es im kleinen Club allerdings voller und die Masse ausgelassener. Rund 80 Minuten lang spielt das Quartett Songs vom neuen Album, darunter auch die Single-Auskopplungen „Not Dead Yet“ und „Piece of Me“. Auch die alten Platten sind mit mindestens zwei Liedern vertreten, ausgenommen „Temper Temper“ von 2013, die nicht in der Setlist auftaucht. Schlagzeuger Jason Bowld, der seit Ende 2017 dabei ist, bekam bei einem Drum-Solo Gelegenheit im Rampenlicht zu stehen. Für „No Way Out“ kam Shvpes-Sänger Griffin Dickinson noch einmal auf die Bühne, um ihn gemeinsam mit Matt Tuck hinterlässt Bullet For My Valentine einige durchgeschwitzte, aber glückliche Metalcore-Fans.