Konzert von Katie Melua in der Trierer Arena vor 2200 Zuhörern

Konzert : Wunderbares Leben, wunderbare Welt - Katie Melua spielt in Trier vor 2200 Zuhörern

Katie Melua ist beim Konzert in der Trierer Arena entzückt, dass ihre Musik „etwas mit Paaren macht“.

Das Wetter schlägt Kapriolen in diesen heißen Sommertagen des Jahres 2019. Es ist wie bei der Tour de France: Wenn das Wetter nicht mitspielt, müssen Etappen verlegt werden. Nach zwei extrem stimmungsvollen Freiluft-Konzerten mit Rea Garvey und In Extremo im Trierer Amphitheater wurde das für Samstag geplante Konzert mit Katie Melua wegen Unwetterwarnungen kurzerhand in die Arena Trier verlegt. Eine logistische Meisterleistung des Veranstalters Popp-Concerts. Das gefällt vielen natürlich nicht, trotzdem geht kaum jemand auf das Angebot ein, seine Karte wegen Ortswechsels zurückzugeben.

Paare – meistens solche, die sich wohl schon länger kennen – sind die ideale Zielgruppe für die britisch-georgische Sängerin Katie Melua, sie sind auch unter den 2200 Zuschauern im bestuhlten Arena-Innenraum deutlich in der Mehrheit. Dennoch ist es kein Kuschelrock, sondern ambitionierte Singer-Songwriter-Musik auf höchstem Niveau dargeboten, die die 34-Jährige abliefert.

Vor rund 15 Jahren hatte sie einige große Chart-Hits, seitdem ist es etwas ruhiger um sie geworden: „Nine million bicycles“ ist der bekannteste Song, und den bringt sie schon zur Mitte des Konzertes. Sie freut sich immer wieder, „that this does something to the couples in the audience“, Paare würden zusammenrücken und schwelgen. So weit, so richtig, der Funke der Begeisterung will allerdings noch nicht so richtig auf das gesamte Publikum überspringen.

Melua bietet aber auch keine animierte Konzert-Show wie die oben genannten Acts. Unter einer mit Lichterketten angedeuteten (Zirkus-?) Kuppel steht sie mit ihrer formidablen Band, die Lichteffekte sind dezent, kein Rauch, kein Bombast. Und das gefällt den allermeisten Besuchern, eine Dame spricht von „hypnotischer Stimmung“. Eine andere gähnt allerdings schon nach einer halben Stunde und sagt: „Ein bisschen gepflegte Langeweile ist ja auch mal ganz schön.“

Die Atmosphäre der antiken Spielstätte im Amphitheater hätte da wahrscheinlich einen zusätzlichen Kick gegeben, ein bisschen Magie. Müßige Spekulation, sei es drum. Perfekt spult Melua ihr Programm ab, oft akustische Musik, getragen von ihrer sensationellen Glockenstimme, deren Timbre mit der Zeit angenehm dunkler geworden ist. Neben eigenen Hits wie „Closest thing to crazy“ oder „I cry for you” (als Zugabe, ihr wohl schönstes Lied, rein akustisch, nur mit ihrer Gitarre) singt sie noch einige Coversongs im  melodisch-kontemplativen Stil: „Wonderful Life“ von Black, „Wonderful World“ von Louis Armstrong erzeugen dadurch schöne Schwingungen. Aber sie kann auch Up-Tempo: „On the road again“ der Sechziger-Ikonen von Canned Heat ist ein treibender Blues. Dagegen verblassen dann allerdings ihre eigenen, neueren Stücke.

Gewollt und gekonnt dann die erste Zugabe nach einer guten Konzertstunde: Meluas Akustik-Version von Shirley Basseys James-Bond-Hymne „Diamonds are forever“. Wunderbar! Großer Applaus des Publikums.

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