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Krimi-Autoren Fitzek, Strobel und Poznanski in Konz

Literatur : Zwischen Lachern und Leichen: Gruselexperten bei Konzer Kriminacht

Von wegen Horror: Die drei Gruselexperten Sebastian Fitzek, Ursula Poznanski und Arno Strobel präsentieren sich den 900 Besuchern der Konzer Thriller-Nacht bei bester Laune. Aus ihren aktuellen Krimis lesen sie mit verteilten Rollen.

Es beginnt  fast wie ein Boxkampf. Die donnernde Stimme von Hartmut Schwiering, Vorsitzender der veranstaltenden Konzer-Doktor-Bürgerstiftung, kündigt die Autoren an. Nacheinander schreiten Sebastian Fitzek, Ursula Pznanski und Arno Strobel durch das Publikum hindurch, verfolgt von einem großen, hellen Scheinwerfer aus drei Richtungen auf die Bühne. Die 900 Besucher in der Saar-Mosel Halle toben, denn schon jetzt ist klar: diese Lesung wird alles – außer gewöhnlich. Das sind solche Veranstaltungen, gerade bei Sebastian Fitzek, ohnehin nie. Er hat schon in einem Bestattungsinstitut, einer Zahnarztpraxis und einem Fitnessstudio gelesen und lässt sich gerne mal von einer Band begleiten, die seine Lesungen mit einem eigens dazu komponierten Soundtrack untermalt. Die hat er zur Konzer Thriller-Nacht nicht mitgebracht, dafür aber einiges an guter Laune.

Denn hier geht es gar nicht so sehr um ihre oft schockierenden, gruseligen und grausamen Bücher. Das stellen die Autoren gleich zu Beginn fest. Stattdessen wirkt das Event eher wie eine Talkshow. Die drei erzählen aus ihrem Leben, beschreiben Arbeitsprozesse und skurrile Momente und Menschen, die manchmal auch Teil ihrer Romane werden. Fitzek offenbart dabei seine Stand-up-Comedy-Qualitäten und plaudert beispielsweise ganz locker darüber, wie ihn seine Exfreundin Gerlinde zu dem Bestseller„Seelenbrecher“ inspiriert habe. Er und seine Kollegen interagieren völlig unbefangen mit dem Publikum, sie holen sich zum Thriller-Quiz Unterstützung aus den vielen Stuhlreihen auf die Bühne und beantworten ebenso geduldig wie ausführlich Dutzende Fragen ihrer Fans. Man hat schließlich das Gefühl, die Autoren als Persönlichkeiten kennenzulernen, die mehr sind als das Porträtfoto auf der Innenseite eines Buchdeckels. Dabei geraten die aktuellen Bücher fast schon in den Hintergrund.

Diese lesen die Autoren im Rotationsverfahren, also jeder den Roman eines anderen. So präsentiert Ursula Poznanski den aktuellen Bestseller Fitzeks, „Flugangst 7a“, bei dem es um einen Psychiater geht, der an Bord eines Flugzeugs per Telefon erpresst wird. Mit seinen insgesamt 16 Thrillern, die sich millionenfach verkaufen und in 24 Sprachen übersetzt wurden, ist Fitzek in der deutschen Literaturszene ein Schwergewicht. Geplant war das nicht, denn ursprünglich hat der promovierte Jurist bei einem Berliner Radio-Sender gearbeitet. Diese Vergangenheit ist ihm beim hörbuchreifen Lesen von Arno Strobels „Kalte Angst“ anzuhören.

Strobel wiederum trägt aus Poznanskis aktuellem Buch „Schatten“ vor, und so viel sei verraten: In allen drei Thrillern gibt es Messer, viel Blut und noch mehr Psychoterror. Als ganz zum Schluss auf der Bühne Feuerwerksfontänen in die Höhe schießen, ist auch dem letzten Zuschauer klar, dass hier eine für Konz ungewöhnliche und beeindruckende Großveranstaltung zu Ende geht. Hartmut Schwiering zieht eine positive Bilanz: „Das war die größte Veranstaltung die die Konzer-Doktor-Bürger-Stiftung je erlebt hat. Die Resonanz war gigantisch, und wir freuen uns darauf, uns mit dem Erlös weiterhin für die Bildung und Integration junger Menschen einsetzen zu können.“